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VLN - Marc VDS gewinnt Krimi in der Eifel

Packende Schlussphase

Turbulente Anfangsphase, Massencrash und ein packendes Finale: Maxime Martin und Nick Catsburg haben ein spannendes VLN-Rennen auf dem Nürburgring gewonnen.
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Motorsport-Magazin.com - Maxime Martin und Nick Catsburg haben den siebten Lauf der VLN, den 45. ADAC Barbarossapreis, gewonnen. Das Duo im BMW Z4 GT3 von Marc VDS überquerte nach 28 Runden als Erster die Ziellinie. Patrick Huismann, Klaus Abbelen, Sabine Schmitz und Patrick Pilet wurden im Frikadelli-Porsche Zweite. Rudi Adams und Arno Klasen (Dörr Motorsport) komplettierten das Podium und feierten damit den ersten Podestplatz des McLaren.

Im morgendlichen Zeittraining war es hingegen noch Uwe Alzen, der seinen BMW nicht nur auf die Pole-Position stellte, sondern in 8:01.069 Minuten auch einen neuen Qualifying-Rekord in der VLN aufstellte. Dahinter folgte der Manthey-Porsche von Jochen Krumbach, Marco Holzer und Lucas Luhr. Von Rang drei ging der Frikadelli-Porsche von Patrick Huismann, Klaus Abbelen, Patrick Pilet und Sabine Schmitz ins Rennen.

Der BMW Z4 von Uwe Alzen stand auf Pole - Foto: Patrick Funk

Der Start des Rennens verlief für Uwe Alzen bereits alles andere als erwünscht. Schon auf der Start-Ziel-Geraden zog der Manthey-Porsche mit Jochen Krumbach am Steuer am BMW vorbei, wenige Kurven später kassierte auch Patrick Huismann (Frikadelli Racing) den Polesitter. Doch auch die Konkurrenz blieb nicht verschont. In der Warsteiner-Kurve drehte sich Klaus Koch im Mercedes SLS von Car Collection von der Strecke. Zwar konnte das Rennen anschließend wieder aufgenommen werden, der Flügeltürer verlor jedoch viel Zeit und fiel aus den Top-Platzierungen heraus.

Turbulente Anfangsphase

In der Spitzengruppe entfachte unterdessen ein heißer Kampf um die Führung. Nach der ersten Runde hatte Huismann den Frikadelli-Porsche in Front gebracht, dicht gefolgt vom Alzen-Z4 und dem Manthey-Porsche von Jochen Krumbach. Der ROWE-SLS von Jan Seyffarth, Michael Zehe und Marko Hartung lag auf der vierten Position und damit unmittelbar in Schlagdistanz zur Spitze. Die beiden BMW Z4 von Marc VDS und der Audi R8 von Twin Busch Motorsport hielten sich in Respektabstand.

Doch auch diese Reihenfolge währte nicht lange: Während der Frikadelli-Porsche die Führung weiter verteidigte, ging es dahinter drunter und drüber. Nicht nur Jan Seyffarth schob sich an Uwe Alzen vorbei, auch Henri Moser (Marc VDS) schnappte sich den BMW-Piloten. Jochen Krumbach steuerte seinen Manthey-Porsche nach der zweiten Runde hingegen bereits in die Box. Wenig später kamen auch die beiden ROWE-SLS sowie die BMW von Marc VDS und Uwe Alzen in die Box. Lediglich der Frikadelli-Porsche drehte weiter seine Runden und verteidigte damit zunächst die Führung.

Kühlwasser sorgt für Massencrash

Mit Ablauf der ersten Rennstunde folgte der erste Schock des Rennens: im Bereich Eschbach gab es einen heftigen Unfall bei dem gleich mehrere Fahrzeuge beteiligt waren, darunter auch der Polesitter-BMW von Uwe Alzen, der Pinta-Porsche sowie der BMW Z4 GT3 von Bas Leinders und Henri Moser (Marc VDS). Alle Piloten blieben glücklicherweise unverletzt, konnten das Rennen aber nicht fortsetzen. Schuld an dem Debakel war der GetSpeed-Porsche von Adam Osieka, Steve Jans und Dominik Brinkmann. Nach einer Berührung mit dem Cup-Porsche von Teichmann Racing verlor der Zuffenhausener Kühlwasser und zog eine rutschige Spur, die den Piloten zum Verhängnis wurde.

Der GetSpeed-Porsche löste einen Massencrash aus - Foto: Patrick Funk

An der Spitze des Feldes hatte sich das Blatt unterdessen gewendet. Nach dem Stopp bei Frikadell Racing übernahm der Manthey-Porsche von Jochen Krumbach, Lucas Luhr und Marco Holzer wieder die Führung. Dahinter sortierten sich Zehe, Hartung und Seyffarth (ROWE Racing) vor dem verbliebenen BMW von Marc VDS ein. Der Frikadelli-Porsche fiel auf die vierte Position zurück. Twin Busch Motorsport und der Ford GT von Jürgen Alzen komplettierten die vorläufigen Top-Sechs. Für den ROWE-SLS von Jan Seyffarth, Marko Hartung und Michael Zehen lief es jedoch nicht wie gewünscht: ein Reifenschaden bremste das Trio aus. Still und heimlich schob sich im Verlauf der ersten beiden Stunden der McLaren von Dörr Motorsport nach vorne. Rudi Adams und Arno Klasen belegten zwischenzeitlich die sechste Position.

