Moto3 - Portrait: Nicolas Terol

Der Spätzünder

Sieben Jahre und 112 Grand Prix-Starts hat es gebraucht, ehe Nicolas Terol Weltmeister der 125cc werden konnte. Nun aber hat er dieses Ziel erreicht.
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Motorsport-Magazin.com - Gerade einmal 23 Jahre und ein paar Tage war Nicolas Terol am Sonntag jung, als er den Weltmeister-Titel der Achtelliterklasse unter Dach und Fach hatte - den letzten Zweitakter-Titel der bisherigen Motorrad Grand Prix-Geschichte. Und dennoch: Trotz seines jungen Alters hat der Spanier bereits sieben volle WM-Saisons und 112 Grand Prix-Starts auf dem Buckel.

Terol gab 2004 in Valencia sein Debüt und fuhr vom 24. Startplatz auf Rang 22 im Rennen. Ein Jahr später stieg er auf Derbi in die 125ccm-Weltmeisterschaft ein, konnte aber nur einen einzigen Punkt holen - gleich beim Saisonauftakt in Jerez. In zwei weiteren Saisons auf Derbi konnte er sich nicht entscheidend verbessern. Siebente Plätze auf dem Sachsenring und in Brünn waren das Beste, was er 2006 einfahren konnte. Ein weiteres Jahr später kam er nicht einmal in die Nähe dieser Platzierungen.

Nico Terol musste in seiner Karriere einige Rückschläge einstecken - Foto: Milagro

2008 nahm seine Karriere dann Schwung auf. Terol wechselte aus dem Seedorf-Team zu Jack&Jones WRB auf eine Aprilia - und holte seine ersten fünf Podeste, darunter den ersten Sieg, am 14. September 2008 in Indianapolis. Seither zeigte seine Leistungskurve nach oben. Das Jahr beendete er als Gesamt-Fünfter.

2009, 2010 und 2011 sahen eine kontinuierliche Verbesserung Terols. Die Saisons schloss er jeweils um einen Platz besser ab: Dritter, Zweiter, Erster. Gemessen an Einzelerfolgen war 2010, sein erstes Jahr im Aspar-Team von Jorge Martinez, das Beste. Er holte insgesamt 14 Podeste, darunter drei Siege. Am Ende standen 296 Punkte zu Buche, aber eben "nur" der Vize-Titel. Ein gewisser Marc Marquez war nicht zu stoppen.

Siegeszug 2011

So viele Siege wie 2011 holte Terol aber noch nie. Insgesamt acht Mal stand er auf dem obersten Treppchen, drei zweite Plätze sorgten für insgesamt elf Podeste. Bei ganzen sieben Rennen knatterte er von der Pole Position aus los. Am Ende gab es 302 Punkte und die verdiente WM-Krone.

Dabei war die Saison 2011 einmal mehr von einigem Auf und Ab für den Spanier geprägt. Die ersten drei Rennen gewann er in Folge und man stellte sich klar die Frage, wer ihn aufhalten sollte. Der zweite Platz in Frankreich war kein Beinbruch, in Catalunya folgte der nächste Sieg. Und auch im Regen von Silverstone behielt er die Nerven, brachte als Achter Punkte nach Hause. Der Tiefpunkt kam in Assen, als er sich im Training verletzte und das Rennen auslassen musste.

Die härteste Saisonvorbereitung seines Lebens - zu Fuß durch Patagonien - Foto: Jesus Calleja

Aber von ganz unten ging es auch wieder ganz schnell nach oben: Nur wenige Tage nach Assen siegte Terol in Mugello. Rang vier in Deutschland war zu verkraften, der technische Ausfall von Brünn eher weniger. Aber sein Aspar-Team wusste sich zu entschuldigen: In Indianapolis, San Marino, Aragon und Japan stellten sie ihm ein Motorrad hin, welches erneut zu drei Siegen in Folge und einem zweiten Platz gut genug war.

Terol schaltete nun das Köpfchen ein. In Australien gab es den sechsten Platz - aber Hauptkonkurrent Johann Zarco konnte das nicht nutzen und nicht gewinnen. In Malaysia verspielte Terol den ersten Matchball. Nach Rang fünf und der verpassten Titelentscheidung brach er am Rande der Strecke zusammen. Etwas hitzköpfig zu Werke gegangen, hatte er in der letzten Runde den Titel nicht holen können. Für einen Moment wirkte er gebrochen.

Doch beim Finale sollte sich wieder alles zu seinen Gunsten wenden. Terol fuhr auf Sicherheit während Zarco angreifen musste. Als der Franzose aber stürzte bekam Terol von seinem Team angezeigt "Zarco K.O.". Fortan zog der Aprilia-Pilot wieder am Gas, kämpfte noch einmal um den Sieg und verabschiedete sich als Zweiter auf dem Podest eines Weltmeisters würdig aus der Saison 2011.


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