Formel 1 - Kolumne - Massedämpfer

Sieben Männer & (k)eine Hochzeit

Sechs Deutsche und ein Schweizer wollten nur auf eine Hochzeit gehen, doch das war gar nicht so leicht ....
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Motorsport-Magazin.com - Ein jeder hat Hochzeiten gern - selbst Männer so lange sie nicht der Bräutigam sind. Deshalb nahmen sechs Deutsche und ein Schweizer die Einladung zu einer Hochzeit liebend gern an. Hätten sie gewusst, welch Horror auf sie zukommt, dann wären sie wohl zu Hause geblieben. Adrian Sutil musste allein schon auf der Hinfahrt zur Trauung einiges durchmachen. Als Trauzeuge hatte er nur eine Aufgabe: nicht die Ringe vergessen, abgesehen davon überhaupt zu Erscheinen.

Letzteres wäre beinahe eingetroffen, nachdem Sutil versehentlich die Trauringe irgendwo liegen ließ. Nach stundenlangen Hin und Her überlegen, fiel ihm plötzlich ein, dass er am Vortag die Ringe seinem Kumpel Nico Rosberg zur Aufbewahrung gegeben hatte und legte auf seiner Fahrt zur Hochzeit bei diesem einen Stopp ein. "OK, wir haben beim Stopp viel Zeit verloren", gab der Deutsche zu. Aber immerhin wusste er wenigstens wieder, wo sich die Ringe befanden.

Vettel wusste gar nicht wie ihm geschah - Foto: Sutton

Pech für ihn, das Rosberg selbst zur Spezies "schusselige Typen" zählte und seinerseits die Ringe einem Freund zur Aufbewahrung gegeben hatte. Dieser hätte ihm die Ringe am Tag der Hochzeit vorbeibringen sollen, war aber nicht aufgetaucht. "Es war ganz klar Sebastians Fehler", versuchte sich Rosberg gegenüber Sutil zu verteidigen, der wissen wollte, warum sich die Ringe nicht mehr in seiner Obhut befanden. Deshalb ging es von Rosberg in die Wohnung von Sebastian Vettel. Dieser wusste gar nicht wie ihm geschah als Rosberg und Sutil auf ihn einstürmten und ihn mit Kritik überschütteten.

"Offensichtlich bin ich nicht der glücklichste Mensch auf Erden. Das ist eindeutig zu sehen", jammerte Vettel. Als er wieder den Weg aus seinem Selbstmitleid gefunden hatte, erzählte er, dass er die Ringe bereits dem Bräutigam übergeben hätte. Wieder überschütteten ihn Rosberg und Sutil mit Vorwürfen, da sie nun vor dem Bräutigam schlecht dastanden. Sutil warf Vettel vor übereifrig gewesen zu sein. "Ich war nicht zu übereifrig. Das ist blöd, wenn so etwas passiert, aber man kann das nicht ändern", konterte dieser.

Aus Trio wurde ein Quintett

Zu dritt machten sie sich auf den Weg Richtung Kirche. Abermals mussten sie stoppen - dieses Mal, um zu helfen. Auf der Autobahn waren zwei weitere Hochzeitsgäste mit ihren Wagen ineinander gekracht und warteten jetzt auf den Pannendienst. "Ich hatte Kontakt mit Buemi. Dadurch habe ich mir meinen Reifen vorne rechts kaputt gemacht. Die Luft ging aus, die Folge war ein Plattfuß. Es war wieder einmal ein Sonntag zum Vergessen. ", erzählte Nico Hülkenberg seine Version der Geschichte.

Sebastien Buemi hatte eine andere Version parat: "Ich bin gut gestartet. Ich versuchte Nico außen zu überholen, dabei erwischte er meinen Hinterreifen und ich musste stoppen." Da man bereits spät dran, entschieden sich Buemi und Hülkenberg nicht länger auf den Pannendienst zu warten und sich mit dem Trio Vettel/Sutil/Rosberg auf den Weg zur Hochzeit zu machen. Endlich bei der Kirche angekommen, eilte das jetzige Quintett Richtung Eingang. Doch die Tür war verschlossen. Auf einem Zettel stand: "Kirche von Termiten befallen. Trauung verschoben."

Völlig entsetzt, dass sie sich umsonst abgehetzt hatten, musste sich das Quintett erst einmal auf den Boden setzen. Im gleichen Moment tauchten zwei weitere Leidensgenossen auf, die ebenfalls keinen Schimmer von dem Termitenbefall hatten. "Und dabei hatte es sich bis kurz vor Schluss gut angefühlt", meinte Timo Glock, der vor allem sich schon auf das Buffett gefreut hatte. Michael Schumacher nahm es locker, dass es keine Action zu sehen gab. Er hatte im Vorfeld schon so eine Ahnung. "Ich bin deshalb bewusst etwas langsamer gefahren", verriet Schumacher. Damit nicht alles umsonst war, gingen die Sieben ins nächste Gasthaus auf ein Gläschen Bier.


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