GP2 - Barcelona, Tag 2

Senna zufrieden, Pantano knapp Schnellster

Auch der zweite Testtag in Barcelona wurde von Problemen überschattet. Aber wenn die Autos mal liefen...

Motorsport-Magazin.com - "Wenn das Auto hält, dann sind wir ganz gut dabei", hatte Bruno Senna nach dem gestrigen durch technische Probleme gekennzeichneten ersten Testtag gesagt, und den Beweis trat er dann auch gleich mal an: Mit 1:26,396 fuhr der Brasilianer am Vormittag im iSport deutliche Bestzeit und einen neuen GP2-Rundenrekord - gute drei Zehntel vor Romain Grosjean und Pastor Maldonado. Am Nachmittag verbesserte Altmeister Giorgio Pantano ganz kurz vor Schluss diesen Rekord noch einmal um vier Hundertstel - und erzielte damit die schnellste Zeit der beiden Testtage insgesamt.

Das Auto ist halt immer noch ein bisschen nervöser als das alte, noch nicht ganz so schön zu fahren.
Bruno Senna

Senna war trotzdem zufrieden: "Wir hatten heute keine größeren Probleme und sind deshalb auch recht gut vorangekommen. Ich bin die Zeit gleich früh gefahren, am Nachmittag haben wir dann wieder sehr viele verschiedene Dinge am Auto ausprobiert, viele Daten und Informationen gesammelt. Ich glaube, wir haben jetzt eine ganz gute Idee, in welche Richtung wir gehen müssen, wenn all die neuen Teile da sind, die jetzt noch fehlen - immerhin haben wir im Bereich Lenkung jetzt schon mal was Neues, was doch etwas besser war. Das Auto ist halt immer noch ein bisschen nervöser als das alte, noch nicht ganz so schön zu fahren - aber wir denken schon, dass wir wissen, was wir noch machen können."

Dass es am Nachmittag nicht mehr für eine Bestzeit reichte, "lag erstens daran, dass das Auto zum Schluss vielleicht doch nicht mehr ganz so gut war wie heute früh, und zweitens hatte ich dann auch keine optimale und freie Runde mehr. Einmal war ich im ersten Sektor schon zwei Zehntel schneller als heute früh, bin dann aber im Verkehr hängen geblieben. Aber was soll's, das ist ja kein Qualifying - Hauptsache, wir kommen mit dem Auto weiter."

Bruno Senna war heute zufriedener. © Sutton

Ohne Zwischenfälle ging es auch heute in Barcelona nicht: Mike Conway leistete sich früh am Morgen gleich zu Beginn der Session einen ziemlich heftigen Abflug in Kurve vier - und musste bis zum Nachmittag warten, ehe sein Auto wieder in fahrfähigem Zustand war. Die erste von insgesamt sage und schreibe 14 roten Flaggen in der Vormittagssession, die dann wegen des immer stärker auffrischenden, böigen Windes sogar zwanzig Minuten früher als geplant gestoppt wurde - weil einige Reklamebanner an der Strecke sich selbständig zu machen drohten. Dafür ging es dann auch schon um halb zwei statt erst um zwei wieder los.

Da kam dann auch Sebastien Buemi zum Fahren, der erst einmal fast nur gestanden war. Den Schweizer, bis jetzt vom größeren Defektteufel an seinem Arden eher noch verschont geblieben, erwischte es heute auch: Motorschaden am Vormittag nach nur acht Runden - und entsprechender Ärger: "Nicht das, was man braucht, wenn man weiterkommen will. Ich konnte gestern Nachmittag schon nicht mehr mit neuen Reifen fahren, jetzt das... Dabei hätten wir noch einige Arbeit an der Abstimmung, das Auto übersteuert in schnellen Kurven eher, in langsamen untersteuert es stark. Von dem Problem mit der schwergängigen Lenkung einmal abgesehen - aber das trifft ja im Moment noch alle. Mal sehen, was sich da noch tut, ich bin mir nicht so sicher, ob man das so schnell grundlegend ändern kann." Am Nachmittag konnte Buemi dann allerdings immerhin 60 Runden drehen - und zur Spitze fehlten nur noch vier Zehntel...

Hoffentlich habe ich dieses Jahr keine Motor- und Getriebeschäden mehr wie 2007.
Andi Zuber

Andreas Zuber kämpft bei Piquet Sports auch noch ein bisschen mit dem Set-up: "Die Vorderradaufhängung, die neuen Torsionsdämpfer, das macht uns noch einige Probleme. Aerodynamisch und mechanisch ist das Auto so weit in Ordnung, aber das Gefühl für die Frontpartie, das stimmt noch nicht, das fühlt sich alles irgendwie so weich, so elastisch an. Und die schwergängige Lenkung ist auch irgendwie ein Teil davon. Ich versuche derzeit, ein Setup zu finden, das zu meinem Fahrstil passt. Bis jetzt ist mir das noch nicht wirklich gelungen." Allerdings laufe in Barcelona schon einiges besser als zuletzt Ricard: "Wir haben keine Elektronik- und Kupplungsprobleme mehr, konnten endlich am Set-up arbeiten."

