WEC - McLaren stellt Le-Mans-Comeback in Aussicht

GTE-Fahrzeug mittelfristig möglich

Immer mehr Werke tummeln sich in der GTE-Klasse. Nun könnte noch eines hinzukommen: McLaren! Die Briten wollen ihre Historie in Le Mans wiederbeleben.
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Motorsport-Magazin.com - Die GTE-Pro-Klasse floriert aktuell. Mit Aston Martin, Ferrari, Ford und Porsche sind vier Hersteller in der WEC-Saison 2017 mit einem Werksengagement vertreten. Porsche brachte sogar eigens einen komplett neuen 911er auf die Straße, um die Lücke zu Konkurrenz wieder zu schließen. Die Konkurrenz indes wird 2018 noch härter, dann stößt BMW dazu. Doch noch um einen weiteren Hersteller ranken sich viele Gerüchte: McLaren!

Ziel: GTE-Racing in Le Mans!

Die Briten sollen ebenfalls in absehbarer Zeit auf die Langstrecke zurückkehren. Möglich werden soll dies im Zuge der firmeninternen Umstrukturierungen bei den Briten. Ron Dennis hat endgültig abgedankt, der neue starke Mann in Woking heißt Zak Brown. Brown übernahm den Posten des Executive Directors bei McLaren zum Dezember 2016, nachdem der Vorstand Dennis beurlaubte. Damit hat Brown in der Firma nun das Sagen, wenn es um das Motorsport-Engagement geht.

McLaren will offenbar die Le-Mans-Szene wieder erobern - Foto: Aston Martin
Persönlich würde ich es lieben, wenn wir nach Le Mans gehen, und ich bin nicht der Einzige, der das so sieht.
Zak Brown, Executive Director von McLaren

"Wir haben Le Mans gewonnen, das Rennen ist Teil unserer Historie. Zu meinem Job gehört es, zu entscheiden, wo McLaren unterwegs ist. Nach Le Mans zurückzukehren haben wir auf jeden Fall auf dem Schirm, das wird aktuell diskutiert. Persönlich würde ich es lieben, wenn wir nach Le Mans gehen, und ich bin nicht der Einzige, der das so sieht", kündigte Brown bereits vielsagend im Gespräch mit Autosport an.

Die Suche nach dem richtigen McLaren für die WEC

Doch sollte es tatsächlich zu einem McLaren-Einstieg kommen, muss noch eine wesentliche Frage beantwortet werden: Welches Modell werden die Briten überhaupt einsetzen? Im GT3-Sport ist McLaren indes mit dem 650S erfolgreich unterwegs. 2016 gewann man damit beispielsweise mit den Piloten Shane Van Gisbergen, Alvaro Parente und Jonathan Webb das 12-Stunden-Rennen im australischen Bathurst und stellte dabei sogar mit 297 Runden einen neuen Distanzrekord auf.

In der Blancpain GT Serie ist McLaren mit dem 650S GT3 erfolgreich - Foto: Vision Sport Agency

Auch in den Blancpain GT Serien zählt der McLaren 650S GT3 zu den Abräumern. In der vergangenen Saison entschied McLaren die Gesamtwertung im Endurance Cup sowohl bei den Teams als auch bei den Fahrern für sich. Neben dem 650S GT3 gibt es vom McLaren 570S es zudem ein Modell für GT4-Kunden. Möglich wäre allerdings auch, dass man eine GTE-Version des 675LT auflegt. Diesen Wagen verkauft McLaren auf seiner Homepage immerhin als Nachfolger des legendären F1 GTR.

Die erfolgreiche Le-Mans-Historie von McLaren

Womit wir auch schon bei der Historie von McLaren angelangt sind. Auch für die sonst so kühl berechnenden Briten ist Le Mans eine Herzensangelegenheit. Nach dem Ende der legendären Gruppe C Mitte der 90er-Jahre gehörten die Briten mit dem F1 GTR zu den Bewerbern, die es zu schlagen galt. 1995, gleich bei seinem ersten Start in Le Mans, siegte der McLaren F1 GTR in den Händen von Yannick Dalmas, JJ Lehto und Masanori Sekiya - das schaffte bis dato noch kein Fahrzeug in Le Mans! Aber nicht nur das: Wäre nicht der Courage von Wollek/Hélary/Andretti als Zweiter ins Ziel gefahren, es wäre ein Vierfach-Sieg für McLaren geworden!

1995 holte McLaren den Gesamtsieg in Le Mans - Foto: Sutton

1996 verpasste man mit den Plätzen vier, fünf, sechs, acht, neun und elf das Podest, 1997 schrammte man als Zweiter und Dritter knapp am Sieg vorbei. Seinen letzten Einsatz hatte der McLaren F1 GTR 1998. Ein Jahr, das viele Insider als bestes Le-Mans-Grid aller Zeiten ansehen mit Werksteams unter anderem von Porsche, Nissan, Panoz, Toyota. Die Briten schafften es in diesem hochkarätigen Feld immer noch auf Platz vier. McLaren hat mit diesen langjährigen Top-Leistungen seinen Platz in der Le-Mans-Historie sicher. In naher Zukunft könnte man ein neues, eigenes Kapitel schreiben.


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