ADAC Formel Masters - Jahresrückblick zur Saison 2012

Interessante Zahlen & Geschichten

Spannendstes Titelduell in der Geschichte des ADAC Formel Masters. Rennen zeichnen sich durch hohe Wettbewerbsdichte aus. Internationale TV-Präsenz.

Motorsport-Magazin.com - Die ADAC Formel Masters Saison 2012 war ein voller Erfolg: Die Zuschauer sahen an den Rennstrecken in Deutschland, Österreich sowie in den Niederlanden 24 spannende Rennen auf hohem Niveau. In einem packenden Meisterschaftsfinale krönte sich Marvin Kirchhöfer zum fünften Champion in der Geschichte der ADAC Formelschule.

Kopf-an-Kopf-Rennen: Der Titelkampf war in dieser Saison der spannendste in der Geschichte der Nachwuchsserie: Erst beim vorletzten Rennen in Hockenheim setzte sich Marvin Kirchhöfer gegen Gustav Malja durch. Die beiden Titelaspiranten lieferten sich während der Saison ein Kopf-an-Kopf-Duell; die Statistik zeigt: Sowohl ADAC Stiftung Sport Förderpilot Kirchhöfer als auch Malja fuhren jeweils 16 Mal auf das Podium. Bei den Siegen hatte Kirchhöfer klar die Nase vorne: Er triumphierte neun Mal, sein schwedischer Kontrahent drei Mal. Kirchhöfer erzielte die meisten Pole Positions, sieben Mal nahm er ein Rennen von Startplatz eins auf. Bei den schnellsten Rennrunden war Malja einen Tick besser: Der Neuhauser Racing-Pilot fuhr neun Mal die schnellste Runde des Rennens, Kirchhöfer gelang dies acht Mal.

Verheißungsvolle Zukunft - Foto: ADAC Formel Masters

Verheißungsvolle Zukunft: Marvin Kirchhöfer steht eine potenziell erfolgreiche Zukunft bevor. Seine Meisterschafts-Vorgänger Richie Stanaway und Daniel Abt zog es in die GP3-Serie. Abt fuhr in dieser Saison bis zum letzten Rennen um die Meisterschaft und gewann den Vize-Titel in seinem Debütjahr. Pascal Wehrlein tritt mit großem Erfolg in der Formel 3 Euro Serie an. In seinem Premierenjahr stand der Deutsche bislang acht Mal auf dem Podium, gewann ein Rennen und hat gute Chancen auf den Titelgewinn.

Glücksbringer an Bord: Aberglaube ist im Sport weit verbreitet und auch die jungen Nachwuchspiloten des ADAC Formel Masters setzten während der Saison auf unterschiedliche Glücksbringer. Bei Nici Pohler fuhr seit Saisonbeginn ein kleines Plüschschweinchen im Cockpit mit, das ihm seine Freundin geschenkt hatte. Nach dem ersten Rennwochenende in Oschersleben wurde der rosarote Begleiter durch eine feuerfeste Version des Schweinchens ersetzt. Marvin Kirchhöfer klebte sich für jeden Sieg einen Aufkleber in Form eines Einschussloches auf sein Auto - am Ende waren es neun. Titelrivale Gustav Malja erhielt Unterstützung aus der Familie: Sein jüngerer Bruder Ville malte dem Schweden nach dessen Doppelsieg auf dem Sachsenring ein Bild. Darauf zu sehen waren ein Podium und eine große Nummer eins auf der schwedischen Flagge. Jason Kremer schrieb seinen Leitspruch aufs Lenkrad seines Autos: "Gewinnen beginnt im Kopf".

Souveräner Teammeister: Lotus sicherte sich bereits am vorletzten Rennwochenende des Jahres auf dem Nürburgring die Teammeisterschaft. Mit insgesamt 13 Siegen (Kirchhöfer 9, Visser 2, Schmidt und Dalewski jeweils 1 Sieg) erzielte die Mannschaft mehr Siege als alle anderen Teams zusammen. Neuhauser Racing (Malja 3, Jäger 1) und Mücke Motorsport (Grapp 2, Kremer, Nissany) verbuchten jeweils vier Erfolge auf ihrem Konto. Mit Alessio Picariello stand zudem zwei Mal ein G&J / Schiller Motorsport-Pilot ganz oben.

