Do, 29.07.2010

Formel 1 - Minardi findet Ferrari-Strafe übertrieben

Für die Teamorder

Gian Carlo Minardi sieht Teamorder als Teil der Formel 1 und hat sie diese Saison auch bei anderen Teams gesehen. Die Strafe für Ferrari findet er übertrieben.
Gian Carlo Minardi steht auf der Seite von Ferrari
© Sutton

Motorsport-Magazin.com - Nach dem Rennen auf dem Hockenheimring waren die Lager bezüglich Teamorder zweigeteilt. Die Einen waren absolut dagegen, die Anderen meinten, das sei schon immer Teil der Formel 1 gewesen und ein Team dürfe wohl in seinem eigenen Sinne bestimmen. Gian Carlo Minardi steht auf der Seite von Ferrari. "Ich bin für die Teamorder, da ich nicht verstehen kann, wie ein Team so etwas nicht machen kann. Am Ende gewinnt nur einer, und das muss der Beste ein", erklärte er gegenüber 422race.com.

So sei Fernando Alonso am Sonntag klar schneller gewesen als Felipe Massa und es sei außerdem klar, dass Ferrari sich auf einen Fahrer konzentrieren müsse, um die Saison noch erfolgreich zu gestalten. "Momentan kann nur Alonso um die Weltmeisterschaft kämpfen, da Massa aus dem Kampf draußen ist. Allerdings fuhr der Brasilianer ein tolles Rennen", meinte Minardi.

Die 100.000 Dollar Strafe, die Ferrari nach dem Rennen für den Platztausch bekam, fand er auch übertrieben, vor allem weil er der Ansicht war, dass McLaren und Red Bull diese Saison schon Ähnliches getan haben. "Sie haben ihren Fahrern gesagt, sie verbrauchten zu viel Benzin, wodurch sie die Überholmanöver ihrer Teamkollegen einfädelten. Erzählt mir nicht, dass solche Dinge bei anderen Teams nicht passieren. Das ist Teil der Strategien."

