Der fünfte DTM-Event und damit der Start in die zweite Saisonhälfte geht am kommenden Wochenende (18. – 20.08.) ohne Christian Engelhart über die Bühne. Das hat der Starnberger am Montag in einer Pressemitteilung offiziell bestätigt.

Gerüchte um seine DTM-Zukunft mit dem Porsche-Team gab es schon seit einigen Wochen und befeuert wurden diese zuletzt vor allem durch den schweren Unfall von Engelhart mit seinem Porsche-Markenkollegen Ayhancan Güven (KÜS-Team Bernhard) auf dem Nürburgring. Während beide Fahrer zum Glück unverletzt blieben, konnten die beiden Porsche 911 GT3 R allerdings für das Sonntagrennen wegen ihrer umfangreichen Schäden nicht repariert werden.

„Vielen Dank an das Team Toksport WRT für die sieben Rennstarts in der DTM. Ich nehme vor allem die positiven Erinnerungen an unseren gemeinsamen ersten DTM-Sieg in Oschersleben (beim Saisonauftakt Ende Mai, d. Red.) mit und möchte mich beim gesamten Team für die harte Arbeit bedanken“, sagt Porsche-Vertragsfahrer Engelhart rückblickend.

Auch sein Team lässt offen, warum die Zusammenarbeit kurzfristig beendet wurde. „Christian Engelhart hat uns mit seiner langjährigen Erfahrung von Anfang an sehr gut unterstützt und bei unserer gemeinsamen Herausforderung "DTM" enorm weitergebracht“, bedankt sich Teamchef Seyhun Duru bei dem Bayer. „Wir sind ihm für sein großes Engagement sowie professionelles Auftreten sehr dankbar und wünschen ihm für den Rest seiner Rennsaison weiterhin viel Erfolg.“

Die ist zumindest was die GT World Challenge Europe betrifft, gesichert, denn Engelhart wird beim nächsten Sprintrennen Anfang September in Hockenheim für das Porsche-Team Dinamic an den Start gehen, wie er selbst bestätigt.

„In der GTWC bin ich ja in zwei weiteren Meisterschaften (Sprint und Langstrecke, d. Red.) bis zum Saisonende fest gebunden. Nach Hockenheim geht es noch nach Valencia, Barcelona und Zandvoort.“ Auch das Kapitel DTM sei für ihn abschließend noch nicht beendet, „aber im Moment muss man es einfach beobachten.“

Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com aus dem Umfeld von Engelhart hat der Nürburgring-Unfall und die damit verbundenen hohen Reparaturkosten mit seinem Aus im Team Toksport WRT nichts zu tun. Schaut man sich die Ergebnisse von Engelhart und seinem Teamkollegen Tim Heinemann an, dürften tatsächlich auch andere Gründe eine Rolle gespielt haben.

Heinemann und Engelhart in Oschersleben, Foto: LAT Images
Heinemann und Engelhart in Oschersleben, Foto: LAT Images

Engelhart verbuchte neben seinem Sieg noch P9, während Heinemann mit zwei zweiten Plätzen sogar die Tabellenführung übernahm – konnte nach Oschersleben auch die eigenen Erwartungen nicht mehr erfüllen und fiel in der Gesamtwertung auf den elften Platz (Heinemann/48 Punkte) und Rang 14 (Engelhart/36) zurück. Letztgenannter fuhr nur noch einmal in fünf Rennen als Zwölfter beim zweiten Rennen in Zandvoort in die Punkteränge.

„Die DTM ist eine tolle Meisterschaft auf einem sehr hohen Niveau. Mein Sieg in Oschersleben ist sicherlich besonders und definitiv mein Highlight der ersten Saisonhälfte“, betont Engelhart in seinem DTM-Fazit und verwies darauf, dass es für ihn und das Team mit dem neuen Auto in der gemeinsamen ersten DTM-Saison „viel zu lernen“ gab. „Und man sieht an den Rennergebnissen im gesamten Feld mit acht unterschiedlichen Siegern in acht Rennen, dass man sowohl ganz vorn stehen kann, und es kurz danach auch ins Mittelfeld geht.“

In Oschersleben hätte man gezeigt, dass man, wenn man alles auf den Punkt bringen würde, „wir ganz oben stehen können“. Das „wir“ dürfte ein deutlicher Hinweis darauf sein, dass die Zusammenarbeit – warum auch immer – nicht mehr dem entsprach, was sich beide Parteien gewünscht hatten.

Interessant dürfte jetzt sein, wer Engelhart nun im Porsche-Team Toksport WRT ab dem Lausitz-Event ersetzt. Ein möglicher Vertrags- oder Werksfahrer wird es nicht sein, wie Sebastian Golz, Projektleiter 911 GT3 R bei Porsche Motorsport auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com offiziell bestätigt. „Es gibt zu viele Überschneidungen unserer Fahrer, die wir in unserem Aufgebot haben.“

Damit dürfte es für Engelhart zumindest kurzfristig auch kein Comeback in der DTM geben. Der 36-Jährige, der das ADAC GT Masters zweimal als Gesamtzweiter beendete, ist nach Mick Wishofer (GRT-Lamborghini) der zweite Fahrer, der die DTM vorzeitig verlässt.

Trotzdem werden am Lausitzring, wie schon zuletzt am Nürburgring, wieder 28 Fahrer in der Teilnehmerliste stehen. Wie der ADAC heute in einer Pressekonferenz offiziell bestätigt hat und von Motorsport-Magazin auch schon spekuliert wurde, wird Nürburgring-Sensationssieger Maximilian Paul auch bei seinem ‚Heimspiel‘ in der Lausitz den Lamborghini Huracan GT3 Evo2 des österreichischen Grasser Racing Team (GRT) pilotieren.

Zudem soll Sandro Holzem nach seiner guten Leistung auf dem Nürburgring, wo er im zweiten Rennen bester BMW-Pilot war, ab sofort als Fixstarter den zweiten BMW M4 GT3 im Team Project 1 an der Seite des zweimaligen DTM-Champions Marco Wittmann pilotieren.