Formel 1 - Whitmarsh: Realitäts-Check in der Formel 1

Die fetten Jahre sind vorbei

Die Jahre des exzessiven Geldausgebens gehören der Vergangenheit an. Heutzutage geht es in der Formel 1 um Effizienz, meint McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.
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Motorsport-Magazin.com - Effizienz statt Exzess: Verglichen mit früheren Launches waren die Präsentationen der Autos im Jahr 2013 weitestgehend unspektakulär. Eine Entwicklung, die McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh nicht sonderlich überrascht. Die Zeit des ungezügelten Geldausgebens gehört seiner Meinung nach unwiderruflich der Vergangenheit an. "Wir waren daran gewöhnt, über Motorhomes, Fahrer- und Ingenieur-Gagen oder Teamchef-Gehälter zu reden", sagte Whitmarsh, der neben seiner Tätigkeit für McLaren auch Geschäftsführer der Teamvereinigung FOTA ist. "In den 80ern ging es nur um den Exzess - das war eine der großen Verlockungen der Formel 1. Das waren die Jahrzehnte des Überschusses, aber wir müssen erwachsen werden und uns klar machen, dass der Punkt kommt, an dem das nicht mehr attraktiv ist."

Wir haben ein Vermögen für die Präsentation des neuen Autos ausgegeben. Jeder hat es getan - es war ein Wettbewerb.
Martin Whitmarsh

Immerhin sei auch in der Königsklasse des Motorsports inzwischen ein gewisser Realitätssinn eingekehrt. "Schauen sie sich nur die Launches an. Früher haben wir den Alexandra Palace gemietet [für den Launch 1997 mit den Spice Girls]", berichtete der 54-Jährige. "Wir haben ein Vermögen für die Präsentation des neuen Autos ausgegeben. Jeder hat es getan - es war ein Wettbewerb." Im Jahr 2013 geht es allerdings auch mit weitaus einfacheren Mitteln. "Heutzutage belaufen sich die Kosten für einen Launch auf die beiden Tribünen, die wir in unserer Fabrik aufstellen. Die Leute sind an Extravaganzen wie einem Millionen-Pfund-Launch nicht mehr interessiert.

Spice-Girls-Auftritt beim McLaren Lauch 1997 - Foto: Sutton

Das neue Credo der Formel 1 sei, aus den bestehenden Möglichkeiten das Beste zu machen. Dabei steht vor allem die Effizienz und der sinnvolle Einsatz der Ressourcen im Vordergrund. "Ich weiß, dass es sich um ein kontroverses Thema handelt, aber wir haben unsere Organisation heruntergefahren und den CO2-Ausstoß reduziert", erzählte Whitmarsh. "Anstatt zu sagen: 'Wir brauchen drei zusätzliche Windkanäle und 100 Ingenieure', lautet der Ansatz heutzutage: 'Das ist das, was wir haben. Wie erreichen wir damit die nötige Performance?' Das ist eine gesündere Diskussion."


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