MotoGP - Teamrückblick: Aspar Ducati

Die Gelben sind in der Königklasse angekommen

Top-10-Plätze und Konstanz brachten dem Aspar Ducati Team von Jorge Martinez einen gelungenen Einstand in die Königsklasse.
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Motorsport-Magazin.com - Rookie-Team und Rookie-Pilot in der MotoGP: Aspar Ducati und Hector Barbera konnten sich 2010 etablieren. Ab und an waren wie zu Beginn vorgenommen sogar Top-10-Platzierungen drin. Mit nur einem Rennausfall und zwei achten Plätzen landeten die Gelben am Ende auf dem zwölften Gesamtrang. Kein schlechter Einstand.

Ich weiß, ich bin jetzt MotoGP-Fahrer, aber richtig glauben werde ich es erst, wenn ich gegen diese Jungens Rennen fahre
Hector Barbera

"Ich weiß, ich bin jetzt MotoGP-Fahrer, aber richtig glauben werde ich es erst, wenn ich gegen diese Jungens Rennen fahre", sagte Barbera nach den Wintertests. Doch schnell musste er realisieren, dass er mittendrin war und nun in der Königsklasse hart um seine Position kämpfen musste. So lieferte er sich nach einem guten Start schon in Katar einen Kampf mit Alvaro Bautista. Beide standen sich nach Aussagen Barberas ab und zu gegenseitig im Weg. Dennoch gelang es dem Spanier, seine Duacti im ersten MotoGP-Rennen auf dem zwölften Rang zu platzieren.

Sonnenschein auf ganzer Linie

Nach einem unspektakulären 13. Platz in Jerez hoffte der 23-Jährige auf Sonne in Frankreich und auch wenn es selten ist: die Sonne strahlte auf die Strecke in Le Mans. Auch Barberas Resultat konnte sich sehen lassen. Er kam als bester Rookie auf dem achten Platz ins Ziel und strahlte: "Ich bin überglücklich."

In Mugello schaffte es Hector Barbera trotz Sturz noch auf den zwölften Platz - Foto: Milagro

In Mugello lag Barbera zwar in der ersten Runde im Kies, fuhr aber noch den zwölften Platz nach Hause. Nach harten Positionskämpfen mit Loris Capirossi, Bautista und Aleix Espargaro in seinem fünften MotoGP-Rennen zog der Aspar-Pilot Bilanz: "Ich war konstanter und machte keinen schweren Fehler." Trotzdem reichte es nur für den elften Platz. Danach nahm sich der Spanier einiges vor: in Assen wollte er voll durchstarten und gleich im ersten freien Training schnelle Rundenzeiten in den Asphalt brennen. Das funktionierte nicht ganz wie erhofft, doch in seinem Heimatland kam er endlich wieder an die Top-10 heran. Meinte aber, noch Luft nach oben zu haben.

Langsam aber sicher fühlte er sich auf der Ducati immer besser. "Umso wohler ich mich fühle, desto einfacher wird die Abstimmung", so Barbera. Doch zum Teil lag diese Besserung auch an der Arbeit des Teams von Jorge Martinez und schon in der nächsten Runde beim GP in Deutschland gelang es ihm die Lücke nach oben zumindest um eine weitere Position zu schließen. Vom Platz Sechs, seinem besten Startplatz der Saison, ging der Spanier ins Rennen, duellierte sich mit Marco Melandri, war kurz vor Rennabbruch sogar auf dem dritten Rang und pilotierte seine gelbe Ducati letztlich auf Platz Neun.

Die Gelben im Streik

Zum ersten Mal in Laguna Seca fand Barbera nach dem Training: "Der Korkenzieher ist extrem cool - du siehst am Eingang absolut nichts und du musst dich trotzdem voll da reinwerfen. Nach ein paar Runden fühle ich mich schon etwas schwindelig, nach all den Höhenunterschieden da." Im Rennen dreht es dann wohl zu sehr, denn er musste schon in der vierten Runde in die Box zurückkehren, die Gelben streikten. Dafür folgten in den nächsten drei Rennen Top-10-Platzierungen.

Schon im August stand fest: Aspar und Ducati gehen in die Verlängerung. Martinez und das Werk aus Bologna waren sich einig, ihre Zusammenarbeit auch 2011 fortzusetzen. Und der spanische Ex-Pilot plante bereits weiter voraus und will auch 2012 mit Ducati weitermachen - allerdings dann am liebsten mit zwei Fahrern. "Die Gespräche dazu laufen, auch wenn wir uns alle erst einmal darauf konzentrieren müssen, die Sponsorenfrage in diesem Punkt zu klären, sodass wir eine langfristige Vereinbarung treffen können", so Martinez.

Und auch wenn ich niemandem zu Hause wegen dieses Ergebnisses schreiben werde, so habe ich das Gefühl, die Dinge sind nun klar
Hector Barbera

Derweilen kehrte sein Pilot für die drei Übersee-Rennen mit 13,elf und 14 auf die hinteren Ränge zurück. Der fehlende Grip am Heck sei das Hauptproblem gewesen, das in Australien aber langsam behoben schien. "Und auch wenn ich niemandem zu Hause wegen dieses Ergebnisses schreiben werde, so habe ich das Gefühl, die Dinge sind nun klar, was in Portugal und Valencia nützlich sein sollte", erklärte er. So kam also keine Post nach Spanien, aber der Ducati-Pilot selbst ein Stück näher an die Heimat.

Und auch seine Ergebnisse verbesserten sich wieder. In Estoril noch auf dem zehnten Platz, schaffte er beim Abschlussrennen in Valencia seinen zweiten achten Rang der Saison. Ein gutes Setup und ein erneuter Kampf gegen Landsmann Bautista spornten ihn zu Höchstleistungen an und der Spanier resümierte: "Insgesamt war das mein bestes Wochenende des Jahres. Nicht so sehr wegen des Ergebnisses, sondern aufgrund der Arbeit, die wir das ganze Jahr geleistet haben. Ich denke die nächste Saison wird für mich sehr wichtig."

Doch bis dahin hat sich Barbera einiges für den Winter vorgenommen, denn neben dem Training hatte er schon in Portugal versprochen, für die Pressekonferenzen Englisch zu lernen. Da oft nur die besten drei Fahrer von den Medienvertretern durchlöchert werden, sollte das Saisonziel für Barbera und das Aspar Ducati Team für 2011 klar sein.


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