NASCAR - Logano gewinnt in Richmond sein Jubiläumsrennen

Doppelsieg für Penske vor Hamlin und Stenhouse

Logano musste bei seinem 300. Jubiläumsrennen von hinten starten und holte trotzdem den ersten Saisonsieg vor seinem Teamkollegen Keselowski.
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Motorsport-Magazin.com - Nachdem die ersten beiden Stages, die von Polesetter Matt Kenseth und Brad Keselowski gewonnen wurden, relativ ruhig über die Bühne gingen, gab es auf den letzten 200 Runden des neunten Saisonlaufes einen spannenden Schlagabtausch. Joey Logano, der vom letzten Platz gestartet war, setzte sich in den letzten Runden gegen seinen Penske-Teamkollegen Keselowski durch und gewann sein 300. Jubiläumsrennen. Für Logano war es der erste Saisonsieg und nach 2014 der zweite Erfolg auf dem Richmond International Raceway. Im 300. Rennen gelang ihm der 18. Sieg in seiner Karriere.

Vor dem Start

Richmond International Raceway - Foto: NASCAR

Ohne den inzwischen zurückgetretenen Carl Edwards gab es zuletzt acht verschiedene Sieger auf dem Richmond International Raceway. Polesetter Kenseth siegte im September 2015 zum zweiten Mal auf dem Short Track. Es war gleichzeitig die erste Toyota-Pole in dieser Saison. Zwei der letzten fünf Rennen wurden von der Pole Position gewonnen und kein Sieger startete außerhalb der ersten beiden Startreihen.

Hinter Ryan Blaney, Martin Truex Junior und Ricky Stenhouse Junior verlor Logano seinen fünften Rang im Qualifying und muss bei seinem 300. Jubiläums-Rennen von hinten starten. Richmond-Rekordsieger Kyle Busch geht von Platz sieben in das Rennen über 400 Runden. Daniel Suarez war der schnellste Rookie beim Qualifying und startet von Position elf. Chase Elliott beginnt sein 50. Cup-Rennen von Platz 14. Denny Hamlin, der das letzte Richmond-Rennen gewann, belegte Rang 16 beim Qualifying. Kasey Kahne, der von Position 19 startet, feierte 2005 seinen ersten Karriere-Sieg in Richmond.

Start/Stage 1: Polesetter Kenseth gewinnt problemlos seine erste Stage

Polesetter Matt Kenseth gewinnt den Start und Stage 1 - Foto: NASCAR

Den Start konnte Polesetter Kenseth für sich entscheiden und führte nach einer Runde vor Blaney und Truex. Nach sechs Runden gab es bereits die erste Gelbphase, als Rookie Erik Jones nach Reifenschaden heftig in der Mauer landete. Einige Fahrer machten gleich einen Boxenstopp. Den Restart gewann erneut Kenseth. In Runde 17 wurde Blaney von Truex und Kyle Busch überholt. Im vorderen Mittelfeld gab es ständig Positionsveränderungen. Hamlin war kurz darauf in den Top-10 zu finden und auch Jimmie Johnson und Kyle Larson waren auf dem Vormarsch. Nach 40 Runden war Logano bis auf Rang18 vorgefahren und sieben Runden später übernahm sein Teamkollege Keselowski Rang vier.

Keselowski war weiter auf dem Vormarsch und eroberte in Runde 53 Platz drei von Kyle Busch, während Blaney nur noch Position 15 belegte. Stenhouse, der auf Rang sechs lag, sorgte nach Mauerberührung für die zweite Caution in Runde 65. Kyle Busch und Dale Earnhardt Junior erhielten beim Boxenstopp eine Strafe und lagen beim Restart nur noch auf Platz 26 und 27. Kenseth behielt die Führung vor Truex und Harvick. Kurz danach übernahm Larson Rang drei.

Kenseth führte weiterhin mit fast drei Sekunden vor Truex und war auf dem Weg zu seinem ersten Stage-Sieg. Nach 100 Runden hatte Kenseth zehn Bonuspunkte auf seinem Konto. Larson konnte nach der letzten Kurve Rang zwei vor Truex erobern. Vierter wurde Harvick vor Lokalmatador Hamlin. Platz sechs ging an Keselowski vor Ryan Newman, Jamie McMurray, Clint Bowyer und Logano, der noch einem Bonuspunkt sichern konnte.

