DTM - Go West: Amerikanische Verhältnisse in der DTM

Gleich drei Mal Safety-Car

Ob NASCAR oder IndyCar: In den USA ist das Safety-Car ein beliebtes Mittel, um die Spannung zu steigern. Bei der DTM hat man ebenfalls Gefallen daran gefunden.

Motorsport-Magazin.com - Normalerweise ist Oschersleben bekannt für seine Prozessionsfahrten. So wie man sich nach der ersten Runde sortiert hat, kommt man auch ins Ziel. Mit der Mischung aus Options- und Standard-Reifen hätte es beim zweiten Saisonlauf der DTM ohnehin etwas anders ausgesehen, die Mischung aus Regen und gleich drei Safety-Car-Phasen hat allerdings für ganz besondere Spannung gesorgt - schon fast wie in den USA.

Alle Safety-Car-Phasen waren okay, denn die Stellen, an denen die Autos standen, sind sehr gefährlich.
Bruno Spengler

Los ging es in der neunten Runde, als Robert Wickens seinen Mercedes nach einem Kontakt mit Edoardo Mortara in der dritten Kurve parken musste. Direkt nach dem Neustart in Runde 13 sorgte Timo Glock mit seinem Abflug für die nächste Gelbphase. Das Chaos perfekt machte Pascal Wehrlein, der seinen Mercedes in Runde 28 in der ersten Kurve parkte. Eines hatten alle drei Unfälle gemeinsam: Schrott gab es nirgends. Trotzdem sagte Bruno Spengler: "Alle Safety-Car-Phasen waren okay, denn die Stellen, an denen die Autos standen, sind sehr gefährlich."

Besonders hart traf es Jamie Green, der das Rennen kurz vor der dritten Safety-Car-Phase souverän anführte. "Auf de letzte Safety-Car-Phase hätte ich gerne verzichtet, denn bis dahin haben wir alles richtig gemacht", sagte Greens Teamchef Arno Zensen im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. Auf die Frage, ob die letzte Safety-Car-Phase entscheidend war, fand man bei Audi eine klare Antwort: "Ohne sie hätte Jamie das Rennen relativ klar gewonnen", so Dieter Gass, Leiter DTM bei den Ingolstädtern.

Die vielleicht unnötig vielen Safety-Car-Phasen ließen schon fast vergessen, wie die DTM für ihre neu gewonnene Übersichtlichkeit durch nur noch einen Pflichtboxenstopp noch in Hockenheim gelobt wurde. Wer hat schon gestoppt, wer muss noch einmal rein und wer liegt überhaupt wo? Mit diesen Fragen beschäftigten sich nicht nur die Zuschauern, sondern auch die Teams und Fahrer.

Wo ist der Überblick hin?

"Ich habe den Überblick gar nicht behalten können. Ich dachte während des Rennens, dass ich durch meine Strafe ziemlich weit hinten bin", berichtete Mercedes-Mann Pascal Wehrlein über die Phase vor seinem Ausfall. "Wie man nachher gesehen hat, lag ich gar nicht so schlecht, weil die anderen noch stoppen mussten. In solchen Rennen braucht man einfach Glück und Zufälle mit den Reifen und dem Safety-Car."

Das Feld wurde mehrfach durcheinander gewürfelt - Foto: BMW AG

Die größte Unbekannte des Rennens war ohne Zweifel der spätere Sieger Christian Vietoris, der seinen ersten Boxenstopp bereits vor dem eigentlichen Start absolvierte. "Als ich Vietoris später in der Nähe von Mortara und Rockenfeller gesehen habe, musste ich mich erst einmal erkundigen, ob er seinen Pflichtboxenstopp überhaupt schon gemacht habe", sagte Gass. Bei Vietoris wurden nach seinem zweiten Reifenwechsel in der 19. Runde nämlich nicht zwei Boxenstopps, sondern nur ein Stopp angezeigt.

"Das war ein verrücktes Rennen. Es war das verrückteste für mich in der DTM", resümierte Farfus. Nachdem die Meisterschaft in den letzten Jahren nicht unbedingt von actiongeladenen Rennen geprägt war, will man sich aber auch nicht über die gewonnene Spannung beschweren. Vielleicht kommt das Safety-Car in Zukunft ja noch öfter zum Einsatz?


Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x