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MotoGP - Kein Maschinenwechsel bei Forward Racing

Suters frostiges Verhältnis zu Edwards

Eskil Suter sieht die Unzufriedenheit von Colin Edwards nicht in der Leistung der Suter-BMW, sondern in den Erwartungen des Texaners an CRTs begründet.
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Motorsport-Magazin.com - Ob auf Pressekonferenzen oder bei Twitter - Colin Edwards ließ in den letzten Wochen keine Gelegenheit aus, um sich über seine Suter-BMW zu beschweren. Die Sticheleien gipfelten darin, dass das Forward Racing Team bei den Tests in Brünn sogar eine ART-Maschine testete und Edwards einen möglichen Wechsel zum Lauf in Misano in Aussicht stellte.

Eskil Suter, der als Chef der Suter Racing Technology AG zuletzt im Zentrum der Kritik stand, hielt sich bisher hingegen aus jeglichen öffentlichen Debatten raus. Doch gegenüber Motorsport-Magazin.com stellte der Schweizer jetzt klar: "Seit Montag steht fest, dass Forward Racing nicht wechseln wird und wir die Saison gemeinsam und vor allem positiv zu Ende bringen wollen. Außerdem sieht es danach aus, dass wir ab Misano auch das CRT-Projekt von Ioda Racing unterstützen werden. Das ist eine gute Sache, auch für Colin [Edwards], weil man dann das Feedback von zwei Fahrern bekommt."

Seit Montag steht fest, dass Forward Racing nicht wechseln wird und wir die Saison gemeinsam und vor allem positiv zu Ende bringen wollen.
Eskil Suter

Die starke Kritik des Amerikaners an seinem Gefährt kann Suter nicht nachvollziehen: "In Brünn hat Loris Capirossi neben der Werks-Honda auch verschiedene CRT-Bikes getestet und war von unserem Modell begeistert. Er hat klar gesagt, dass die Suter-BMW die Beste ist", so der 45-Jährige, der sein aktuelles Verhältnis zum Texaner als frostig bezeichnet. "Edwards ist einfach die Yamaha gewöhnt, jetzt fährt er mit dem CRT-Bike in einer anderen Liga. Ich denke, er hat einfach auch eine Weile gebraucht um zu verstehen, dass man mit sehr bescheidenen Mitteln die Entwicklung nicht in der Form vorantreiben kann, wie es vielleicht notwendig wäre", sagt Suter, der darauf verweist, als kleine Firma keine Millionen investieren zu können. Aprilia beispielsweise habe für das CRT-Projekt bereits die Basis aus der Superbike-Weltmeisterschaft nutzen können. Bei Suter habe man hingegen mit einem weißen Blatt Papier und viel Fleißarbeit angefangen.

Suter mit Maschine zufrieden

Kritik an Edwards will der Schweizer allerdings nicht üben: "Er hat seine Testarbeit erledigt, aber eben auch erwartet, dass Verbesserungen vorgenommen werden, die durch das knappe Budget nicht möglich sind. Hier gab es vielleicht auch ein Kommunikationsproblem. Jetzt hat er aber verstanden, dass man aus einem CRT-Bike kein Werksbike machen kann - zumindest nicht mit den Mitteln", so Suter, der von seiner Maschine nicht nur durch die guten Auftritte in Katar, Barcelona und am Sachsenring nach wie vor überzeugt ist. Die von Marc VDS-Teamchef Michael Bartholemy aufgestellte These, dass die Suter-Bikes nicht für große Fahrer wie beispielsweise Colin Edwards geschaffen wären, teilt der Schweizer nicht: "Das ist Quatsch. Natürlich haben es größere Fahrer nicht einfach, aber beim CRT-Bike stimmen wir bestimmte Teile natürlich auf den Piloten ab."

Wir werden das Hauptaugenmerk auch 2013 auf die Moto2 legen
Eskil Suter

Auch wenn für Suter mit den einzelnen Teams ständig neue Abstimmungen und Verhandlungen anstehen, richtet sich der Blick des Turbenthalers bereits jetzt auf die neue Saison. "Wir werden das Hauptaugenmerk auch 2013 auf die Moto2 legen. Ich denke, es kommt nicht von ungefähr, dass wir uns das dritte Mal hintereinander den Konstrukteurstitel sichern werden. In der Moto3 werden wir künftig auf Honda-Motoren setzen", so Suter. Auch im CRT-Bereich gebe es verschiedene Anfragen. "Wir sind natürlich wesentlich günstiger als Aprilia, aber es kommt auf die Teams an. Hier müssen wir abwarten. Aber es sieht so aus, dass wir auch im nächsten Jahr wieder dabei sein werden", so Suter.


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