Superbike - WSBK Jerez 2016: Die Vorschau

Wird Rea erneut in Spanien Weltmeister?

Jonathan Rea könnte in Jerez seinen WM-Titel dingfest machen. Wird es dem Kawasaki-Piloten gelingen oder macht Sykes ihm einen Strich durch die Rechnung?
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Motorsport-Magazin.com - Im vergangenem Jahr fuhr Jonathan Rea in Jerez de la Frontera seinen zweiten WM-Titel ein, zwei Wochenenden vor dem Saisonfinale. Ein Jahr später ist der Nordire wieder in einer ähnlich komfortablen Lage. Rea muss das Wochenende nur mit zwei Punkten mehr als Teamkollege und WM-Zweitplatzierten Tom Sykes beenden, dann ist ihm der WM-Titel sicher. Doch wie stehen die Chancen für Rea, dieses Ziel zu erreichen?

Rea vs. Sykes: Ein Blick in die Vergangenheit

Zwei schmale Punkte braucht Rea, um sich im WM-Kampf gegen Sykes durchzusetzen. Aktuell führt der Kawasaki-Pilot mit 426 Punkten auf seinem Konto die Weltmeisterschaften um 48 Zähler vor Sykes an. Seine Führung ist also komfortabel, ausruhen kann Rea sich aber nicht, will er den Titel erneut in Jerez holen. Das beste Pflaster war die Strecke in Südspanien für den Kawasaki-Piloten 2015 aber nicht. In beiden Läufen landete Rea nur auf dem vierten Rang - Rivale Sykes konnte das erste Rennen dabei sogar für sich entscheiden.

Wir haben den Luxus, ohne jeden Zwang zu fahren.
Chaz Davies

In Rennen zwei landete Sykes dann zwar hinter Rea auf Rang fünf, ein identisches Ergebnis würde in diesem Jahr aber nicht reichen, um aus Rea einen zweifachen WSBK-Weltmeister zu machen. Rea würde mit denselben Resultaten war die WM weiterhin vor Sykes anführen, würde dieser aber beim Saisonfinale in Katar beide Rennen gewinnen, während Rea beide Events mit einem Nuller beendet, so würde Sykes mit 12 Punkten Vorsprung Weltmeister werden. Es liegt also reichlich Arbeit vor Rea und seinem Team, um die WM-Chancen seines Teamkollegen auf null zu senken. Dementsprechend realistisch gibt sich Rea auch: "Wenn wir einen guten Job machen, können wir schon in Jerez Weltmeister werden. Das wird aber nicht leicht, weil Tom und Chaz in letzter Zeit sehr stark waren."

Chaz Davies: Ducati als Verfolger

Der erste Verfolger der Kawasaki-Piloten ist Chaz Davies. Mit aktuell 345 WM-Punkten fehlten dem Ducati-Fahrer 33 Zähler auf Sykes und ganze 81 Punkte auf Jonathan Rea. Ein Angriff auf die WM-Spitze ist für Davies somit in weite Ferne gerückt, die Erinnerungen an die letzten Rennen sprechen aber eher für Davies, als für Sykes und Rea. In Magny-Cours ließ er Rea und Sykes, sowie Honda-Pilot Michael van der Mark, hinter sich und krallte sich den Doppelsieg. Auch in Jerez sieht Davies' Statistik besser aus als die des Kawasaki-Duos. In beiden Rennen landete der Brite auf dem Podium, was 2015 weder Sykes noch Rea gelang. Zudem entschied er den zweiten Lauf auch noch für sich, während das Kawasaki-Duo auf den Rängen vier und fünf dümpelte. Nimmt Davies diese Motivation aus naher und ferner Zukunft mit nach Jerez, könnte er zumindest Sykes gefährlich werden. Die Flinte hat Davies nach eigenen Aussagen jedenfalls noch nicht ins Korn geworfen: "Wir haben den Luxus, ohne jeden Zwang zu fahren. Wir haben viele Gründe, selbstsicher zu sein, vor allem nach unserem Doppelsieg in Magny-Cours."

Markus Reiterberges Tests in Jerez liefen gut - Foto: Althea

Reiterberger & Co.: Die Chancen für den Rest des Feldes

Für den Rest des Feldes gilt es ab jetzt, die derzeitige Position in der WM-Tabelle zu halten. Viertplatzierter van der Mark liegt allein 111 Punkte hinter Davies, der Rückstand auf Rea liegt bei 192 Zählern. Der Niederländer muss sich in Jerez also eher auf Verfolger und Teamkollege Nicky Hayden konzentrieren, der in der WM 32 Punkte hinter ihm liegt. Für Hayden ist die Strecke WSBK-Neuland, van der Mark konnte 2015 immerhin in einem Rennen aufs Podium fahren. Doch auch Hayden muss aufpassen. Ducati-Pilot Davide Giugliano wurde in dieser Saison zwar vom Pech verfolgt, liegt aber auch nur acht Zähler hinter dem Amerikaner.

BMW-Pilot Markus Reiterberger liegt derweil relativ souverän auf Rang 16 in der Gesamtwertung. Seinen direkten WM-Verfolger Karel Abraham sollte er mit 39 Punkten Abstand gut im Griff haben. Vor allem das Wetter und die bisherigen Testfahrten geben Reiterberger ein gutes Gefühl. "Wir haben auf dieser Strecke normalerweise gutes Wetter, das ist gut für uns", erklärt der Deutsche. "Die Vorsaison-Tests hier liefen gut für uns, wir waren dicht an der Spitze. Deshalb hoffe ich, dass wir dieses Wochenende eine gute Performance abliefern können."


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