WEC - Final-Krimi in Spa beschert Toyota Doppelsieg

Porsche hält beim zweiten WEC-Lauf gut mit

Toyota feiert gegen Porsche einen Doppelsieg. Doch wie schon in Silverstone hieß es auch beim WEC-Rennen in Spa: Nägel kauen bis ganz zum Schluss.
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Motorsport-Magazin.com - Warum vorher knapp sechs Stunden fahren, wenn sich alles erst in den finalen Minuten entscheidet? Wie schon beim Auftakt in Silverstone bot die WEC auch in Spa seinen Fans ein packendes Finale - dieses Mal kämpften allerdings zwei LMP1-Boliden der gleichen Marke gegeneinander. Sebastien Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima hießen am Ende die strahlenden Sieger. Auch in den Klassen LMP2 und GTE-Pro ging es spannend zu.

WEC Spa-Francorchamps 2017: Die Highlights des Rennens: (05:38 Min.)

WEC Spa 2017: So lief das Rennen in den LMP-Klassen

André Lotterer konnte die Pole-Position des #1-Porsche am Start gegen einen stürmischen Nicolas Lapierre behaupten. Doch die Führung für Porsche sollte nicht lange Bestand haben, denn schon nach gut 20 Minuten kämpften sich die Toyota #7 und #8 am Weltmeister-Porsche vorbei. Lotterer fiel in der Anfangsphase auch hinter das Schwesterauto zurück, doch man konnte sich im ersten Renndrittel in Schlagdistanz zu Toyota halten. Nach zwei Stunden lag der Porsche #1 bereits wieder auf Platz zwei, gut 30 Sekunden hinter der Spitze.

Als es dann etwas dunkler und kühler wurde in Spa, wurden die Porsche stärker und konnten so den Druck auf Toyota aufrecht erhalten. Nicht zuletzt half den Zuffenhausenern auch eine Full Course Yellow wegen des gestrandeten Gulf-Porsche, um im Rennen zu bleiben. Den #7-Toyota traf die Gelbphase hingegen empfindlich, da man davor unter Grün schon drin war. So fehlten den Porsche nach vier Stunden keine 50 Sekunden auf die Spitze - man war also noch in Schlagdistanz.

Im letzten Renndrittel lagen zunächst beide Toyota vorn, doch die nächste Full Course Yellow warf Conway / Kobayashi erneut zurück. So lagen Bernhard / Bamber / Hartley auf Rang zwei, doch ausgerechnet eine Kollision mit Romain Dumas im Signatech-Alpine beendete die Sieg-Hoffnungen des Trios. In der letzten Stunde sorgten einsetzender Regen und die finalen Splashs für Spannung. Erst zehn Minuten kristallisierte sich heraus, dass beide Toyota den Sieg unter sich ausmachen. Sebastien Buemi konnte letztlich Kamui Kobayashi hinter sich halten. Dritter wurde der #2-Porsche.

In der LMP2-Klasse war das Rennen eine klare Sache: G-Drive diktierte das Rennen von der Spitze weg und blieb so auch den vielen Zwischenfällen und Kollisionen im hinteren LMP2-Feld fern. Damit konnten Rusinov / Thiriet / Lynn den ersten Saisonsieg feiern, nach ebenfalls starker Fahrt erreichten Canal / Prost / Senna im Rebellion-Oreca #31 den zweiten Platz. Dritter wurde am Ende das Trio Tung / Jarvis / Laurent aus dem Team von Hollywoodstar Jackie Chan.

WEC Spa-Francorchamps 2017 - Die Top-3 der LMP-Klassen im Rennen:

Kl. P Fahrer Team Distanz Gap
LMP1 1. Buemi / Davidson / Nakajima Toyota #8 173 Runden
2. Conway / Kobayashi Toyota #7 1.992
3. Bernhard / Bamber / Hartley Porsche #2 35.283
LMP2 1. Rusinov / Thiriet / Lynn G-Drive-Oreca #26 160 Runden
2. Canal / Prost / Senna Rebellion-Oreca #31 53.281
3. Tung / Jarvis / Laurent DC-Oreca #38 1:14.268

WEC Spa 2017: So lief das Rennen in den GT-Klassen

Ferrari entpuppte sich relativ bald in den GT-Klassen als die Marke, die es zu schlagen gilt. Die beiden 488 GTE von AF Corse lieferten sich im Laufe der sechs Stunden einige beinharte und heiß geführte Zweikämpfe, mit denen man die Zuschauer von den Sitzen riss und die LMP-Piloten zur Verzweiflung brachte. Letztlich konnte sich das Duo Rigon / Bird gegen die Markenkollegen Calado / Pier Guidi durchsetzen. Anders als im letzten Jahr hielten beide Ferrari durch.

Die zweite Kraft im GT-Feld hieß Ford. Kämpfte man anfangs noch hart gegen die Ferrari, so warfen Zwischenfälle beide Ford zurück. Harry Tincknell im Auto #67 etwa stand nach einem Boxenstopp lange neben der Strecke und verlor viel Zeit. Trotzdem konnte man sich noch einmal nach vorne bis auf Platz vier kämpfen, hinter dem Schwesterauto #66 von Mücke / Pla / Johnson. Nichts zu bestellen hatten hingegen die beiden Autos von Porsche und Aston Martin.

Keine Zweifel ließ Aston Martin am Sieg in der GTE-Am-Klasse aufkommen. Dalla Lana / Lamy / Lauda setzten sich vom Start weg bereits deutlich von ihren Verfolgern ab und konnten den Abstand in der Folge kontrollieren. Letztlich fuhr man mit einer halben Minute Vorsprung auf den Dempsey-Proton-Porsche über die Linie. Der drittplatzierte Ferrari von Clearwater Racing lief bereits mit einer Runde Rückstand ins Ziel ein. Das Ziel verpasst hat indes der Gulf-Porsche als einer von nur zwei Wagen.

WEC Spa-Francorchamps 2017 - Die Top-3 der GT-Klassen im Rennen:

Kl. P Fahrer Team Distanz Gap
GTE-Pro 1. Rigon / Bird Ferrari #71 151 Runden
2. Calado / Pier Guidi Ferrari #51 150 Runden
3. Mücke / Pla / Johnson Ford #66 30.521
GTE-Am 1. Dalla Lana / Lamy / Lauda Aston Martin #98 146 Runden
2. Ried / Cairoli / Dienst Dempsey-Porsche #77 31.110
3. Mok / Sawa / Griffin Clearwater-Ferrari #54 145 Runden

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