Stage 2: Keselowski kommt ebenfalls zu seinem ersten Stage-Sieg

Brad Keselowski gewinnt Stage 2 - Foto: NASCAR

Bei den Boxenstopps gab es kaum Veränderungen in den Top-10. Kenseth führte beim Start zur zweiten Stage vor Larson, Truex, Harvick, Keselowski und Hamlin. Hamlin hatte kurz einen Aussetzer und verlor zwei Positionen an Bowyer und McMurray. In Runde 133 verlor auch Larson zwei Plätze und damit war Harvick Zweiter vor Keselowski. Dann hatte Kenseth mit Keselowski einen neuen Zweiten im Rückspiegel, der gewaltig aufholte. Rookie Ty Dillon hatte inzwischen einen Sprung auf Platz neun geschafft.

Nach 163 Runden gab es den ersten Führungswechsel durch Keselowski. Der Penske-Pilot setzte sich sofort ab und hatte 15 Runden später zwei Sekunden Vorsprung. Hamlin war erneut auf den Longruns stark und lag inzwischen auf Rang vier. Keselowski gewinnt nach 200 Runden überlegen Stage 2 mit drei Sekunden Vorsprung vor Kenseth, Harvick. Hamlin, Larson, Newman, McMurray, Bowyer, Ty Dillon und Logano.

Stage 3: Viel Abwechslung und Gelbphasen

Das Rennen in der Boxengasse zum Start in die letzte Stage gewann Hamlin, der drei Positionen gewinnen konnte, vor Harvick, Keselowski, Kenseth und Larson. Hamlin konnte Platz eins beim Restart verteidigen. Hamlin konnte sich nicht absetzen und musste Harvick in Runde 228 ziehen lassen. Auch Keselowski überholte kurz darauf Hamlin. 160 Runden vor Rennende war Keselowski wieder der Leader. Titelverteidiger Johnson belegte zu diesem Zeitpunkt nach einer Strafe einen unauffälligen 21. Rang. In Runde 250 gab es die fünfte Caution wegen Debris.

Erneut fertigte das Gibbs-Team Hamlin sehr schnell beim Service ab und er kam als Erster wieder auf die Strecke. Keselowski war beim Restart Zweiter vor Harvick, Kenseth und McMurray. Hamlin verteidige Rang eins vor Harvick und dem neuen Dritten McMurray. In Runde 282 war Keselowski wieder bis auf Rang zwei vorgefahren und griff Hamlin an. Vier Runden später war Keselowski zum dritten Mal Leader. Dann entbrannte ein rundenlanger Kampf um Platz zwei zwischen Hamlin und Harvick, wodurch sich Keselowski absetzen konnte. In Runde 295 konnte Harvick das Duell für sich entscheiden.

Ab der 300. Runde verschwand die Sonne und die heißen Temperaturen sanken gewaltig. 15 Runden später kam Logano als erster Fahrer zum ersten Boxenstopp unter grüner Flagge. In der nächsten Runde kamen weitere Top-Fahrer zum Service. Bowyer erhielt eine Strafe und verlor seinen sechsten Rang. Newman, Johnson und Earnhardt führten jetzt, weil sie noch nicht in der Box waren. Nach dem Schlagschrauber-Wettbewerb ging dahinter der Dreikampf zwischen Harvick, Keselowski und Hamlin weiter.

Racing pur in der Endphase

Johnson kam erst in Runde 334 zum Service. Earnhardt wurde von Keselowski überholt und schrammte dann die Mauer mit seinen alten Reifen. Auch bei Johnson qualmte es aus dem Reifenkasten, nach einem seitlichen Aufprall mit Earnhardt. Dadurch erfolgte die sechste Gelbphase. Nach den erneuten Boxenstopps führte Keselowski vor dem Spritsparer Newman, Hamlin, Harvick und Kenseth.

Keselowski verteidige Rang eins und Kyle Busch war neuer Vierter nach dem Neustart und kurz darauf Dritter. Dann sorgte Earnhardt nach Dreher für die siebte Caution. Hamlin gewann erneut das Rennen in der Boxengasse vor Newman, Kyle Busch und Logano. Keselowski war auf der Strecke geblieben und führte nun vor Hamlin. Jetzt waren noch 40 Runden zu fahren. Kyle Busch hatte einen super Restart und schoss auf Rang zwei. Dann beklagte Polesetter Kenseth einen Reifenschaden und Caution acht war perfekt.

