WEC - McNish sagt goldene Sportwagen-Ära voraus

Enger Wettbewerb, aber auch Risiken

Allan McNish sieht eine goldene Ära für Le Mans voraus. Außerdem beschreibt er die Konsequenzen aus Fahrersicht, die er selbst zu spüren bekommen hat.
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Motorsport-Magazin.com - Mit Einführung der Endurance-Weltmeisterschaft für Sportwagen boomt die Szene der Prototypen: Neben Audi und Peugeot steigt Toyota 2012 werksseitig ein, Honda probt den Wiedereinstieg mit HPD und Porsche hat sich für 2014 angekündigt. Dazu gibt es eine freie Spielwiese für Hybridsysteme und ab 2014 ein neues Reglement, das die Effizienz in den Vordergrund rücken wird.

Als Fahrer will man immer um den größten Preis kämpfen, und jetzt haben wir diesen Titel!
Allan McNish

Das trifft den Nerv der Autohersteller. Audi-Werksfahrer Allan McNish ist voller Vorfreude und zeigt dies auf der Automesse in Birmingham: "2009 standen bei den 12 Stunden von Sebring 33 Autos am Start. Beim ersten Rennen der World Endurance Championship werden es 64 sein – fast doppelt so viele!" Er sagt außerdem, dass die große Andrang von Herstellern auf eine glorreiche Zukunft der Prototypen hinweise.

"Dass Toyota zurückkehrt, sind großartige Neuigkeiten", freut sich McNish auf seinen früheren Arbeitgeber. "Ich bin für sie gefahren, als sie das letzte Mal im Sportwagensport und in der Formel 1 gewesen sind, und sie werden alles dran setzen, den WM-Titel und Le-Mans-Sieg nach Japan zu holen."

Mehr Autos, mehr Risiken

In Le Mans wird künftig eine ganze Reihe von Herstellern um den Sieg kämpfen

Das Weltmeisterschafts-Prädikat hält McNish für besonders wichtig: "Die World Endurance Championship ist das, was alles zusammen bringt. Als Fahrer will man immer um den größten Preis kämpfen, und jetzt haben wir diesen Titel", scharrt der 42-jährige mit den Hufen. Um diesen werden 2012 drei Werksteams sowie das Semi-Werksteam HPD kämpfen.

Die große Quantität der Starterfelder birgt auch Risiken, wie McNish 2011 am eigenen Leib erfahren musste: "Beinahe doppelt so viel Verkehr bedeutet große Geschwindigkeitsunterschiede, vor allem in den Kurven." Manchmal handele es sich um unübersichtliche Situationen – fünf Autos zugleich in einer Kurve wie beim Petit Le Mans in Road Atlanta funktionieren nicht.

Es war viel schrecklicher, sich das anzusehen, als selbst beteiligt zu sein.
McNish über seinen Crash in Le Mans

"In Le Mans habe ich [Anthony] Beltoise im Ferrari übersehen und er mich, und das erste, was ich wusste, war, dass ich nun rückwärts durch den Kies schoss. Ich hatte überhaupt keinen Plan, keine Idee, was ich getroffen haben soll. Ich kann Anthony keinen Vorwurf machen: Er hat alles richtig gemacht und ich dachte, ich auch."

Der Schock kam erst durch Youtube

Der enge Wettbewerb mit Audi fördere die Gefahren: "Die Unterschiede auf eine Runde hochgerechnet belaufen sich auf weniger als eine Zehntelsekunde", rechnet McNish anhand der Ergebnisse aus Sebring 2008, 2009 und Le Mans 2011 vor. "Wenn man vier Mal im Verkehr gewartet hat, hat man Le Mans verloren. Mit den neuen Hersteller ergäben sich Starterfelder außerhalb der Norm, und er freue sich auf weitere große Schritte nach vorne in den nächsten Jahren.

Seinen Le-Mans-Unfall hat er sich noch einmal auf Youtube angesehen: "Den Morgen nach dem Unfall habe ich mir das angeschaut und da gab es Listen über Listen mit Videos und Millionen Menschen, die es sich angeschaut haben. Es war viel schrecklicher, sich das anzusehen, als selbst beteiligt zu sein." Auch in Sachen Sicherheit ist der Prototypensport also auf einem guten Weg.


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