Juan Pablo Montoya soll sich auf seine neue Karriere in den USA, auf die Geburt seines zweiten Kindes und das Leben in Amerika vorbereiten - mit dieser äußerst fragwürdigen Begründung tauschte McLaren Mercedes am Dienstag seinen bisherigen Stammpiloten gegen Pedro de la Rosa aus. In der Gerüchteköche wurden hingegen andere Gründe für den vorzeitigen Abschied genannt - vor allem die Unfälle des Kolumbianers, wie zuletzt mit Teamkollege Kimi Räikkönen.

"Wir haben verabredet, dass wir darüber im Detail nicht reden", sagte Norbert Haug gegenüber Premiere bereits alles, was man dazu wissen muss, um zwischen den Zeilen zu lesen. Allerdings bestand Haug darauf, dass Montoya "nicht entlassen", sondern nur "beurlaubt" sei. Kommt er also noch einmal zurück? "Wir werden sehen. Wir haben die Optionen offen und wissen nicht, wie sich die Dinge weiterentwickeln."

Teamboss Ron Dennis fand da offenere Worte: "Juan Pablo steht bis zum Jahresende bei uns unter Vertrag, wenn wir es wünschen, wird er für uns testen und Rennen fahren - es ist unsere Entscheidung."

Damit rechnen sollte man besser nicht. Erst recht nicht, wenn man weiter den Worten von Ron Dennis lauscht: "Seine Ziele änderten sich, als er sich entschloss 2007 in der NASCAR zu fahren. Somit war es die richtige Entscheidung sich abzukühlen und über die Situation nachzudenken, bis wir ein gemeinsames Ziel für die ausstehenden Rennen gefunden haben." Dennoch hält es Dennis für "mehr als möglich", dass JPM noch einmal in einen McLaren steigen wird.

Gleichzeitig schloss er einen Einsatz von Gary Paffett und Lewis Hamilton aus. "Ich gehe davon aus, dass Pedro weiterfährt." Allerdings werde man diese Entscheidung als Team treffen und gemeinsam festlegen, welchen Weg man wählen wird.