Aufgrund der Boxenstopps wechselte die Führungsposition anschließend immer wieder zwischen den unterschiedlichen GT3-Fahrzeugen von BMW, Porsche und Mercedes. Der Audi R8 von Twin Busch Motorsport hielt sich zwar in Schlagdistanz zur Spitze, lag jedoch zu keinem Zeitpunkt des Rennens in Führung. Der verbliebene BMW Z4 von Marc VDS gab jedoch Gas: Maxime Martin und Nick Catsburg fuhren sich souverän in Führung, ehe ein Ausritt wertvolle Zeit kostete. Und auch der SLS von Seyffarth/Arnold rutschte im Stefan-Bellof-S neben die Strecke, blieb jedoch ohne Beschädigungen.

Doch Maxime Martin gab nicht auf. Der Belgier drehte eine schnelle Runde nach der anderen und fuhr rund zehn Sekunden schneller als der führende Manthey-Porsche von Jochen Krumbach, Lucas Luhr und Marco Holzer. Als dieser rund eine Stunde vor Ende zum Boxenstopp kam und der auf dem zweiten Platz liegende ROWE-SLS von Seyffarth und Arnold eine Rennrunde abgezogen bekam, übernahm Martin sogar die Führung. Auch der Ford GT von Jürgen Alzen bekam einen Zeitzuschlag von einer Minute.

Herzschlagfinale am Ring

Als Martin seinen BMW Z4 GT3 wenig später zum Stopp in die Box brachte, übernahm Frikadelli Racing - zumindest kurzzeitig - die Führung. Auf der Nordschleife hatte sich die schnellste Frikadelle der Welt an die Spitze gesetzt, wurde jedoch auf dem GP-Kurs wieder vom Manthey-Porsche überholt. Auf Rang drei lag zu diesem Zeitpunkt der Audi R8 von Marc und Dennis Busch. Doch auch diese Positionen waren rund 30 Minuten vor dem Ende noch nicht bezogen. Nicht nur der Frikadelli-Porsche musste noch einmal zum Stopp an die Box, auch der Busch-R8 steuerte zu einem Splash-and-Dash die Mannschaft an.

Der Busch-R8 rollte wenige Meter vor dem Ziel aus - Foto: Patrick Funk

Während der Manthey-Porsche die Führung hielt, rutschte der BMW Z4 von Maxime Martin und Nick Catsburg (Marc VDS) auf die zweite Position nach vorne. Dahinter entbrannte ein Kampf um den letzten Podestplatz. Während der Busch-R8 verzweifelt versuchte sich zu verteidigten, kam der Frikadelli-Porsche näher und näher. Und auch an der Front spitzte sich die Lage weiter zu. Maxime Martin fuhr rund elf Sekunden schneller als der führende Manthey-Porsche. Doch es kam noch bitterer für die Sieger des vergangenen Rennens. Ein Defekt in der vorletzten Runde des Rennens kostete womöglich die Wiederholung des Erfolgs.

Den Sieg erbten Maxime Martin und Nick Catsburg im BMW Z4 GT3 von Marc VDS. "Klar hatten wir am Schluss etwas Glück", räumte der Belgier Martin ein. "Aber wir hatten ein gutes Rennen und haben uns den Sieg verdient. Der BMW lief perfekt, unsere Strategie war super und vor allem muss ich meinem Teampartner Nick ein großes Lob aussprechen, der bei seinem Nordschleifen-Debüt eine wirklich starke Leistung gezeigt hat." Für Marc VDS und die beiden Piloten war es der erste Sieg in der Langstreckenmeisterschaft, für BMW Gesamtsieg Nummer 35 in der Geschichte der Breitensportserie.

Auch Twin Busch Motorsport erwischte es noch einmal: Die Busch-Brüder verloren nicht nur die zweite Position an den Frikadelli-Porsche von Patrick Huismann, Klaus Abbelen, Sabine Schmitz und Patrick Pilet, der Audi R8 rollte wenige Meter vor der Ziellinie sogar aus - das Team verkalkulierte sich bei der Spritmenge. Arno Klasen und Rudi Adams erreichten im Dörr-McLaren somit das Podest. Der ROWE-SLS von Jan Seyffarth, Michael Zehe und Marko Hartung verunfallte in der letzten Runde im Pflanzgarten II.

Der BMW lief perfekt, unsere Strategie war super und vor allem muss ich meinem Teampartner Nick ein großes Lob aussprechen
Maxime Martin

"Einfach super", freute sich Sabine Schmitz. "Wir sind mit Platz zwei sehr zufrieden; unser Porsche lief wie ein Uhrwerk." Teamgefährte Huisman lobte vor allem die Performance von Abbelen, der mit schnellen Rundenzeiten einen großen Teil zum Erfolg beigetragen hat: "Klaus ist einen tollen Stint gefahren. Er hat sich in den vergangenen Rennen extrem gesteigert."

Große Erleichterung auch bei Klasen, der den ersten Podestplatz für Dörr-Motorsport als große Genugtuung empfand: "Das gesamte Team hat trotz vieler Rückschläge immer an das Projekt geglaubt und erntet nun den ersten großen Erfolg. Manchmal muss man einfach auch Glück haben - und Pech hatten wir nun wirklich genug. Um zur Spitze aufzuschließen, müssen wir noch ein paar Schritte machen, aber dieses Ergebnis wird jetzt erst einmal richtig gefeiert."

Der Ford GT von Jürgen Alzen und Artur Deutgen wurde Vierter, gefolgt vom Ferrari F458 GT3 von GT Corse und dem Haribo-Porsche mit Mike Stursberg und Hans-Guido Riegel. Christian Menzel und Wolfgang Kohler, die den Cup-Porsche von Manthey Racing beim vergangenen Rennen noch auf das Podest stellten, erreichten vor dem Wochenspiegel-Porsche den siebten Platz.


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