MotoGP - Assen: Strecke & Statistik

Welcome to the Cathedral

Die MotoGP kehrt zu ihren Wurzeln zurück. In Assen wurde seit der ersten Weltmeisterschaft im Jahr 1949 jedes Jahr ein Lauf ausgetragen.
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Motorsport-Magazin.com - Back to the roots lautet das Motto, wenn die MotoGP nach Assen zurückkehrt. Traditionell wird am letzten Juniwochenende das Rennen an der "Kathedrale" ausgetragen. Assen ist die einzige Strecke, die seit der Gründung der Weltmeisterschaft im Jahr 1949 jedes Jahr einen Grand Prix ausrichtete. Eine weitere Besonderheit ist, dass Assen der einzige MotoGP-Lauf im Jahr ist, der an einem Samstag ausgetragen wird. Der Grund ist in der reichen Geschichte des Rennens zu suchen. Als der Grand Prix zu Beginn noch auf öffentlichen Straßen ausgetragen wurde, legte der Pfarrer des Dorfes sein Veto ein: Am Sonntag wollte er in Ruhe seine Messe halten und dabei nicht von Rennmotorrädern gestört werden.

2006: Colin Edwards wird in der letzten Runde von seiner Yamaha abgeworfen - Foto: Milagro

Der erste Lauf in Assen wurde bereits 1925 ausgetragen. Seit 1955 wird der das Rennen nicht mehr auf öffentlichen Straßen, sondern auf dem TT Circuit Assen gefahren. Im Jahr 2006 wurde der Kurs von 7,705 Kilometer auf 4,555 Kilometer verkürzt. Grund für die Umbaumaßnahmen waren dringend benötigte neue Parkplätze. Der Kurs wird im Uhrzeigersinn befahren, ist 14 Meter breit und hat zwölf Rechts- und sechs Linkskurven. Die längste Gerade misst 487 Meter. Die wohl berühmteste der meist leicht überhöhten Kurven ist wohl die letzte Schikane vor der Zielgeraden, wo Colin Edwards 2006 die einzige Chance auf einen MotoGP-Sieg vergab.

Die Ehre des Rekordsiegers in Assen teilen sich zwei vielfache Weltmeister aus verschiedenen Dekaden. Je sechs Mal konnten Giacomo Agostini und Valentino Rossi auf dem Traditionskurs triumphieren. Rossi schaffte in Assen 2013 seinen "Comeback-Sieg" mit Yamaha und siegte bereits 1997 erstmals in den Niederlanden. Was eigene Piloten angeht, sieht es für die motorsportverrückten Fans in Assen nicht besonders gut aus: Seit dem "fliegenden Holländer" Jürgen van den Goorbergh im Jahr 2005 hat es kein Niederländer mehr in die Königsklasse geschafft. Aktuell halten nur Bryan Schouten und Scott Deroue in der Moto3-Klasse die Fahne der Niederlande hoch.

Die Geschichte: Lorenzos Alptraumstrecke

Ein Held in Tränen: 2013 musste Jorge Lorenzo für Platz fünf alles geben - Foto: Milagro

Assen war schon immer eine Strecke, auf der Triumph und Tragödie besonders nah zusammenlagen. 1992 kam Mick Doohan als überlegender WM-Führender in die Niederlande. Im Training brach er sich das rechte Bein. Wegen der nachlässigen Arbeit der behandelnden Ärzte entging der Australier nur knapp der drohenden Amputation. Fünf Jahre später geriet die Hand von Alex Criville bei einem Trainingssturz unter seine Repsol-Honda. Während das Bike über den Asphalt raspelte, konnte sich der Spanier nicht befreien. Die Schäden an Knochen und Nerven setzten ihn für fünf Rennen außer Gefecht. Auch Jorge Lorenzo pflegt nicht die besten Erinnerungen an die Strecke in den Niederlanden. 2011 wurde er von Marco Simoncelli bereits in Runde eins abgeschossen, 2012 wiederholte Alvaro Bautista dieses Kunststück. 2013 stürzte Lorenzo im nassen Donnerstagstraining und brach sich das linke Schlüsselbein. Über Nacht flog der Yamaha-Pilot zurück nach Spanien, ließ sich dort operieren und trat am Samstag vollgepumpt mit Schmerzmitteln zum Rennen an. Unter Tränen und unglaublichen Schmerzen ertrotze Lorenzo Platz fünf.

Wer hält Marquez auf?

In der Gegenwart kommt Marc Marquez mit einem absoluten Lauf in die Niederlande. Der Spanier gewann die ersten sieben Saisonrennen en suite. In Barcelona schien der amtierende Weltmeister allerdings erstmals verwundbar zu sein. Nach seinem ersten Sturz in der laufenden Saison verpasste er die Pole Position zugunsten von Dani Pedrosa. In Assen sinnt die Konkurrenz nun erneut auf Revanche, allen voran der wiedererstarkte Valentino Rossi, der im Vorjahr in Assen siegte und in Barcelona lange führte. Sollte es, wie schon so oft in Assen, regnen, ist auch mit den Ducati-Piloten, besonders mit Andrea Dovizioso zu rechnen. Die Fans dürfen sich auf eine gute Show freuen, denn traditionell kommt die "Silly Season" in Assen erst so richtig in Schwung. Dann wird um neue Verbindungen spekuliert und um neue Verträge gefeilscht. Da ist jedes starke Ergebnis ein gutes Argument am Verhandlungstisch.

Die Statistik

Rauchzeichen: Valentino Rossi siegte bereits sechs Mal in Assen - Foto: Milagro

Seit 65 Jahren zählt Assen zum Kalender der Motorrad-Weltmeisterschaft. Der Kurs sorgte schon oft für Wasserschlachten und spannende Rennen sowie faustdicke Überraschungen: So feierte Ben Spies 2011 seinen einzigen MotoGP-Sieg an der Kathedrale. In der Gunst der Fans steht der Sieger von 2013 besonders hoch im Kurs: Valentino Rossi. Im Laufe der Jahre siegte der "Doktor" in Assen sechs Mal in der MotoGP-Klasse. 100.000 der begeisterten Niederländer finden sich jedes Jahr wieder in Assen ein, um das Ringen um Siege und Punkte aus nächster Nähe live zu erleben.

MotoGP-Rekorde Assen
Im Kalender seit 1949
KategorieRekord und Fahrer
Rekordsieger: Valentino Rossi und Giacomo Agostini (6)
Rundenrekord: 1:34.548 (Dani Pedrosa 2012)
Quali-Rekord: 1:33.713 (Casey Stoner 2012)
Top-Speed: 311.4 km/h (Dani Pedrosa 2013)

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