Logano gewinnt sein Jubiläumsrennen

Von hinten starten zu müssen und noch in die Victory Lane zu fahren, ist unglaublich.
Joey Logano nach seinem Jubiläumssieg

Die Teamkollegen Keselowski und Logano blieben auf der Strecke. Kyle Busch war der schnellste Fahrer beim Boxenstopp vor Hamlin und Larson. Logano hatte einen Top-Start und übernahm die Spitze und Kyle Busch war jetzt Zweiter. 23 Runden vor Rennende flog Blaney nach einem Bump von Kurt Busch in der Mauer. Larson blieb mit sechs weiteren Fahrern auf der Strecke, dann folgte der schnellste Stopper Logano. Ausgerechnet jetzt erhielt Kyle Busch eine Strafe und lag auf Position 28 beim Restart.

Larson führte 15 Runden vor Rennende mit 1.5 Sekunden vor Hamlin und Logano, der mit frischen Reifen gewaltig aufholte. Dann übernahm Logano Platz eins und Keselowski überholte Hamlin. Die Piloten fuhren teilweise zu viert durch das Oval. Um jede Position wurde gekämpft, dadurch setzte sich Logano weiter ab. Logano gewann schließlich vor seinem Teamkollegen Keselowski. Hamlin schaffte mit Platz drei sein bestes Saisonresultat vor Stenhouse, der zum zweiten Mal Vierter wurde. Platz fünf ging an Harvick vor McMurray, Newman, Kurt Busch, Aric Almirola und dem Zehnten Truex.

9. Lauf: 63rd Annual Toyota Owners 400

Richmond International Raceway, Richmond, VA
Ergebnis: Top-10, 400 Runden (Stages: 100/100/200)

1. #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 42/2 Punkte
2. #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 50/15 Punkte
3. #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 47/13 Punkte
4. #17 Ricky Stenhouse Jr. (Ford) Roush Fenway Racing, 33/- Punkte
5. #4 Kevin Harvick (Ford) Stewart-Haas Racing, 47/15 Punkte
6. #1 Jamie McMurray (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 38/7 Punkte
7. #31 Ryan Newman (Chevrolet) Richard Childress Racing, 39/9 Punkte
8. #41 Kurt Busch (Ford) Stewart-Haas Racing, 29/- Punkte
9. #43 Aric Almirola (Ford) Richard Petty Motorsports, 28/- Punkte
10. #78 Martin Truex Jr. (Toyota) Furniture Row Racing, 35/8 Punkte

Gesamtstand Top-16: Rennen 09/36 (Punkte/Bonus Playoffs)

1. (1) #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 2 Siege, 327/11 Punkte
2. (2) #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 2 Siege, 270/10 Punkte
3. (3) #42 Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 1 Sieg, 398/7 Punkte
4. (4) #78 Martin Truex Jr. (Toyota) Furniture Row Racing, 1 Sieg, 358/10 Punkte
5. (8) #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 1 Sieg, 333/6 Punkte
6. (5) #31 Ryan Newman (Chevrolet) Richard Childress Racing, 1 Sieg, 225/5 Punkte
7. (6) #41 Kurt Busch (Ford) Stewart-Haas Racing, 1 Sieg, 192/5 Punkte
8. (7) #24 Chase Elliott (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 346/2 Punkte
9. (11) #4 Kevin Harvick (Ford) Stewart-Haas Racing, 286/3 Punkte
10. (9) #1 Jamie McMurray (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 282/- Punkte
11. (10) #14 Clint Bowyer (Ford) Stewart-Haas Racing, 266/- Punkte
12. (13) #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 235/1 Punkte
13. (16) #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 231/- Punkte
14. (12) #21 Ryan Blaney (Ford) Wood Brothers Racing, 229/2 Punkte
15. (15) #6 Trevor Bayne (Ford) Roush Fenway Racing, 225/- Punkte
16. (17) #17 Ricky Stenhouse Jr. (Ford) Roush Fenway Racing, 201/- Punkte


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