Superbike - Ducati vollmundig: Superbike-Titel 2017 muss her

Alle Zutaten für eine erfolgreiche WSBK-Saison beisammen

Das Beste oder Nichts. Mit diesem Motto startet Ducati in die WSBK 2017. Chaz Davies in Top-Form und eine weiterentwickelte Panigale sollen den Titel bringen.
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Motorsport-Magazin.com - Ducati hat in der Motorradsport-Saison 2017 offenbar Großes vor. Schon beim MotoGP-Launch am 20. Januar in Bologna wurde ganz offen das Wort "Titelgewinn" in den Mund genommen. Mit dem gleichen Anspruch wurde nun auch das Superbike-Werksteam der Roten präsentiert. Chaz Davies und Marco Melandri sollen die bildhübsche Panigale R endlich zum heiß ersehnten WM-Triumph führen. Auch die Fahrer sprachen vom Titel, doch die Chefetage übertraf sich förmlich mit großspurigen Ankündigungen.

Ducati kennt für die Superbike-WM 2017 nur ein Ziel

Das Ziel ist es, am Ende des Jahres die Meisterschaft zu gewinnen.
Gigi Dall'Igna

"Das Ziel ist es, am Ende des Jahres die Meisterschaft zu gewinnen", forderte General Manager Gigi Dall'Igna ohne Umschweife von seiner WSBK-Abteilung. "Das war schon 2016 unser Ziel, aber wir haben es nicht erreicht. Obwohl es ein wirklich unglaubliches Jahr für Ducati war, war das nicht genug. Wir müssen besser ins Jahr starten", übt Dall'Igna auf sein Fahrer-Duo schon mächtig Druck aus. Zur Erinnerung: Davies gewann 2016 erst die Saisonrennen fünf und sechs in Aragon mit seiner Ducati Panigale R.

Aruba.it-Ducati: Die Präsentation 2017 in voller Länge: (51:04 Min.)

Doch durch seinen Sturz im zweiten Lauf beim Auftakt auf Phillip Island sowie die frühe Siegesserie von Jonathan Rea geriet der Waliser von Anfang an ins Hintertreffen. Unterstützung erfährt Dall'Igna von Paolo Ciabatti. Der Sportdirektor selbst spricht auch offen vom Titelgewinn, selbst wenn er dieses Wort vermeidet: "Unser Ziel ist für alle von uns sehr ambitioniert. Aber ich denke, wir alle teilen dieses eine Ziel. Wir sind überzeugt davon, die richtigen Instrumente und die richtigen Fahrer zu haben, um in Zukunft erfolgreich zu sein."

Stetige Entwicklung bei der WSBK-Panigale

Mit den richtigen Instrumenten meint Ciabatti auch die Panigale selbst. Es dauerte einige Jahre, ehe aus der roten Schönheit auch ein regelmäßiges Siegerbike wurde. Das Motorrad hat über die Jahre eine beachtliche Entwicklung genommen. Den letzten Titel für die in der WSBK erfolgsverwöhnten Ducatisti holte Carlos Checa 2011 nämlich noch auf der 1098R. 2013 brachte man die Panigale R, fuhr jedoch anfangs nur hinterher. Ein einziger dritter Platz durch Ayrton Badovini stand in der Premieren-Saison der Panigale zu Buche. Kein einziger Ducati-Pilot erreichte die Top-10 des WM-Klassements.

2015 in Aragon fuhr Chaz Davies den ersten Sieg der Ducati Panigale ein - Foto: Ducati

2014 steigerte man sich, Chaz Davies und Davide Giugliano erreichten zusammen drei zweite und drei dritte Plätze. Der erste Sieg folgte durch Davies 2015 im Motorland Aragon. In jenem Jahr wurde der Mann aus Wales mit insgesamt fünf Saisonsiegen auch WM-Zweiter hinter Jonathan Rea. Im vergangenen Jahr verpasste Davies den Vize-Titel nur, weil Rea in der letzten Runde Tom Sykes aus freien Stücken heraus noch vorbei ließ. An Davies' elf Rennsiege in 2016 kam allerdings keiner heran. Für den Titel fehlt also nur noch eines: Konstanz. Dafür wurde das Bike in vielen kleinen Details weiterentwickelt.

