Vor dem ersten Großen Preis der Türkei findet sich Ferrari in einer seltsamen Situation wieder: Noch vor dem Debüt der neuen Strecke verabschieden sie sich von ihrem langjährigen zweiten Piloten Rubens Barrichello.

Zwar wird dieser noch die letzten sechs Saisonrennen für die Roten absolvieren, doch wünscht ihm sein Teamkollege Michael Schumacher schon jetzt "viel Glück" für seine Zeit bei British American Racing. Doch obwohl mit Barrichello der "beste Teamkollege", den der Weltmeister je hatte, das Team verlässt, erwartet der Champion keine Destabilisierung der Scuderia.

"Manchmal kann frische Blut dem Team auch einen neuen Schub geben", betont der Deutsche. "Und mit Felipe haben wir einen guten Ersatzmann gefunden, den ich sehr hoch einschätze und der sehr viel Potenzial besitzt."

So würden zwar alle beim Begriff der jungen Wilden ausschließlich von Fernando Alonso und Kimi Räikkönen sprechen, doch "sollten wir auch über Felipe" sprechen. "Er hatte bisher nicht das Material sein Potenzial zu zeigen, aber er ist sehr schnell."

Danke Ferrari

Sein nicht minder schneller Vorgänger und Landsmann bedankte sich unterdessen artig bei seinem langjährigen Arbeitgeber für die vorzeitige Vertragsauflösung. "Ich hatte noch einen Vertrag für 2006 und keine Ausstiegsmöglichkeit, deswegen möchte ich Ferrari danken", erklärte der Brasilianer.

Als Grundlage für seine Wechselambitionen nennt der Südamerikaner zwei Gründe: "Ich erinnerte mich daran, was Ayrton Senna mir über die Leute bei Honda verraten hat", so Rubens. "Und ein Wechsel bringt immer neue Motivation mit sich. Zudem war ich von den Ressourcen bei B·A·R sehr beeindruckt."

Hallo Istanbul

Michael Schumacher zeigte sich hingegen vom neuen Istanbul Speed Park beeindruckt. "Es sieht nach einer guten Strecke mit einer wundervollen Landschaft aus", urteilte der Champion nach seiner ersten Streckenbesichtigung. "Im Gegensatz zu China ist es einfach die Kurvenverläufe und die Scheitelpunkte zu erkennen."

Außerdem konnte der Weltmeister bereits "einige Überholmöglichkeiten" auf dem neuen Werk von Hermann Tilke ausmachen. "Sie haben sehr gute Arbeit geleistet."

Das gleiche Ziel verfolgt natürlich auch Ferrari an diesem Wochenende. Helfen könnte ihnen hierbei ihre rekordverdächtige Siegesserie auf neuen Strecken. "Ja, statistisch gesehen waren wir auf neuen Kursen sehr gut, aber statistisch gesehen haben wir ohnehin die meisten Rennen der letzten sechs Jahre gewonnen!", möchte Schumacher dieser Statistik nicht allzu viel Bedeutung beimessen.

Und wie stehen die Chancen an diesem Wochenende gut abzuschneiden? "Ich möchte vorerst im Hinblick auf unsere Leistung von Ungarn noch etwas skeptisch bleiben", stapelt er weiterhin tief. "Wir hatten nicht erwartet dort so konkurrenzfähig zu sein. Deshalb ist es schwierig zu sagen, wo wir im Moment stehen."