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10 Leser-Kommentare
am 31. Juli um 18:54 Uhr
DrSpeed: @Shila. Ganz bei Dir ..
.. was das "Fingerspitzengefühl" angeht. Ich frage mich aber, warum Ferrari so plump, fast schon arrogant & vor aller Weltöffentlichkeit sich so armselig presentiert. Wenn Alonso wirklich so viel schneller war als Massa, so dass er sich sogar zurückfallen ließ, um zu beweisen wie schnell Er die Lücke zu Massa wieder schließen kann und das er somit nur unnötig aufgehalten wurde (nicht wirklich gentleman-like Alonsos Vorgehen & Allüren), dann muss man sich doch auch fragen, warum Fernando seinen TK Felipe nicht nidergerungen & niedergekämpft hat? Anders, wenn FA wirklich so viel schneller als Massa war, warum hat Alonso nicht erst mal versucht Massa zu überholen? Damit hätte er nicht nur sich einen rießen Gefallen getan, weil er Massa die eindeutige Demütigung erspart hätte und der Fan/Zuschauer würde sich nicht so betrogen & vor dem Kopf geschlagen vorkommen. Wobei bestimmt kein Mensch mehr danach gefragt hätte, wenn Vettel gewonnen hätte (das gehört dann auch zur "Wahrheit"). Ferrari ist offiziell mit einer Geldstrafe belegt worden die wahrscheinlich sogar noch viel höher wird, der Fall kommt vor den FIA-Weltrat und so ganz btw. ist der weltweite Imageverlust für Ferrari (und leider auch für die gesamte F1) fast schon nicht mehr wieder gut zu machen - irreparabel. Damit will ich untermauern, dass ohne Rückendeckung von ganz oben, Ferrari sich nie im Leben getraut hätte sich so zu verhalten und dazu noch weltweit als Betrüger dazustehen! Das alles auch noch mit voller Absicht & ohne Not? Das kann & will ich nicht glauben. Ohne Not legt sich kein F1-Team absichtlich mit Fans & Zuschauern an. Die Scuderia aus Maranello ist nicht nur ein Globalplayer, sondern auch eine der wichtigsten Säulen des F1-Business. Das ist aber kein Grund alles unter den Teppich zu kehren oder für Ferrari jetzt, bei wem auch immer, Druck zu machen. Warum sonst sollte Ferrari diese Teamorder so plunp, dreist, aber öffentlich für alle, umsetzen? Meinst Du nicht auch, dass Ferrari auch ganz anders hätte können? Ich bin der Meinung, dass man die richtigen Fragen stellen sollte - muss, bevor man einen so brillianten, starken & sauber herausgefahrenen Doppel-Start-Ziel/GP-Sieg der Scuderia Ferrari beim Deutschland-GP in HH als Betrug verkaufen will. Ferrari kann auch anders und wird es wohl auch anders machen in Zukunft, aber das können & wollen wir doch auch nicht, odde! Wir brauchen mehr Transparenz & weniger Politik in der F1. Keep racing!
am 30. Juli um 20:26 Uhr
Schila: @Dr Speed
Sicherlich haben sie damit erreicht das man wieder darüber spricht!Aber um welchen Preis?Die FIA hat nun mal nach Spielberg diese Verbot der Stallorder ausgesprochen.Und Ferrari kann doch jetzt nicht glauben,das man dieses Verbot aufhebt,wenn man diese Aktion wiederholt!Soviel Macht hat Ferrari nicht!!Keiner der Zuschauer hat soviel Geld für eine Karte ausgegeben um dann so eine Farce zu sehen.Und dann schon zur Halbzeit dieser Saison!Die meisten hätten kein Problem damit,wenn nur noch ein Fahrer mathematisch die Chance auf den Titel hätte.Aber so? Man kann auch so den "1b" Fahrer demoralisieren.Man stellt ihn in aller Öffentlichkeit blos!Und das meinte ich mit "Fingerspitzengefühl"!Und sowas soll im Sinne des Teams sein?Man nimmt einen Fahrer einfach aus der Wertung? Das kann doch nicht wirklich dem Team helfen!Das war der Hintergrund für dieses Verbot! So etwas darf nicht sein!Und es wird nicht legaler wenn die anderen Teams es auch machen..Auch die Zuschauer wollen zu ihrem Recht kommen.Genau so verständlich,wie das Teaminteresse.Oder?Und du kannst dich bei keinem Richter der Welt damit rausreden,das alle anderen ja auch gegen die Regeln verstossen!Diese Richter werden dir alle das gleiche antworten:Die hat man dabei aber nicht erwischt!Vieleicht hat man dabei auf Todt gesetzt,mag sein.Aber es heisst,das er sich an dieser Entscheidung nicht beteidigen wird!Also nicht unbedingt darauf hoffen,das alles unter den Teppich gefegt wird!Irgendwo hat jeder ein Stück weit Recht,egal ob pro oder contra.Genau das ist ja das Problem!Finde einen Weg jedem halbwegs gerecht zu werden! Im Sinne des Sports, Teams,der Fahrer und der Zuschauer!Auch die FIA kann jetzt nicht einfach alles wieder über den Haufen wefen!Und sie werden sich sicherlich nicht von Ferrari dabei unter Druck setzen lassen!
