Die Cockpit-Suche von Fernando Alonso gestaltet sich weiter schwierig. Auch Honda ist derzeit nicht an den Diensten des Doppelweltmeisters interessiert. Zwar ist der Spanier - trotz aller Dementis - in der vorigen Woche wirklich in der Hondafabrik in Brackley gewesen. Allerdings habe es sich laut Informationen von Auto, Motor und Sport nur um ein informelles Treffen gehandelt, bei dem sich Alonso über die Pläne des Teams erkundigte.

Dort musste er jedoch vom neuen Teamchef Ross Brawn erfahren, dass Hondas Pläne nicht mit seinen übereinstimmen. Denn während Alonso unbedingt einen Vertrag möchte, den er bei ausbleibendem Erfolg nach einem Jahr wieder kündigen kann, strebt Honda eine langfristige Entwicklung nach oben an. "Wir müssen erst einmal wieder auf die Füße kommen", wird Brawn von der Auto, Motor und Sport zitiert. Zwar habe Honda alle Ressourcen die zum Siegen nötig seien - die Voraussetzungen seien dort sogar besser als damals, als er bei Ferrari angefangen habe. Dennoch brauche es Zeit, bis alle Bausteine ineinander greifen, so der Brite.

Ob Alonso diese Geduld mitbringt, bezweifelt auch Brawn. "Wir können im nächsten Jahr niemandem ein Siegerauto bieten. Natürlich ist ein Fahrer wie Alonso für jeden Rennstall eine Verstärkung, aber er ist ein Siegertyp", wendet Brawn ein. Bei Honda werde es 2008 jedoch Hochs und Tiefs geben, wie es für ein Team in einer Konsolidierungsphase üblich ist. So könnte ein unzufriedener Ex-Weltmeister für Honda sogar zum Risiko werden. "Für die Ziele, die wir nächstes Jahr anstreben, haben wir mit Jenson Button und Rubens Barrichello die besten Fahrer, die man haben kann", findet Brawn.

Mittelfristig sieht die Zielsetzung bei Honda allerdings schon anders aus. "Wir könnten schon 2009 um Rennsiege kämpfen - und auch um den Weltmeistertitel", glaubt Jenson Button. Diese Einschätzung gab man auch Alonso in Brackley mit auf den Heimweg nach Spanien.