Ein Startplatz in der ersten Reihe in Monaco, die bisher beste Startposition seiner GP-2-Laufbahn, aber hundertprozentig glücklich war Bruno Senna trotzdem nicht: "Ich bin schon zufrieden, aber andererseits weiß ich auch, dass ich die Pole hätte holen können, wenn ich mit meinem zweiten Satz Reifen noch eine frei Runde erwischt hatte. Da hatte ich einen super ersten Sektor, auch der zweite war sehr gut, ich war auf Pole-Kurs - und dann bin ich in der letzten Kurve auf vier Autos aufgelaufen. Beinahe wäre ich da sogar noch aufgefahren, ich kam mit so viel Schwung an, an einem habe ich mich dann irgendwie sogar vorbeiquetschen müssen", meinte Senna gegenüber motorsport-magazin.com. Die einzige freie Runde in der ganzen Session, die Senna erwischt hatte, "war zwar gut, aber nicht wirklich das absolute Limit, ich weiß, dass da noch einiges an Potenzial vorhanden war."
Das Auto sei nämlich sehr, sehr gut gewesen: "Da muss ich dem Team wirklich danken, die haben super Arbeit geleitet, da hat alles gepasst. Deshalb bin ich auch für das Rennen sehr optimistisch, ich bin überzeugt, dass ich schneller fahren kann als Maldonado." Wobei er ein bisschen darauf baut, schon am Start die Führung zu übernehmen: "Maldonado hat schon ziemlich oft Starts verhaut, ich hoffe mal, er macht das morgen wieder", grinste der Brasilianer. Sollte das nicht klappen, "dann muss ich halt dranbleiben und ihn unter Druck setzen. Das hatte er ja zum Beispiel letztes Jahr nicht, da konnte er allein vorneweg fahren." Worüber sich Senna auf jeden Fall schon mal freute: "Die ganzen Leute, die immer behauptet haben, ich sei auf Stadtkursen nicht gut, müssen jetzt wohl mal ein bisschen ruhig sein..."
iSport-Teamchef Paul Jackson, der auch mit dem sechsten Platz von Karun Chandhok durchaus zufrieden war, baut ebenfalls auf die Strategie: "Wenn Bruno am Start nicht vorbeikommt, dann kann man ja vielleicht beim Boxenstopp was machen." Länger draußen bleiben zum Beispiel und dann einen Vorsprung herausfahren. "Wir sind, was den Reifenverschleiß angeht, sehr, sehr gut aufgestellt", ist sich Senna sicher - und sein Kontrahent aus Venezuela gilt ja als nicht gerade sehr reifenschonender Pilot.

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