am 30. Juli um 18:50 Uhr
DrSpeed: Ärger, schlechte Presse & kein Wort über die widererstarkten
Die schlechte Presse muss man hinnehmen. Die geht im deutschsprachigem Raum sogar soweit, dass man diese Zirkusnummer von Platztausch der beiden Ferrari-Boliden zum Vorwand nimmt, um bloß nicht von der Überlegenheit der Ferraris berichten zu müssen. Das ist sowas von durchschaubar & billig, sorry. Weil Ferrari damals etwas so elementares, normales & legales wie die Teamorder so offensichtlich umsetzte, bekamen sie auch die Quittung dafür. Aber die F1-Verantwortlichen (FIA, FOTA, FOM & insbesondere in persona des F1-Zampano Bernie Ecclestone) scheinen sich in Sachen Stallorder einig zu sein, dass der Verbot von Teamorder gekippt werden muss und dass das mehr als überfällig ist. Die FIA hat zwar "Zugriff auf den ganzen Funkverkehr", aber was davon für die Öffentlichkeit (Weltbild) freigeben wird liegt einzigst & allein noch in den Händen der Teams! Da solltest Du Dich vielleicht doch noch etwas besser informieren. Ich betone das, weil man damit untermauern kann, dass Ferrari mit voller Absicht diesen Funkverkehr veröffentlicht hat. Ich behaupte sogar, dass selbst die Entschuldigung von Massas Chefingenieur: "sorry, you are a good boy & well done" und der Funkverkehr davor inszeniert waren. Man kann der Scuderia Ferrari zwar vorwerfen diese Teamorder ziemlich plump umgesetzt zu haben (auch, wenn ich dabei bleibe, dass das Absicht war!), dafür aber auch umso effektiver. Denn eines hat die Scuderia aus Maranello auf jeden Fall damit erreicht: in der F1 spricht i.M. von nichts anderem mehr! Und das wurde auch Zeit. Für mich ist Ferrari mal wieder Vorreiter, aber warum über die Stärken von Ferrari sprechen, wenn es sich doch so gut über die Teamorder lästern läßt. RBR kann sich getrost warm anziehen, denn Ferrari scheint den Dreh raus zu haben ;-). Auf jeden Fall gehört Gian-Carlo Minardi eher zu der Fraktion von Menschen an, die sich nicht ins Rampenlicht drängt, eher das Gegenteil ist der Fall. Und das er gerade hier bei dem heissen & brisantem Thema Stall- oder Teamorder (Taktik) so eindeutig Stellung bezieht spricht doch auch Bände. Der Mann weiss wovon er spricht!
am 29. Juli um 20:18 Uhr
Schila:
Ja,sie haben es in Spielberg genau so plump gemacht(Let Michael...).Und was hat es gebracht!Jede Menge Ärger,schlechte Presse! Und danach ist die Stallorder verboten worden!Toller Erfolg!Und die FIA hat Zugriff auf den ganzen Funkverkehr,und die bestimmen was davon freigeben wird! Nicht mehr die Teams!Wo derbe geflucht wird,senden sie zB. nicht!Die Rennkomisare hören jeden Funkspruch mit!Und was hat Ferrari diesmal erreicht? Geldstrafe und... und wieder schlechte Presse!Sicherlich können sie diese Regel abschaffen,aber so wohl eher nicht!
am 29. Juli um 19:39 Uhr
DrSpeed: Recht haben & bekommen sind zwei Paar Schuhe
Was heißt hier "Fingerspitzengefühl"? Glaubt Ihr wirklich, dass die Scuderia Ferrari so dumm, naiv oder nicht fähig war/ist eine Stallregie so auszuführen, dass es keiner merkt? Das war volle Absicht, um das Theam endgültig zu klären. Denn so wie andere F1-Teams die Team- oder Stallorder praktizieren ist doch wirklich nur ein arroganter, von oben herrab und intelligenter BESCHISS! Wollt Ihr das wirklich? RBR, z.Bs., hat doch mit dem Frontflügel-Eklat eindeutig Stallorder zugunsten von Seb zelebriert (inclusive Demütigung des immer noch einzigen RBR-Piloten mit drei Poles & drei GP-Siegen!), obwohl doch üblicherweise die versteckte Stallorder nur dann gedultet wird, wenn einer der Piloten kein WM mehr werden kann. Das ist & war aber bei RBR genau umgekehrt. Denn dort wurde eine versteckte ("intelligente") Teamorder zugunsten des schwächeren und wesentlich schlechter platzierten Vettel vollzogen. Trotztdem ist Vettel immer noch, zwar