Superbike - Davies fliegt zum Doppelsieg in Jerez

Titelentscheidung auf Katar vertagt

Dominante Vorstellung von Chaz Davies - wieder einmal. Der Brite gewann in Jerez auch Rennen zwei und ließ den Kawasaki-Piloten keine Chance.
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Motorsport-Magazin.com - Mit einer an Dominanz kaum zu überbietenden Solofahrt hat Chaz Davies seinen Doppelsieg in Jerez perfekt gemacht. Der Ducati-Pilot setzte sich in Runde eins an die Spitze des Feldes und fuhr den Verfolgern sofort davon. Jonathan Rea wurde Zweiter, da Teamkollege Tom Sykes jedoch auf Rang drei landete, ist die Entscheidung in der Weltmeisterschaft auf das Finale in Katar vertagt.

WSBK Jerez, Rennen 2: Die Schlüsselszene

Wenige Kurven waren erst gefahren, als Chaz Davies den Führenden Tom Sykes angriff und das bereits rennentscheidende Überholmanöver setzte. Von diesem Moment an fuhr der Brite auf und davon und ließ eine chancenlose Konkurrenz zurück.

WSBK Jerez, Rennen 2: Der Rennfilm

Start: Tom Sykes verteidigte seine Führung am Start während Jonathan Rea seinen zweiten Platz an Chaz Davies abgeben musste. Nicky Hayden und Alex Lowes folgten dahinter.

1. Runde: Bereits nach wenigen Kurven setzt sich Davies wieder an die Spitze und schickt sich an, seinem Sieg des Vortages einen weiteren folgen zu lassen. In Kurve acht gibt es mit Peter Sebestyen das erste Sturzopfer.

2. Runde: Davies setzt sich leicht von den grünen Kawasaki-Verfolgern ab. Hinter dem Drittplatzierten Rea tut sich eine kleine Lücke Richtung Nicky Hayden auf.

3. Runde: Während Ducati-Rakete Davies sich mit Hammer-Zeiten an der Spitze zu verabschieden versucht, kann sich Sykes gegen seinen Teamkollegen erwehren. Leon Camier schmiss seine MV Agusta dagegen ins Kies.

4. Runde: Der nächste Sturz: Alex de Angelis landet im Kies. Markus Reiterberger hat sich inzwischen auf den elften Platz nach vorne gearbeitet.

5. Runde: Davies hält seinen Vorsprung auf Sykes bei rund einer Sekunde. Michael van der Mark - inzwischen Achter - versucht sich nach vorne zu arbeiten.

7. Runde: Sykes kann das Tempo von Spitzenreietr Davies nicht mitgehen und liegt inzwischen 2,1 Sekunden zurück. Van der Mark hat derweil einen Weg an Xavi Fores vorbei gefunden.

8. Runde: Schreckmoment zwischen Fores und Jordi Torres. Der BMW-Pilot schnappt sich seinen spanischen Landsmann. Dieser blickt sich noch überrascht um, nachdem es beinahe eine Kollision gegeben hat.

9. Runde: Für Fores ist das Rennen wenige Meter später beendet. Er ist gestürzt und muss aufgeben.

10. Runde: Rea hat auf Rang drei genug von der langsamen Fahrt seines Teamkollegen und setzt sich in Kurve fünf vorbei auf Rang zwei.

12. Runde: Rea kann sich von Sykes nicht absetzen, während Davies an der Spitze das Geschehen mit vier Sekunden Vorsprung kontrolliert. Van der Mark ist an Alex Lowes vorbei und liegt nun auf Platz sechs.

15. Runde: In ihrem Kampf untereinander ermöglichen die beiden Kawasaki-Piloten dem hinter ihnen liegenden Nicky Hayden, die Lücke von etwa 1,5 Sekunden langsam zu schließen. Markus Reiterberger ging in Kurve vier zu weit und verlor einige Plätze.

18. Runde: Hayden hat den Anschluss an Sykes und Rea geschafft. Ein Dreikampf für die letzten zweieinhalb Runden steht an.

Ziel: Chaz Davies beendete einen dominanten Auftritt mit schlussendlich 5,8 Sekunden Vorsprung. Jonathan Rea verteidigte seinen zweiten Platz vor Tom Sykes. Damit ist die Titelentscheidung bei 48 Punkten Differenz zwischen Rea und Sykes auf Katar verschoben. Nicky Hayden belegte Rang vier vor Sylvain Guintoli, Michael van der Mark und Alex Lowes. Jordi Torres kam als Achter ins Ziel, gefolgt von Anthony West und Lorenzo Savadori. Die Punkte komplettierten Roman Ramos, Joshua Brookes, Davide Giuliano, Markus Reiterberger und Gianluca Vizziello.

WSBK Jerez, Rennen 2: So erging es Marcus Reiterberger und Dominic Schmitter

Von Rang 13 aus gestartet lag Marcus Reiterberger lange auf Rang elf, ehe ein schwerer in Runde 15 fast 20 Sekunden kostete und den BMW-Fahrer auf Rang 14 zurückwarf. Dominic Schmitter war abseits der Kameras ganz am Ende des Feldes unterwegs. Beinahe überrundet, kam Schmitter über anderthalb Minuten nach Davies ins Ziel. Auf der Strecke ließ der Schweizer immerhin Karel Pesek hinter sich.

Die Stimmen vom Podium

Chaz Davies (Sieger, Ducati): In der Sommerpause habe ich Bier getrunken und Nachos gegessen. Nun bin ich hier. Nein, Spaß. Wir haben viel getestet und haben etwas für das Bike gefunden, das mir geholfen hat, das Bike so zu fahren, wie ich es möchte. Und das ist das Resultat. Seit der Sommerpause fliegen wir regelrecht, fünf Siege aus sechs Rennen ist unfassbar. Großen Dank an das Team, denn ihnen ist es zu verdanken. Sie arbeiten immer weiter, hören nicht auf, auch in Bologna. Vielen Dank an Ducati.

Jonathan Rea (Zweiter, Kawasaki): 48 Punkte Vorsprung sind toll. Hier mussten wir kämpfen. Um ehrlich zu sein habe ich mich auf dieser Strecke nicht so wohlgefühlt. Zweimal auf dem Podium zu stehen ist daher gut. Der Abstand zu Chaz und Ducati macht uns etwas Sorgen. In Katar aber werden wir es mit Sicherheit genießen können, ich hatte dort letztes Jahr ein tolles Rennen. Trotz Chaz' derzeitiger Form können wir mit 48 Punkten Vorsprung etwas relaxen und den Titel dort perfekt machen.

Tom Sykes (Dritter, Kawasaki): Die 48 Punkte sind schon enorm. Wir müssen schauen, dass wir die Lücke zu Chaz wieder schließen. Er schafft es, einen gewisse Aggressivität an den Tag zu legen vom Start bis ins Ziel. Uns gelingt das derzeit nicht. Platz drei war heute das Beste, was möglich war. Es war in einigen Bereichen schwer, das Bike bei sich zu halten. Aber wir haben das Rennen beendet und müssen nun schauen, dass wir stärker werden.

WSBK Jerez, Rennen 2: Die Lehren aus dem Rennen

  • Chaz Davies dominiert beide Rennen in Jerez
  • Ducati-Pilot feiert zweiten Doppelerfolg in Folge nach Magny-Cours
  • Mit neun Saisonsiegen zieht Davies mit Rea gleich
  • Titelentscheidung in der Superbike-WM ist auf Katar verschoben

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