Es macht mir nichts aus, gegen Jungs zu fahren. Das kenne ich schon aus meiner Zeit im Kartsport.
Beitske Visser

Erfolgreichste Pilotin: Der Niederländerin Beitske Visser gelang bei ihrem Heimrennen in Zandvoort der erste Sieg einer Pilotin im ADAC Formel Masters. Insgesamt setzte sich die Niederländerin in zwei Läufen (Zandvoort und Lausitzring) durch und avancierte damit zur erfolgreichsten Pilotin des ADAC Formel Masters. "Es macht mir nichts aus, gegen Jungs zu fahren", sagte Visser cool. "Das kenne ich schon aus meiner Zeit im Kartsport." Vor Visser waren die Finnin Emma Kimiläinen und die Schweizerin Andrina Gugger die erfolgreichsten Fahrerinnen im ADAC Formel Masters. Kimiläinen erzielte in Assen 2008 Platz zwei, Gugger belegte in der Saison 2010 im ersten Lauf in Oschersleben den fünften Platz. In der Saison 2012 trat die Schweizerin in einem Porsche 911 GT3 R im ADAC GT Masters an.

Groß trifft klein: Beim Gastspiel des ADAC Formel Masters im Rahmen des ADAC Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring prallten Welten aufeinander: Auf der einen Seite die Formel ADAC powered by Volkswagen mit einem Gewicht von 570 kg, 145 PS und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,7 Sekunden. Auf der anderen Seite die Racetrucks mit 5,5 Tonnen Gewicht und 1.200 PS, die die Trucks in fünf Sekunden bis zur abgeriegelten Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h beschleunigen. 180.000 Zuschauer sahen das Motorsport-Spektakel in der Eifel. Im Verlauf der Saison erlebten insgesamt 290.300 Fans die Rennen des ADAC Formel Masters.

Enge Duelle - Foto: ADAC Formel Masters

Vom Podium ins Fernsehen: Jeffrey Schmidt feierte auf dem Lausitzring seinen ersten Erfolg in der ADAC Formelschule. In der darauf folgenden Woche sendete der Schweizer TV Sender SF2 im Rahmen des Szene-Formats "Wild@7" einen umfangreichen Bericht über die Motorsport-Karriere des Lotus-Piloten. Auch der Schweizer TV Sender "Telebasel" interessierte sich für den Nachwuchspiloten: Für das Sportformat "Heimspiel" wurde Schmidt beim Saisonfinale in Hockenheim mit einer Kamera begleitet. kabel eins zeigte nach jedem Rennwochenende im "ADAC Masters Weekend Magazin" die Highlights der Rennen, zudem sorgte SPORT1 mit dem "ADAC Masters Magazin" für weitere TV-Präsenz des ADAC Formel Masters.

Sportgrößen hautnah: Ob Ralf Schumacher, der ehemalige Formel-1-Star Gerhard Berger, MotoGP-Pilot Max Neukirchner oder Box-Weltmeister Arthur Abraham: Im Rahmen des ADAC Masters Weekend waren zahlreiche prominente Vertreter des Sports im Fahrerlager anzutreffen. "Es ist immer wieder interessant, den Talenten zuzuschauen - da werden Erinnerungen an meine Zeit in den Nachwuchsserien wach", sagte der ehemalige Formel-1- und aktuelle DTM-Pilot Ralf Schumacher und lobte die Nachwuchstalente: "Die Fahrer sind mittlerweile so gut ausgebildet, dass ich ihnen keine Tipps mehr geben muss."

Niederländer unter sich - Foto: ADAC Formel Masters

Internationale TV-Präsenz: "Das ist der großartigste Tag in der Motorsport-Geschichte Israels", jubelte der langjährige, israelische TV-Journalist Boaz Korpel. Er erlebte live auf dem Red Bull Ring in Österreich, wie Roy Nissany seinen Premierensieg im ADAC Formel Masters feierte. Für den israelischen TV Sender Sports Channel übertrug Korpel die Erfolge des Mücke-Piloten auf dem Red Bull Ring live in bis zu fünf Millionen Haushalte.

Prominente Unterstützung: Indy Dontje baute in seinem Debütjahr im ADAC Formel Masters auf einen erfahrenen Lehrer. Der Niederländer holte sich Tipps vom ehemaligen DTM-Piloten Renger van der Zande. "Renger ist mein Fahrer-Coach", sagte Dontje über seinen Landsmann. "An den Rennwochenenden unterstützte er mich bei der Vorbereitung auf das Qualifying und die Rennen. Er war während der Saison eine große Hilfe für mich und mit ihm an meiner Seite lernte ich sehr viel über Motorsport."


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