punktegleich aber mit weniger GP-Siegen immer noch hinter Mark Webber. Man stelle sich vor, wenn man MW wirklich, zumindestens gleich behandeln würde, dann könnte der Aussi vielleicht sogar die WM-Gesamtwertung anführen und eventuell sogar klar WM werden. Dann frage ich mich, wie es kommt, dass dem gerade im Quali so starken Mark Webber (3 Poles) aufeinmal über eine 1/2 Sek., auf angeblich gleichem Material, auf Vettels Pole-Zeit fehlen? Ich sehe Webber nächstes Jahr bei Renault, FI, oder in einem anderem Team fahren. Das wäre noch ein Grund warum Webber kein WM werden darf, denn dann würde Mark die so begehrte Nr. 1 auf der Nase zum neuem Team mitnehmen. Was bleibt dem sympatischen Australier auch übrig, wenn der ganze KS & alle Verantwortlichen von RBR davon reden, dass die Zukunft Vettel gehört & Er (MW) nur noch zum alten Eisen und somit bald entsorgt gehört (und das bei gerade mal 32 Jahren?). Eigentlich ein Faustschlag für alle erfahrenen & älteren F1-Piloten. Was wäre Williams dieses Jahr ohne Barrichello?? Webber wird gehen & noch mehr aufblühen, während Seb gerade bei der Stallorder sein wahres Gesicht zeigt und wieder mal beweist was für ein durchschaubarer Egomane und Opportunist der "Babyschumi" ist! Getreu dem Motto: Was interessieren mich andere, wenn ich so sehr mit mir selbst beschäftigt bin. Schade, aber Vettel wird so nicht WM & RBR erst recht nicht. Wie Ferrari diese s.g. Teamorder umgesetzt hat war schon sehr plump, aber als Beweis der Absicht braucht man sich doch nur den Boxenfunk von Ferrari anzuhören. Btw. wurde der Boxenfunk explizit von der Scuderia aus Maranello freigegeben! Dämmert es langsam? Denn noch bestimmen die Teams selbst, was sie öffentlich machen!! Charlie Whiting, die FIA oder Ecclestone haben zwar auf alle Funkdaten freien Zugriff, aber die Macht (Hoheit) jegliche, also alle Boxengespräche frei, unzensiert, öffentlich & live den Zuschauern und Fans zugänglich zu machen liegt einzigst und allein bei den Teams! Auch nachzulesen in der MSA Nr. 32 oder den Regularien der FIA .. Die
am 29. Juli um 16:43 Uhr
genius-2k6: natürlich hat er recht. ...
klar machen das alle. von daher ist das verbot schwachsinn. Die Frage ist eher, ist das schön. Wir wollen doch alle Racing sehen. Der schnellste kann von mir aus die Pole haben. Aber ich als Fan möchte, dass der Beste Racer das Rennen gewinnt. Und wenn Fahrer X den schnelleren Fahrer Y aufhält und dadurch das Rennen gewinnt und das auch noch mit ein paar schönen zweikämpfen, dann ist das das, was ich sehen möchte. Wenn der Langsamere den schnelleren immer gleich vorbei winkt, dann ist das fast so langweilig, wie damals das einzelzeitfahren im Quali.
am 29. Juli um 14:47 Uhr
dobpat:
Natürlich hat er Recht. Ich erinnere nur an den Türkei GP und McLaren. "Benzin sparen", LOL, jaja is klar. Das war ne Anweisung von wegen kein Angriff", also Teamorder, nichts anderes war es. usw. usw. die Disskusion wird langsam eh langweilig.
am 29. Juli um 14:34 Uhr
Schila: Recht hat er! ABER...
Wenn Ferrari etwas mehr "Fingerspitzengefühl" bewiesen hätte,gäbe es dieses ganze Theater jetzt nicht!Peinliche Auftritte vor der Presse wären vermieden worden.Und die 100.000 Dollar hätte man auch sicherlich anderswo besser einsetzen können.Aber Ferrai scheint grosse Auftritte zu lieben.Wenn man das ganze so plump anstellt,darf man sich auch nicht über die Folgen wundern!Dann sollen sie halt dafür bezahlen.
am 29. Juli um 14:01 Uhr
DrSpeed: Eine kleine italienische Legende
Zufällig habe ich diesen Artikel über Gian-Carlo Minardi gefunden (der italienischen Variante eines Peter Sauber) den ich immer für einen Idealisten & großen Sportsmann gehalten habe. Und er enttäuscht mich nicht. Er reiht sich in die lange Kette von F1-Experten & Machern ein (Ecclestone, Todt, Montezemolo, Briatore, Schumacher und vielen anderen) die gegen das Verbot der Stallorder sind. Il Signore Minardi war schon immer ein Realist, Speedjunkie & hat nie ein Blatt vor den Mund genommen.
am 29. Juli um 13:46 Uhr
MondoRacing: da hat...
... Minardi Recht, ausserdem er sollte es wohl Wissen als Ehemaliger Langjähriger F1 Teambesitzer.