Mehr Motorsport - Auto GP - Portrait: Zele Racing

Wiedereinstieg in die internationale Rennszene

Das Kärntner Motorsportteam Zele Racing startet in dieser Saison in der AutoGP World Series.

Motorsport-Magazin.com - Gegründet wurde das Team vom ehemaligen Motorradrennfahrer Hermann Zele und seinem Sohn Michael im Jahr 2001. In der letzten Dekade blickt die Bad Bleiburger Mannschaft auf eine erfolgreiche Geschichte im Motorsport zurück. Sie nahmen an mehreren renommierten Rennserien wie der World Series by Nissan, der Superfund Euro3000, sowie der LeMans Series teil. 2013 will das Team in der Auto GP World Series aufzeigen.

Ich freue mich, nach all den Jahren im Rennzirkus, mit Serienorganisator Enzo Coloni zusammenzuarbeiten, mit dem uns eine langjährige Freundschaft verbindet.
Michael Zele

Nachdem in den letzten Jahren verstärkt Kundenprojekte, wie zum Beispiel die Entwicklung eines Rennwagens für die Formula Superfund, sowie die Betreuung von Privatkunden in den Vordergrund gerückt waren, entschied sich Teamchef Michael Zele, 2012 wieder selbst in einer Meisterschaft an den Start zu gehen.

"Wir haben bereits vor drei Jahren mit dem Einstieg in die AutoGP Rennserie geliebäugelt. Mit dem Wechsel des Reifenlieferanten von Michelin zu Kumho fiel uns die Entscheidung leicht. Die weltweite Medienpräsenz und die TV Live-Übertragungen auf Eurosport waren ideale Voraussetzungen den Wiedereinstieg in die internationale Rennszene auf diesem Niveau zu wagen", meinte Zele. "Ich freue mich auch, nach all den Jahren im Rennzirkus, mit Serienorganisator Enzo Coloni zusammenzuarbeiten, mit dem uns eine langjährige Freundschaft verbindet."

Die Fahrer 2013

Narain Karthikeyan
Der 36-jährige Inder debütierte 2005 in der Formel 1 als erster Inder der Geschichte. Er startete bis 2012 mit Unterbrechungen in 46 Rennen.

2013 tritt er in der Auto GP für Zele Racing an. Karthikeyan kam früh durch seinen Vater mit dem Motorsport in Berührung: 1992 schrieb er sich in der berühmten französischen Elf Winfield Racing School ein und schaffte es beim Abschlussturnier bis ins Halbfinale.

1994 ging er in die britische Formel Ford und fuhr gleich in Estoril aufs Podium. Narain gewann die Winterserie und damit als erster Inder eine europäische Formelmeisterschaft. 1996 gewann er die Formel Asia mit 10 Siegen aus 14 Rennen und kehrte wieder nach Europa zurück, wo er 1998 in die starke britische Formel 3 wechselte. 1999 wurde er dort für Carlin Motorsport mit zwei Siegen, zwei Pole-Positions sowie drei schnellsten Runden Gesamtsechster.

2001 absolvierte Narain seinen ersten Formel-1-Test für Jaguar und wenig später einen für Jordan. Als erster Inder überhaupt gab Karthikeyan 2005 sein Debüt in der Formel 1 und fuhr beim Großen Preis der USA auf Platz 4. 2006 wurde er Testfahrer bei Williams F1 und trat für das indische Team India in der A1 Grand Prix Serie an. Ende 2007 wurde sein Vertrag von Sir Frank Williams nicht mehr verlängert und Narain fuhr für Colin Kolles in Le Mans.

2010 war er in der Superleague Formula und der NASCAR Truck Series unterwegs. In der Folgesaison kehrte er mit dem spanischen Rennstall HRT in die Formel 1 zurück, wo er bis zu dessen Ausstieg Anfang 2013 im Einsatz war. Daher unterschrieb er für 2013 bei Zele Racing in der Auto GP World Series.

Luciano Bacheta
Der 23-jährige Brite aus Romford gewann 2012 die FIA-Formel-2-Meisterschaft und tritt diese Saison für Zele Racing in der Auto GP World Series ein.

Bacheta, dessen Eltern aus Indien stammen, begann seine Motorsportkarriere 2004 im Kartsport und wechselte 2006 in die T-Cars-Serie, in der Rennfahrer im Alter von 14 bis 17 mit Limousinen unterwegs waren, und gewann auf Anhieb den Titel gegen Piloten wie Max Chilton, Joylon Palmer oder Alex Brundle.

2007 trat er in der Formel Palmer Audi an, gewann vier Rennen und belegte Platz 3 in der Gesamtwertung. Im Folgejahr ging Bacheta in den Formel Renault 2.0 Eurocup und wurde in seiner dritten Saison, 2010, mit zwei Siegen Vizemeister hinter Kevin Korjus. Anfang 2011 übernahm Anthony Hamilton sein Management und verschaffte ihm einen Test für Mercedes in der DTM. Der talentierte Brite fuhr dann aber für RSC Mücke Motorsport in der GP3-Serie und wechselte anschließend in die FIA-Formel-2-Meisterschaft, wo er sich in seinem zweiten Jahr, 2012, mit insgesamt zehn Podest-Platzierungen und vier Siegen in Serie souverän den Meistertitel holte. Heuer möchte Bacheta bei Zele Racing in der Auto GP den nächsten Coup schaffen.

Was ist die AutoGP World Series?

Die Auto GP World Series ist eine seit 1999 ausgetragene, in Italien beheimatete Rennserie für Formelfahrzeuge, die auf verschiedenen Rennstrecken weltweit gastiert.

Es wird in Lola-Einheitsfahrzeugen gestartet, die für die Saison 2013 von Serienorganisator Enzo Coloni und Fahrzeugdesigner Enrique Scalabroni - er arbeitete in den 80er und 90er Jahren für Williams und Ferrari in der Formel 1 - grundlegend überarbeitet. Alle Rennen werden live von Eurosport in 59 Länder übertragen.

Das Rennwochenende

Am Freitag finden zwei freie Trainingseinheiten von 30 Minuten statt. Am Nachmittag steht das Qualifying auf dem Programm. Das Ergebnis bildet die Startaufstellung für das erste Rennen am Samstag.

Im zweiten Rennen am Sonntag starten die besten Acht des ersten Laufes in umgekehrter Reihenfolge. Der Achtplatzierte startet von der Pole-Position, der Siebtplatzierte von Position zwei und so weiter. Der Laufsieger nimmt das Rennen von Platz acht in Angriff.

Die Saison 2013

Nachdem sich beide Piloten erst sehr spät entschieden haben, in der AutoGP World Series an den Start zu gehen, war die Vorbereitungszeit für Team und Fahrer sehr knapp.

Daher mutierte das erste Freie Training beim Saisonauftakt in Monza gleichzeitig zur ersten Ausfahrt von Narain und Luciano in einem AutoGP Boliden. Doch gleich am ersten Rennwochenende konnte das Duo sein großes Potenzial aufzeigen: Narain war in beiden Läufen der schnellste Mann im Feld, hatte aber technische Probleme, und Luciano holte die Sonntagspole und gleich in seinem zweiten Rennen in der Serie mit Platz zwei sein erstes Podium.

Deutlich besser eingespielt kam das Team nach Marrakesch, doch Narain war wieder vom Pech verfolgt und wurde als dominierender Mann des Wochenendes abgeschossen. Luciano stand Sonntag wieder auf der Pole und raste zu seinem Premierensieg in der AutoGP, der gleichfalls der erste des Zele Racing Teams in der Serie war.


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