Superbike - Die Analyse zum ersten Rennwochenende

Phillip Island rockt

Bevor die ganze Action schon wieder vorbei ist, blickt Motorsport-Magazin.com noch einmal genau auf die Tops und Flops vom Superbike-Auftakt in Australien.
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Motorsport-Magazin.com - Das lange Warten hatte endlich ein Ende: Am Wochenende begann die Superbike-Saison wie gewohnt auf Phillip Island. Schon bei den Testfahrten und in den Trainings auf der Insel zeigten sich die üblichen Verdächtigen stark, doch besonders fielen Michel Fabrizio und Leon Camier mit ihren guten Leistungen auf.

Jetzt müssen wir aber an der RSV4 dranbleiben
Marco Melandri

Was noch auffiel waren fast so viele Stürze und Verletzte wie im Vorjahr beim Vorsaisontest - die dieses Mal allerdings dem neuen Asphalt zugeschrieben werden durften. Vor dem Rennsonntag stand definitiv fest: 2013 wird es erneut mehrere Titelanwärter, harte Kämpfe und Überraschungen geben. Dass jetzt weitere sieben endlos erscheinende Wochen des Wartes bis zur zweiten Runde auf dem Plan stehen, blenden wir einmal aus und widmen uns ganz den Sensationen des ersten Rennwochenendes.

Abräumer des Wochenendes

Gewinner des Wochenendes war definitiv Aprilia. Nicht nur dank der überragenden Siege von Sylvain Guintoli und Eugene Laverty, sondern auch durch einen - schon in den Trainings extrem starken - Michel Fabrizio im privaten Red Devils Roma Team. Wie Marco Melandri richtig feststellte, gibt es für alle anderen Teams eine Menge Aufholbedarf: "Jetzt müssen wir aber an der RSV4 dranbleiben, die stärker zu sein scheint als unsere Maschine." Allein in der Herstellerwertung legte Aprilia zum Auftakt schon gut vor. Max Biaggis Erbe ist also angetreten.

Pechvogel des Wochenendes

Gut, Ayrton Badovini konnte gar nicht erst antreten, aber der Pechvogel Nummer eins war dennoch Carlos Checa. Nachdem der Weltmeister von 2011 die inoffiziellen Testfahrten schon mit einer Magenverstimmung auslassen und viel Kritik über die Panigale 1199 einstecken musste, setzte er mit der Pole-Position am Samstagnachmittag ein erfreuliches Zeichen. Doch zu früh gefreut, denn schon im ersten Rennen flog er heftig ab, wurde mit dem Helikopter nach Melbourne ins Krankenhaus gebracht und musste den zweiten Lauf demnach auch auslassen. Erste Neuigkeiten vermeldeten glücklicherweise, dass sich der Spanier nicht ernsthaft verletzt hatte, obwohl er eine schwere Gehirnerschütterung erlitt, einige Minuten bewusstlos war und die nächsten 24 Stunden zur Beobachtung im Krankenhaus verbringen muss.

Am Sonntag fiel Sam Lowes dann nichts mehr ein - Foto: Yakhnich Motorsport

Überraschung des Wochenendes

An Überraschungen mangelte es kaum: Begonnen bei den Trainings- und Qualifikationsbestzeiten von Fabrizio über Checas Pole auf der Panigale bis hin zu einem starken Debüt von Jules Cluzel. Wenn man einen Blick über den WSBK-Tellerrand wirft sollte Kenan Sofuoglus Sieg in der Supersport-Klasse aber zu den größten Sensationen zählen. Nachdem Sam Lowes mit teilweise über einer Sekunde durchweg dominiert hatte, gelang es dem Kawasaki-Fahrer am Sonntagmorgen schließlich das richtige Setup zu finden, das ihm am Ende sogar zum Sieg verhalf.

Kämpfer des Wochenendes

Die besten Kämpfe lieferte die Supersport-Klasse, da Lowes und Sofuoglu sich in kaum einer Kurve, geschweige denn auf der Geraden aus den Augen ließen und spannende Überholmanöver boten. Starke Fights um den Sieg gab es aber auch zwischen den drei Aprilia-Piloten und Melandri in der Superbike. Beachtenswert waren allerdings die Fahrer, die trotz teils schwerer Verletzungen starke Ergebnisse erzielten. Melandri kämpfte mit seiner schmerzenden Schulter bis zum Podest, Tom Sykes nahm trotz gebrochener Speiche im linken Unterarm eine Menge Punkte mit nach Hause, Cluzel musste nach einem Sturz beim Test genäht werden, zeigte aber trotzdem ein solides Debüt, auch Baz und Rea bissen sich nach Verletzungen vor dem Rennwochenende stark durch. Gleiches gilt für Max Neukirchner, der am Montag beim Test im Kies gelandet war und nach Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung und Besuch verschiedener Ärzte förmlich aus dem Krankenhaus in die Top-11 fuhr - obwohl sein Start lange in Frage stand

Bonus des Wochenendes

Obwohl The Prodigy Frontmann Keith Flint seinem Kumpel Camier die Daumen von der Suzuki-Box aus drückte, sollte der Brite die Saison nicht auf dem rechten Fuß beginnen. Dennoch, für den Besuch des Rockstars gehen von uns beide Daumen nach oben. Und nicht nur in der Suzuki Box und auf der Strecke wurde gerockt, denn auch bei Honda drehte sich schon vor dem Rennwochenende alles um die Musik. Die Pata Crew hatte sich die Ehre gegeben und veröffentliche das offizielle Harlem Shake Superbike Edition Video.

Harlem Shake im Superbike-Stil: (1:00 Min.)

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