WEC - Audi mit Vorfreude auf Japan-Premiere

Titelkampf nach Doppelsieg weiter offen

Die Langstrecken-Weltmeisterschaft führt Audi erstmals nach Japan - gleich vier Audi-Piloten haben zum Land der aufgehenden Sonne eine langjährige Verbindungen.

Motorsport-Magazin.com - Nach dem fünften Saisonsieg in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC reist Audi mit großer Vorfreude nach Japan. Beim siebten von acht Saisonläufen am 14. Oktober feiert das Werksteam seine Rennsport-Premiere in dem asiatischen Inselstaat. Der anspruchsvolle Kurs von Fuji südwestlich von Tokio ist Austragungsort für den nächsten Schlagabtausch der fünf Audi-Werksfahrer, die um die Fahrerwertung kämpfen. Die Le-Mans-Sieger Marcel Fässler/André Lotterer/Benoît Tréluyer vergrößerten beim Hitzerennen in Bahrain ihren Tabellenvorsprung auf Tom Kristensen/Allan McNish um 6 auf 13,5 Punkte. Eine Titelentscheidung wäre damit bereits in Japan möglich, erscheint bei 52 noch zu vergebenden Punkten bis zum Saisonfinale in Schanghai allerdings unwahrscheinlich.

Zwei unserer Fahrer - André Lotterer und Benoît Tréluyer - haben extrem viel Erfahrung in Fuji.
Wolfgang Ullrich

Nach mehr als 35 Grad Außentemperatur in der Wüste von Sakhir erwarten das Fahrerquintett Mitte Oktober in Sichtweite zum Mount Fuji eher unberechenbare Wetterbedingungen: Regen und deutlich niedrigere Temperaturen stehen zu dieser Jahreszeit in der Region häufig auf der Tagesordnung. Mit seinen ungewöhnlich abfallenden Kurven und eher unüblichen Radien stellt der 4,563 Kilometer lange Kurs eine besondere Herausforderung dar. Am besten sind André Lotterer und Benoît Tréluyer mit der Strecke von Fuji vertraut: Der Deutsche hat seine Karriere 2003 nach Japan verlagert, der Franzose bereits zwölf Jahre seines Rennfahrerlebens im Fernen Osten verbracht. Auch Tom Kristensen fuhr in den Neunzigerjahren mehrere Saisons im Land der aufgehenden Sonne. Allan McNish absolvierte dort ebenfalls schon viele Test- und Rennkilometer. Einzig Marcel Fässler war noch nie in Japan.

Beide Mannschaften vertrauen erneut auf den Audi R18 e-tron quattro. Die Hitze in Bahrain galt als ultimativer thermischer Test für den ersten Hybrid-Sportwagen von Audi. Der dritte Saisonsieg des innovativen Prototyps vor einer Woche unterstreicht die Qualitäten der Konstruktion deutlich. Zur Freude vieler Sportwagen-Fans hat sich Toyota seit Juni zu einem besonders starken Gegner in der Langstrecken-Weltmeisterschaft entwickelt, der in Fuji auf der Heimstrecke antritt. Dagegen war Audi werksseitig noch nie in Japan am Start. Dennoch erfreut sich die Marke mit den Vier Ringen wachsender Unterstützung japanischer Rennsport-Fans. Sie begleiteten ein Rennen des Privatteams Goh in Suzuka in der Saison 2002 mit dem legendären LMP-Sportprototyp Audi R8 sowie kundenseitige Einsätze des GT3-Sportwagens Audi R8 LMS seit der vergangenen Saison.

Stimmen der Verantwortlichen & Fahrer

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef):
"Wir freuen uns auf das Rennen in Fuji. Es wird unter ganz anderen Bedingungen ablaufen als der vergangene Lauf. Statt der hohen Temperaturen und Wüstensonne erwarte ich gut zehn Grad weniger und wechselhafte Bedingungen. Zwei unserer Fahrer - André Lotterer und Benoît Tréluyer - haben extrem viel Erfahrung in Fuji. Ich hoffe, dass uns in Japan eine ähnlich starke Leistung gelingt wie in Bahrain."