Wir transportieren viele Ideen aus der MotoGP weiter in das Superbike.
Gigi Dall'Igna

"Wir haben bei unserer größten Schwäche begonnen, dem Topspeed. Dazu haben wir den Motor leicht modifiziert, an der Ergonomie und der Aerodynamik gearbeitet und uns auch die Elektronik und die Motorbremse angeschaut", zählt Superbike-Projektleiter Ernesto Marinelli auf. Auch die hydraulischen Settings und der Auspuff hätten sich leicht verändert, erklärte Marinelli während der Präsentation. Eines war der Ducati-Chefetage bei der Weiterentwicklung der WSBK-Panigale ebenfalls wichtig, wie Gigi Dall'Igna andeutet: "Ich möchte die Synergie zwischen MotoGP und Superbike herausstreichen. Wir transportieren viele Ideen aus der MotoGP weiter in das Superbike."

Chaz Davies und Davide Giugliano - Bilanz mit der Ducati Panigale R:

Kat. Davies Giugliano
Siege ('14 / '15 / '16) 0 / 5 / 11 0 / 0 / 0
Podien ('14 / '15 / '16) 4 / 18 / 17 2 / 3 / 5
Punkte ('14 / '15 / '16) 215 / 416 / 445 181 / 119* / 197
Poles ('14 / '15 / '16) 0 / 1 / 2 2 / 2 / 0
WM-Pos. ('14 / '15 / '16) 6. / 2. / 3. 8. / 11. / 7.

*Giuglianos Ersatzmänner Bayliss, Fores, Pirro und Scassa holten zusätzlich 91 Punkte

Davies und Melandri: Zwei Sieg-Fahrer für Ducati

Mittlerweile fühle ich mich wie eins mit dem Motorrad.
Chaz Davies

Auf der Fahrerseite verfügt man mit Chaz Davies und Marco Melandri über zwei ausgewiesene Sieg-Fahrer in der Superbike-WM. "Chaz ist eine wahre Ikone bei Ducati. Er ist wirklich sehr wichtig für uns, er hat als Einziger auf der Panigale gewonnen. Für Ducati ist er von großem Wert", lobt Gigi Dall'Igna den WM-Zweiten von 2015. Davies selbst fühlt sich nach drei Jahren mit der Panigale inzwischen pudelwohl auf seinem Bike. "Jedes Jahr, in jedem Rennen, hat sich das Bike immer besser angefühlt, und mittlerweile fühle ich mich wie eins mit dem Motorrad", bekennt Davies und sendet damit gleichzeitig eine Kampfansage an die Konkurrenz hinaus.

Dass an Davies so kaum ein Weg vorbei führt, ist auch Melandri bewusst: "Ich denke, es wird sehr schwer werden, Chaz zu schlagen. Aber ich würde auch sagen, wir werden unser Bestes geben um das gemeinsame Ziel zu erreichen." Melandri ist also auch gewillt, seinen eigenen Beitrag zu leisten und nicht nur den Wasserträger für Davies zu spielen. Auch Gigi Dall'Igna sieht seinen Landsmann nicht auf verlorenem Posten: "Er hat überall gewonnen, wo er gefahren ist. Vor einigen Jahren haben wir eine Meisterschaft zusammen gewonnen und ich wünsche mir sehr, dass wir wieder zusammen gewinnen können."

Superbike-Konkurrenz wird härter

Ducati will die Konkurrenz 2017 endlich hinter sich lassen - Foto: WSBK
Ich denke, es wird alles andere als einfach. Wir kennen natürlich unsere Gegner.
Paolo Ciabatti

Doch ob all diese Ziele für 2017 realisierbar sind, lässt sich noch nicht sagen. Schließlich legt auch die Konkurrenz zu. Honda und Kawasaki bringen neue Bikes in die WM und Yamaha verfügt nun über ein Jahr Erfahrung mit der R1. "Ich denke, es wird alles andere als einfach. Wir kennen natürlich unsere Gegner. Wir wissen, dass sie sehr stark sind, daher haben wir noch einiges vor uns", schränkt Paolo Ciabatti daher ein. Mit weniger als dem Titel geben sich die Roten allerdings trotzdem nicht zufrieden. Die Weichen dafür sind jedenfalls gestellt.


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