24 h von Le Mans - GTE-Am-Vorschau: Vorteil Ferrari

Gelingt dem Dänen-Aston Genugtuung für Allan Simonsen?

Die GTE-Am-Klasse hat 2014 in Le Mans die meisten Teilnehmer: 19 Sportwagen sind angemeldet, aber nur auf drei Marken aufgeteilt. Droht Ferrari-Dominanz?
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Motorsport-Magazin.com - Wer die GTE-Am-Wertung nur als Feldfüller betrachtet, wird spätestens in diesem Jahr beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans umdenken müssen. Die mit 19 Nennungen üppig besetzte Klasse der Gentlemen und Halbprofis rettete dem Veranstalter ACO nach diversen Absagen aus anderen Kategorien ein volles Feld von 56 Fahrzeugen. Einziger Wermutstropfen ist die mangelnde Vielfalt, da nur Aston Martin, Ferrari und Porsche an der Sarthe sein werden.

Bei den ‚Jahreswagen‘ der GTE Am entscheidet sich das Rennen neben der soliden Arbeit des Teams oft über die Zusammenstellung des Fahrertrios: Mindestens ein Silber- und ein Bronze-Fahrer müssen an Bord sein. Neben dem obligaten schnellen Profi als drittem Besatzungsmitglied muss eine gute Balance aus Geschwindigkeit und finanzieller Potenz gefunden werden.

Aston Martin: Reicht es für das dänisch-britische Zweigespann?

66,6 Prozent aller Aston-Martin-Piloten in der GTE Am sind Dänen - das ist trotz zweier Vantage ein beachtlicher Fakt. Allerdings haben die Briten auch nur zwei Eisen im heißen GTE-Feuer. Der 95er-Vantage tritt mit der Siegerbesatzung von Silverstone an und kommt als WEC-Führender an die Sarthe. GT-Ass Nicki Thiim veredelt das Trio für den Langstreckenklassiker, bei dem der Dänen-Aston nach dem traurigen Ausfall und dem Tod Allan Simonsens im letzten Jahr mehr als nur eine Rechnung offen hat. Die Qualität zur Begleichung ist vorhanden.

Um den kanadischen Geschäftsmann Paul Dalla Lana formiert sich der zweite Vantage. Veteran Pedro Lamy und der ehemalige GT1-Pilot Christoffer Nygaard werden allerdings ein fehlerfreies Rennen brauchen, um ein Wörtchen um den Sieg mitreden zu können. Das dritte Podest beim dritten WEC-Lauf ist aber nicht unwahrscheinlich, wenn der Vantage durchkommt.

Aston Martin Racing, #95: Kristian Poulsen, David Heinemeier Hansson, Nicki Thiim
Aston Martin Racing, #98: Paul Dalla Lana, Pedro Lamy, Christoffer Nygaard

Ferrari: Trampelt die rote Herde alles nieder?

Nicht weniger als elf Ferrari 458 Italia gehen in der GTE-AM an den Start. Allein die schiere Masse macht die Sportwagen-Hengste aus Maranello zu Mitfavoriten. Der 61er-Ferrari von Pérez Companc , Cioci und Venturi geht als Spa-Sieger mit viel Rückenwind nach Frankreich. Enttäuschend lief die WEC-Saison bislang für den GTE-Team-Champion 8 Start Motorsports, doch Le Mans gehörte schon im letzten Jahr nicht zu den besten Rennen der Truppe um Enzo Potolicchio.

Welttorhüter Fabien Barthez (Sofrev) gehört trotz einiger Rennsporterfahrung eher zu den Außenseitern, dürfte aber allein durch seine Präsenz an der Sarthe für weitere mediale Aufmerksamkeit sorgen. Andrea Bertolini (SMP), Ben Collins (Krohn) und Johnny Mowlem (RAM) scheinen derweil für schnelle Stints prädestiniert.

RAM Racing, #53: Johnny Mowlem, Mark Patterson, Archie Hamilton
Krohn Racing, #57: Tracy Krohn, Niclas Jönsson, Ben Collins
Sofrev ASP, 58: Fabien Barthez, Anthony Pons, Soheil Ayari
AF Corse, #60: Peter Ashley Mann, Lorenzo Casè, Raffaele Giammaria
AF Corse, #61: Luís Pérez Companc, Marco Cioci, Mirko Venturi
AF Corse, #62: Yannick Mallégol, Jean-Marc Bachelier, Howard Blank
JMW Motorsports, #66: Abdulaziz Al-Faisal, Seth Neiman, Spencer Pumpelly
Team Taisan, #70: James Rossiter, Pierre Ehret, Martin Rich
SMP Racing, #72: Andrea Bertolini, Victor Shaitar, Aleksey Basov
AF Corse, #81: Stephen Wyatt, Michele Rugolo, Sam Bird
8 Star Motorsports, #90: Frankie Montecalvo, Gianluca Roda, Paolo Ruberti

Porsche: Gelingt eine weitere Le-Mans-Überraschung?

Drei Porsche-Teams mit sechs Wagen stellen sich gegen die Ferrari-Übermacht und den Speed der Aston Martin. Die WEC-Saison verlief bislang für die Weisacher-Fraktion nicht sonderlich erfreulich: Zwei vierte GTE-Am-Plätze für das Proton-Trio von Ried, Bachler und Al Qubaisi waren 2014 die Höchstmarken nach guten Tests. Der zweite Wagen von Proton startet unter der Nennung von Schauspieler Patrick Dempsey und hat mit Patrick Long einen ausgewiesenen Porsche-Experten an Bord.

Gerade die Profis des Porsche-Lagers können sich sehen lassen, obwohl die Werksfahrer anderweitig gebunden sind: Éric Hélary, Emmanuel Collard und Jeroen Bleekemolen werden wohl die Highlights bei den teilweise sehr ungleichen Trios setzen müssen.

IMSA Performance, #67: Erik Maris, Jean-Marc Merlin, Éric Hélary
ProSpeed, #75: François Perrodo, Emmanuel Collard, Markus Palttala
IMSA Performance, #76: Raymond Narac, Nicolas Armindo, David Hallyday
Dempsey Racing/Proton, #77: Patrick Dempsey, Joe Foster, Patrick Long
ProSpeed, #79: Cooper MacNeil, Bret Curtis, Jeroen Bleekemolen
Proton, #88: Christian Ried, Klaus Bachler, Khaled Al Qubaisi

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