Ralf Jüttner (Technischer Direktor Audi Sport Team Joest):
"Marcel Fässler, André Lotterer und Benoît Tréluyer kommen mit einem relativ komfortablen Vorsprung nach Japan. Wäre der Zieleinlauf in Bahrain für unsere Autos umgekehrt gewesen, dann wären unsere beiden Fahrermannschaften nur durch einen halben Punkt getrennt. Der Kampf bleibt spannend. André und Benoît kennen die Strecke gut, weil sie viele Jahre Erfahrung in Japan haben. Ich freue mich auf einen schönen Kampf unserer Autos und einen harten Wettbewerb mit Toyota."

Marcel Fässler (36/CH):
"Ich werde zum ersten Mal in Japan starten und habe schon viel von meinen Teamkollegen über dieses Land gehört. Die Rennstrecke kenne ich aber nur aus dem Simulator. Meine Teamkollegen André und Ben haben eine große japanische Fangemeinde. Auf das Ambiente und die japanische Kultur bin ich schon sehr gespannt."

André Lotterer (30/D):
"Fuji ist fast ein Heimrennen für mich, denn ich fahre seit fast zehn Jahren in Japan Rennen und starte dort noch immer in der Formel Nippon. Mein Teamkollege Benoît Tréluyer und ich haben dort sehr viele Fans. Die Japaner lieben Langstreckenrennen. Eine ganz besondere Situation entsteht dadurch, dass Ben und ich dort stets als Konkurrenten starteten und jetzt zusammen für Audi antreten. Das Rennen wird eine tolle Nummer."

Benoît Tréluyer (35/F):
"Meine Vorfreude auf Japan ist riesig. Ich werde ein wenig früher anreisen, um viele Bekannte und Freunde aus meiner Zeit als Rennfahrer in Japan zu treffen. In Fuji habe ich schon sehr viele Siege gefeiert. Zwei Jahre lang habe ich auch ganz in der Nähe der Strecke gewohnt. Ich kann es kaum abwarten, endlich wieder dort zu sein."

Tom Kristensen (45/DK):
"Ich liebe es, in Japan zu sein. Dort habe ich einen wichtigen Teil meiner Karriere verbracht. Von 1992 bis 1995 fuhr ich regelmäßig in Japan, sporadisch auch noch 1996. Mein Sportwagen-Debüt habe ich ebenfalls dort gefeiert, als Teamkollege von Eddie Irvine und Jacques Villeneuve. Und die 24 Stunden von Le Mans habe ich bereits einmal für das japanische Team Goh gewonnen. Ich fühle mich dem Land und seinen Menschen sehr verbunden und habe ihnen viel zu verdanken. Jetzt kehre ich mit Audi und dem Audi Sport Team Joest zurück nach Japan. Damals habe ich in Gotemba gewohnt, jetzt fahren wir in Fuji nur wenige Kilometer entfernt. Grundsätzlich kenne ich die Strecke, aber der umgebaute letzte Abschnitt ist auch für mich neu."

Ich erwarte bei den sechs Stunden von Fuji besonders großen Zuspruch der Fans. Die neue Streckenführung habe ich bereits kennengelernt.
Allan McNish

Allan McNish (42/GB):
"Ich habe als Rennfahrer schon viel Zeit in Japan verbracht, ob als Formel-1-Testfahrer in den Neunzigerjahren, später als Sportwagen-Fahrer oder dann erneut in der Formel 1. Ich erwarte bei den sechs Stunden von Fuji besonders großen Zuspruch der Fans. Die neue Streckenführung habe ich bereits kennengelernt, und zwar am Steuer eines Audi R8 V10. Die Strecke hat viel von ihrem traditionellen Charakter bewahrt. Der erste Teil ist schnell und flüssig, der letzte sehr technisch fordernd und schwierig mit überhöhten, aber auch abfallenden Kurven und generell einigen Höhenunterschieden. Dieser Streckenabschnitt kann das Rennergebnis stark beeinflussen, sowohl wegen der Fahrzeugabstimmung als auch durch den Zeitverlust bei Überrundungen. Das Wetter ist im Oktober in Fuji unberechenbar. Wenn es in dieser Bergregion regnet, dann sehr heftig."


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