Nick Heidfeld wurde am 10.5.1977 in Mönchengladbach geboren. Seine Motorsportkarriere begann mit 8 Jahren, also 1985, im Kart. Danach durchlief er den üblichen Weg eines jungen Rennfahrers, der über Nachwuchsserien in die Formel 3000 führte. Dort wurde er 1999 Meister und war gleichzeitig Testfahrer bei McLaren-Mercedes.
Heidfeld schafft den Sprung in die Königsklasse
Nach dem Titel in der Formel 3000 in der Saison 1999 schaffte "Quick Nick", wie er gerne genannt wurde, den Sprung in die Formel 1 zu Prost Peugeot, dem Team des vierfachen Weltmeisters Alain Prost. Obwohl der Mönchengladbacher ohne Punkte blieb, wechselte er 2001 zu Sauber, wo er gemeinsam mit Kimi Räikkönen ein gleichermaßen junges wie erfolgreiches Fahrergespann bildete und zum ersten Mal in der Königsklasse den Sprung auf das Podium schaffte.
Doch dann kam der große Schlag: Statt des langjährigen Mercedes-Schützlings Heidfeld, verpflichtete McLaren-Mercedes Anfang 2002 lieber Räikkönen, weshalb Heidfeld zwei weitere Jahre bei Sauber blieb, an die Erfolge seiner ersten Saison bei den Schweizern jedoch nicht anknüpfen konnte.
2004 heuerte Heidfeld beim unterlegenen Jordan Team an, wurde aufgrund guter Leistungen zur nächsten Saison aber dann von BMW Williams verpflichtet. 2006 folgte der Wechsel zu BMW Sauber, wo Heidfeld mit Platz fünf in der Gesamtwertung und zahlreichen Podiumsplatzierungen seine erfolgreichste Zeit in der Formel 1 erlebte, wenngleich ihm ein Rennsieg verwehrt blieb.
Als sich BMW 2010 schließlich aus der Formel 1 zurückzog, erlebte Heidfeld ein böses Silber-Deja-vu. Eigentlich als zweiter Fahrer des neuen Mercedes GP gesetzt, unterschrieb Michael Schumacher und Heidfeld wurde zum Testfahrer. Doch schon während der Saison verließ er Mercedes, um als Pirelli-Testfahrer anzuheuern. Aber auch dieses Engagement währte nur, bis Peter Sauber ihm das Cockpit des erfolglosen Pedro de la Rosa anbot. Heidfeld kehrte dem italienischen Reifenhersteller den Rücken und im Sauber wieder auf die Strecke zurück.

Allerdings gelang ihm auch für 2011 zunächst nicht der Sprung ins Renncockpit. Erst als Lotus-Renault-Pilot Robert Kubica bei einer Rallye schwer verunglückte und sein Platz frei wurde, kam Heidfelds Chance. Er überzeugte das Team bei den Testfahrten und ergatterte doch noch seinen ersehnten Sitz. Obwohl Heidfeld in Malaysia als Dritter den Sprung auf das Podium schaffte, wurde er zur Saisonhalbzeit abgelöst und durch Brasilianer Bruno Senna ersetzt.
Von der Formel 1 auf Umwegen in die Formel E
In Folge dessen kehrte Heidfeld der Formel 1 nach 183 Rennen und 13 Podiumsplatzierungen den Rücken und widmete sich einer neuen Aufgabe auf der Langstrecke. Seinen größten Erfolg feierte der Mönchengladbacher 2014 mit Rebellion Racing, als er bei den 24 Stunden von Le Mans den Sieg in der LMP2-Klasse feierte.
Darüber hinaus ging Heidfeld von 2014 bis 2018 in der FIA Formel-E-Meisterschaft an den Start. Nach dem zwölften Gesamtrang in der Debütsaison mit Venturi, wechselte der Deutsche zur Saison 2015/16 zu Mahindra und schloss das Klassement als Zehnter ab. Auch für die nächste Saison behielt er sein Cockpit beim Team und schloss die Meisterschaft als Siebter ab. In seiner letzten Saison 2018 reichten die Ergebnisse nicht mehr für die Verlängerung seines Stammcockpits bei Mahindra. Er blieb der Formel E aber als Spezialberater und Test- und Ersatzfahrer erhalten.
Im Jahr 2024 meldete sich Heidfeld mit einem Spezialprojekt zurück: Gemeinsam mit seinem früheren Formel-E-Mahindra-Teamchef Dilbagh Gill gründete er die Elektro-Meisterschaft namens 'FG Series' und präsentierte das erste Rennauto dafür. Die neue FG Series soll sich gleichermaßen an Nachwuchspiloten und erfahrenere Profis richten. Debütiert hat die Rennserie im Jahr 2025.
