DTM - Zwischenfazit: Mercedes fährt vorne weg

Sturm Richtung Titel und Sorgen im Hinterfeld

Gary Paffett ist der Mann der Stunde in der DTM und lässt Mercedes Rennen für Rennen jubeln. Doch es gibt in der bisherigen Saison auch Schattenseiten.
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Auto: C-Coupé im Rennen eine Macht

Für Mercedes hätte der Start in die neue DTM-Saison nicht besser verlaufen können. In Hockenheim feierten Gary Paffett und Jamie Green einen überlegenen Doppelsieg und distanzierten Mattias Ekström im Audi um knapp zwanzig Sekunden - in der DTM eine kleine Welt.

Wir erwarten keine Dominanz
Norbert Haug

Schon früh zeigte sich, dass Mercedes im Rennen zumeist den Takt vorgeben kann, während das Auto zunächst im Qualifying kleine Schwächen aufwies. Nur in Brands Hatch startete mit Gary Paffett ein Pilot mit dem Stern auf der Motorhaube von der Pole Position.

Trotz des überragenden Auftakts in Hockenheim war sich Motorsportchef Norbert Haug bereits damals sicher, dass man vor den Mitstreitern mehr als nur auf der Hut sein müsse, um weiterhin an der Spitze zu stehen. "Wir erwarten keine Dominanz. Die Konkurrenz ist extrem stark, es wird nicht jedes Rennen so ausgehen", schätzte der 59-Jährige die Lage ein.

Teams: An der Spitze und am Ende vertreten

Nach vier Rennen führt Paffett die Gesamtwertung überlegen an. Der Brite konnte bisher zwei Mal gewinnen und fuhr darüber hinaus auch noch einen zweiten und einen dritten Platz ein. Somit liegt Paffett bereits stattliche 36 Zähler vor Mattias Ekström, seinem ersten Verfolger. Dieser Punkteausbeute ist es auch zu verdanken, dass sein Team an der Spitze der Teamwertung steht. Paffetts Stallgefährte Christian Vietoris konnte bis dato zwei Mal über Punkte jubeln: in Hockenheim erreichte der 23-Jährige den vierten Platz, in Brands Hatch stand schlussendlich Rang sechs zu Buche.

An der dritten Stelle der Teamwertung rangiert das zweite HWA-Team, was vor allem Jamie Greens guter Saison geschuldet ist. Der Brite fuhr stets in die Punkteränge und liegt daher auch in der Fahrerwertung auf Platz drei. Konstanz ist bei Green Trumpf, während sein Teamkollege Ralf Schumacher eine der Enttäuschungen der bisherigen Rennen ist. Der ehemalige Formel-1-Pilot hat erst sieben Punkte eingefahren und fiel einige Male vor allem durch Kontakt zu anderen Autos auf.

Gary Paffett startete mit einem Sieg in die Saison - Foto: DTM

Während also zwei Mercedes-Teams mit dem Saisonauftakt zufrieden sein können, stellt sich die Lage bei den beiden anderen wesentlich ernüchternder dar. Mücke mit den Piloten David Coulthard und Robert Wickens hat nur vier Punkte vorzuweisen, die allesamt auf das Konto des Schotten gehen und beim ersten Rennen in Hockenheim gesammelt wurden. Ähnlich wie Schumacher ist Coulthard hinter den Erwartungen zurückgeblieben, negativer Höhepunkt war die letzte Startposition in Spielberg. Wickens benötigt als Rookie noch etwas mehr Erfahrung, um Zählbares einzufahren, bisher ist ein 13. Platz am Red Bull Ring sein bestes Saisonergebnis.

Noch trister als bei Mücke ist die Situation bei Persson, das als eines von lediglich zwei Teams noch gar keine Punkte aufweist. Dem jungen Roberto Merhi muss ebenso wie seinem Rookie-Kollegen Wickens noch eine gewisse Eingewöhnungszeit zugestanden werden - immerhin zeigte seine Tendenz in Spielberg mit Rang zwölf durchaus nach oben. Susie Wolff scheint in ihrer mittlerweile siebten DTM-Saison nicht so recht vom Fleck zu kommen; ihr bestes Resultat erreichte sie ebenfalls mit einem zwölften Platz, allerdings bereits beim Auftakt in Hockenheim.

Zwischenfazit: Der Meistertitel zum Greifen nahe

In der Herstellerwertung lacht Mercedes mit 17 beziehungsweise 53 Punkten Vorsprung auf Audi und BMW von der Spitze und auch in der Fahrerwertung, in der Paffett auf Meisterschaftskurs liegt, sieht es außerordentlich gut aus. Kann der Meister von 2005 die Beständigkeit auf hohem Niveau konservieren, wird er nur sehr schwer zu schlagen sein und könnte sich zum zweiten Mal die DTM-Krone aufsetzen.

Ich hoffe, dass wir unsere derzeitige Pace über die Saison hinweg halten können
Jamie Green

Sollte dennoch etwas schiefgehen, hat Mercedes mit Jamie Green auch noch ein weiteres Ass im Talon, doch dahinter lichten sich bereits die Reihen, denn der drittbeste Fahrer liegt mit Vietoris nur auf dem achten Zwischenrang.

Zurücklehnen dürfen sich die Stuttgarter also keinesfalls, zu eng ist die neue DTM und bereits ein kleiner Fehler kann wertvollen Boden kosten. Dessen ist sich auch Green im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com völlig bewusst: "Es ist immer sehr schwer, den Titel zu holen. Es geht darum, ein schnelles Auto zu haben und konstant seine Leistung zu bringen. Ich hoffe, dass wir unsere derzeitige Pace über die Saison hinweg halten können."


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