Sein Fazit: "Das neue Auto ist schneller, die Aerodynamik ist besser, es hat insgesamt mehr Traktion und weniger Übersteuern als letztes Jahr, vor allem in den langsamen Kurven - aber irgendwie weniger Power. Und halt dieses Problem mit der Frontpartie... Und vorne hat man oft mehr Grip als hinten, dann bricht es hinten schlagartig aus..." Sein wichtigster Wunsch ist aber ein anderer: "Hoffentlich habe ich dieses Jahr keine Motor- und Getriebeschäden mehr wie 2007 - dann ist schon viel gewonnen." Denn generell werde es sicher eine sehr enge Saison, "auch wenn man im Moment mit den vielen Problemen und roten Flaggen kaum sagen kann, wer wirklich schnell ist. Aber weil die Autos noch nahe beieinander sind, wird es sicher gerade am Anfang sehr, sehr knapp werden."

Die Vormittagszeiten

1. Bruno Senna iSport International 1:26.396 28
2. Romain Grosjean ART Grand Prix 1:26.715 21
3. Pastor Maldonado Piquet Sports 1:26.796 20
4. Andreas Zuber Piquet Sports 1:27.255 23
5. Andy Soucek Fisichella Motor Sport 1:27.454 23
6. Kamui Kobayashi Dams 1:27.575 24
7. Davide Valsecchi Durango 1:27.609 14
8. Luca Filippi ART Grand Prix 1:27.639 24
9. Alvaro Parente Super Nova Racing 1:27.799 21
10. Yelmer Buurman Trust Team Arden 1:27.986 20
11. Javier Villa Racing Engineering 1:28.195: 7
12. Vitaly Petrov Barwa International Campos Team 1:28.226 25
13. Paolo Nocera BCN Competicion 1:28.347 20
14. Ben Hanley Barwa International Campos Team 1:28.352 23
15. Adrian Valles Fisichella Motor Sport International 1:28.417 15
16. Milos Pavlovic BCN Competicion 1:28.451 26
17. Christian Bakkerud Super Nova Racing 1:28.493 37
18. Diego Nunes DPR 1:28.536 22
19. Alberto Valerio Durango 1:28.758 23
20 Jérôme d'Ambrosio Dams 1:28.835 23
21. Karun Chandhok iSport International 1:28.964 27
22. Ho-Pin Tung Trident Racing 1:29.160 20
23. Sébastien Buemi Trust Team Arden 1:29.874 8
24. Giorgio Pantano Racing Engineering 1:30.054 16
25 Michael Herck DPR 1:30.555 25
26 Michael Conway Trident Racing -- --

Die Nachmittagszeiten

1. Giorgio Pantano Racing Engineering 1:26.351 41
2. Vitaly Petrov Barwa International Campos Team 1:26.402 30
3. Romain Grosjean ART Grand Prix 1:26.455 41
4. Luca Filippi ART Grand Prix 1:26.472 34
5. Adrian Valles Fisichella Motor Sport International 1:26.575 47
6. Kamui Kobayashi Dams 1:26.580 45
7. Bruno Senna iSport International 1:26.760 40
8. Javier Villa Racing Engineering 1:26.760 39
9. Sébastien Buemi Truste Team Arden 1:26.765 60
10. Alvaro Parente Super Nova Racing 1:26.769 24
11. Yelmer Buurman Trust Team Arden 1:26.779 24
12. Davide Valsecchi Durango 1:26.905 54
13. Andreas Zuber Piquet Sports 1:26.938 44
14. Karun Chandhok iSport International 1:27.077 31
15. Pastor Maldonado Piquet Sports 1:27.176 30
16. Andy Soucek Fisichella Motor Sport International 1:27.220 40
17. Michael Conway Trident Racing 1:27.350 46
18. Ben Hanley Barwa International Campos Team 1:27.683 44
19. Milos Pavlovic BCN Competicion 1:27.685 31
20 Alberto Valerio Durango 1:27.622 17
21. Jérôme d'Ambrosio Dams 1:27.990 33
22. Diego Nunes DPR 1:28.024 49
23. Ho-Pin Tung Trident Racing 1:28.198 41
24. Christian Bakkerud Super Nova Racing 1:28.328 8
25 Paolo Nocera BCN Competicion 1:28.474 33
26 Michael Herck DPR 1:28.481 22




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