DTM - Kolumne - Pascal Wehrlein

Ein Punkt ist nicht die Welt

Pascal Wehrlein ist eines der größten deutschen Motorsport-Talente. In seiner Motorsport-Magazin.com Kolumne erklärt er, wie er seinen ersten Punkt einfuhr.
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Motorsport-Magazin.com - Liebe Motorsport-Magazin.com-Leser,

der Samstag war einfach nicht gut genug. Es war allgemein für Mercedes nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht hätten und Platz 21 im Qualifying war für mich natürlich enttäuschend. Am Sonntag haben wir noch das Beste daraus gemacht. Es war eigentlich überraschend, dass wir so schnell waren - im zweiten Renndrittel bin ich mehrere schnellste Runden gefahren.

Ich habe über das Rennen hinweg einige Autos überholt, was mit DRS und Option-Reifen gut möglich war, wenn auch nicht so gut wie vielleicht auf anderen Strecken. Wenige Runden vor Schluss konnte ich von Platz elf auf Rang zehn fahren und dadurch meinen ersten Punkt sichern. Wäre der Einsatz von DRS in den letzten drei Runden noch erlaubt gewesen, hätte auf jeden Fall noch mehr möglich sein können. Man hat bereits in Hockenheim gesehen, ohne DRS passiert nur noch wenig. So war es auch in Brands Hatch.

Es wäre auf jeden Fall spannend gewesen, noch ein paar Runden mit DRS zu fahren, zumal ich gegen Schluss sehr schnell unterwegs war.
Pascal Wehrlein

Ich fuhr am Ende des Rennens in einer Gruppe, in der sich mehrere Fahrzeuge im direkten Kampf befanden. Es wäre auf jeden Fall spannend gewesen, noch ein paar Runden mit DRS zu fahren, zumal ich gegen Schluss sehr schnell unterwegs war. Dennoch war Platz zehn von Startposition 20 aus in Brands Hatch schon nicht schlecht. Dass ich als jüngster DTM-Pilot aller Zeiten einen Punkt geholt habe, bedeutet mir wenig. Ein Punkt ist nicht die Welt.

Ich habe nach dem Rennen im Fernsehen gesehen, wie Augusto Farfus über die Start-Ziel-Gerade abgeschleppt wurde. Wir kommen auf diesem Abschnitt mit bis zu 180 km/h angeschossen und auf dieser kurzen Strecke ein Auto quer hinüberzuschieben, war gefährlich. Aus meiner Sicht wäre eine Safety Car-Phase angebracht gewesen.

Wir haben jetzt einmal die Qualifikation gut auf die Reihe bekommen und einmal das Rennen, jetzt müssen wir beides kombinieren.
Pascal Wehrlein

Ein großes Thema waren auch die gelben Flaggen. In Brands Hatch ist es schwierig, sich an die Vorgabe zu halten, unter gelben Flaggen in dem jeweiligen Sektor eine halbe Sekunde langsamer zu fahren. Es gibt nur drei Sektoren, von denen einer nur wenige Sekunden dauert. Dementsprechend ist es in Brands Hatch auf jeden Fall schwieriger als auf "normalen" Strecken, wo ein Sektor etwa doppelt so lang ist. Aber so sind die Regeln. Bei mir hat zum Glück alles gepasst. Es ist natürlich ärgerlich für die Fahrer, die bestraft wurden. Wenn sich jeder Fahrer an die Regel hält, wird die Arbeit der Streckenposten beim Bergen unserer Fahrzeuge sicherer. Daher würde ich an dieser nichts ändern. Ich denke, es muss sich einfach jeder daran gewöhnen.

Nächste Woche geht es in Spielberg weiter. Wir haben jetzt einmal die Qualifikation gut auf die Reihe bekommen und einmal das Rennen, jetzt müssen wir beides kombinieren. Dann sind auch mehrere Punkte möglich - das sollte das Ziel sein. Ich will wieder so viel mitnehmen und lernen wie möglich. Für mich ist es wichtig, jedes Rennen zu Ende zu fahren, da ich noch wenig Erfahrung habe und die Zeit auf der Strecke brauche. Entscheidend ist, dass ich in die Punkte fahre, lerne und mich verbessere.

Euer Pascal

Unterschrift von Pascal Wehrlein


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