Exklusiv

Moto2 - Kolumne - Dominique Aegerter

Gratulation an Deutschland!

Dominique Aegerter hatte am Sonntagabend doppelten Grund zu feiern. In seiner Kolumne erzählt er von unbeschreiblichen Gefühlen am Sachsenring.
von

Motorsport-Magazin.com - Hi Leute,
Nach meinem ersten Sieg in der Moto2 bin ich immer noch super happy! Es ist einfach Wahnsinn, die Ziellinie als Erster zu überfahren und die schwarz-weiß-karierte Flagge zuallererst zu sehen. Das ist ein unglaubliches Gefühl. Das Wochenende lief einfach perfekt. Ich hatte dieses Jahr schon so viel Pech. Jetzt war das Glück endlich auf meiner Seite. Der Sachsenring ist quasi mein Heim-Grand-Prix und ich konnte dort die erste Pole Position holen und das Rennen gewinnen.

Gleichzeitig konnte ich allen zeigen, dass ich wirklich nach vorne fahren, mit den anderen kämpfen und sie alle schlagen kann. Haha! Ich habe so lange darauf gewartet, ganz oben auf dem Podest zu stehen. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich freue mich auch für mein Team, meine Sponsoren und Suter, die bisher immer etwas hinter Kalex anstanden.

Was gestern noch richtig cool war: Mein Vater hat jetzt keinen Bart mehr. Als ich zum ersten Mal auf dem Podest stand, musste ich meine Haare abschneiden lassen und wir hatten schon seit vielen Jahren die Wette, dass ich ihm den Bart abrasiere, wenn ich zum ersten Mal gewinne. Jetzt habe ich die Wette endlich gewonnen und der Bart ist ab. Außerdem haben wir gestern noch ein bisschen mit meinem Team, Freunden und meinem Bruder an der Rennstrecke gefeiert und Fußball geschaut. Gratulation an Deutschland!

Beim Sieg muss der Bart ab: (00:54 Min.)

Leider hatten wir nicht allzu viel Zeit zum ausgiebigen Feiern. Jetzt fahre ich schon wieder nach Hause, wo es heute Abend eine riesen Empfangsparty gibt. Heute Abend werden wir also noch einmal feiern. Danach habe ich viele Termine, die schon vorher feststanden: Sponsoren-Shootings, Gespräche, Interviews. Später will ich den Sommer ein bisschen genießen, aber auch hart trainieren, Motocross und Supermotard fahren. Jetzt habe ich etwas mehr Zeit, die ich mit Familie und Freunden genießen werde. Im Monat zuvor war ich ja fast nur unterwegs.

Denn nach dem Rennen in Assen bin ich direkt nach Japan zum Test für das 8h-Rennen geflogen. Ich war zum ersten Mal in Suzuka, saß zum ersten Mal auf der 1000er Suzuki, war zum ersten Mal in diesem Team und das hat richtig Spaß gemacht. Die Strecke ist megageil! Für mich ist dort natürlich alles neu. Ich bin noch nie ein Endurance-Rennen gefahren und musste mich zunächst an Motorrad und Strecke gewöhnen. Wir haben nur zwei Tage getestet und ich bin etwa 50 Runden gefahren.

'Die Japaner sind verdammt schnell' - Foto: Dominique Aegerter

Ich war am Ende etwa 1,9 Sekunden langsamer als der Schnellste, aber wir sind auch kein offizielles Team. Kawasaki, Honda, Suzuki und Yamaha treten dort als Werksteams an. Dazu kennen die Japaner die Strecke natürlich in- und auswendig. Wir versuchen da aber noch ein bisschen aufzuschließen. Am meisten freue ich mich jetzt, dass ich mit einem Sieg in der Tasche nach Suzuka fahren kann. Ich hoffe, dass ich dort im Team eine gute Leistung zeigen und das Ganze auch ein bisschen genießen kann.

Für 2015 steht übrigens noch nichts fest. Ich habe mit meinem Team und meinem Manager super Leute hinter mir, die mit verschiedenen Teams reden, sich in Moto2 und MotoGP alles genau anschauen, um für mich die beste Option zu finden. Ich selbst konzentriere mich auf die verbliebenen acht Rennen der Saison, das ist für mich aktuell das Wichtigste.

Euer Domi

Unterschrift von Dominique Aegerter


Weitere Inhalte:

nach 13 von 18 Rennen
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x