DTM - 30 Jahre DTM: Volker Strycek erinnnert sich

Die Droge DTM

Die DTM feiert 30-jähriges Jubiläum. Für Volke Strycek Grund genug, um auf seine persönliche Geschichte in der DTM zu blicken.

Motorsport-Magazin.com - 70 Kilometer nordwestlich von Aachen beginnt eine neue Ära im Motorsport. Beim traditionsreichen Bergischen Löwen stehen 24 Tourenwagen verschiedenster Größen am Start. Es ist das erste Rennen der neu geschaffenen Deutschen Produktionswagen-Meisterschaft, aus der zwei Jahre später die DTM hervorgehen wird. "Wir sind damals alle sehr aufgeregt nach Zolder gefahren. Ein großes Starterfeld mit klangvollen Namen, und ich war mit dabei", erinnert sich Volker Strycek, der in einem BMW 635 CSi auf Anhieb den dritten Platz herausfährt und den Grundstein zu einer höchst erfolgreichen Saison legt. Am Ende des Jahres wird Strycek der erste Champion der DTM-Geschichte - dank seiner Konstanz sogar ohne einen einzigen Laufsieg.

Strycek kennt die DTM nicht nur als Fahrer - Foto: Sutton

Die neue Rennserie trat in die Fußstapfen der renommierten Deutschen Rennsport-Meisterschaft, in der noch mit Sportwagen gefahren wurde. In der späteren DTM waren es seriennahe Gruppe-A-Fahrzeuge, noch dazu in verschiedenen Leistungsstufen. Ein ausgeklügeltes Handicap-Reglement mit Zusatzgewichten und Restriktionen bei den Reifenbreiten sollte dafür sorgen, dass große und kleine Fahrzeuge gleiche Chancen haben. "Allen Beteiligten wurde schnell klar, dass die Idee der klassenlosen Gesellschaft recht gut funktioniert", sagt Strycek. "Es entstand schnell eine Situation wie in der heutigen DTM: enges Feld, hohe Leistungsdichte, viele Autos. Die neue Serie war auf Anhieb faszinierend und enorm spannend."

24 Fahrzeuge waren es beim ersten Rennen in Zolder. Noch im Laufe der ersten Saison wuchs das Starterfeld auf 40 Autos und 16 verschiedene Typen an. Im Alfa Romeo GTV6, den BMW-Modellen 323i und 635 CSi, dem Chevrolet Camaro, dem Ford Mustang, dem Rover Vitesse und dem Volvo 240 Turbo gab es gleich sieben Tourenwagen, die Siege holten.

Vom Renault-5-Pokal in die DTM

Den Auftakt prägen in Zolder noch die BMW 635 CSi. Lange Zeit führt der ehemalige Formel-1-Pilot und spätere Le-Mans-Sieger und DTM-Champion Hans-Joachim Stuck das Rennen an, bis er zwei Runden vor Schluss ein Vorderrad verliert. Vom Pech des heutigen DMSB-Präsidenten profitiert Markenkollege Harald Grohs, der sich bei einem BMW-Vierfacherfolg vor Udo Schneider den Premierensieg holt. Strycek wird nach einer Klasse-Aufholjagd Dritter. "Ich kam ja aus dem Renault-5-Pokal und das Arbeitsgerät und das Umfeld waren für mich völlig neu. Dazu bin ich dann noch umgedreht worden und weit zurückgefallen", sagt Strycek. "Danach noch aufs Podium zu fahren, war für mich eine Riesensache - noch dazu im direkten Duell mit Rennfahrergrößen, die ich bis dahin nur angehimmelt hatte."

Ich bin immer noch ein Fan der DTM. Für mich ist sie die Formel 1 der Tourenwagen, Spitzensport auf allerhöchstem Niveau.
Volker Strycek

Strycek war sofort infiziert "von dieser Droge Rennsport" - und vor allem von der DTM, die er in verschiedenen Positionen - vom Rennfahrer über den Projektleiter bis zum späteren Opel-Sportchef - mehr als zwei Jahrzehnte lang begleitete. "Jede Epoche der DTM, die ich erlebt habe, hat neue Herausforderungen gebracht, neue Spannungsfelder und technologische Neuerungen", sagt Strycek. "Ich bin immer noch ein Fan der DTM. Für mich ist sie die Formel 1 der Tourenwagen, Spitzensport auf allerhöchstem Niveau."

Der Premiere in Zolder folgten bis heute 401 weitere Rennen. Nach Volker Strycek gab es 18 weitere Champions - von Rekordsieger Bernd Schneider mit fünf Titeln bis zum aktuellen Champion Mike Rockenfeller. Auch in ihrer Jubiläumssaison, die am 4. Mai auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg beginnt, sorgt die DTM noch für Premieren: Zum ersten Mal in ihrer jetzt 30-jährigen Geschichte werden 2014 gleich sieben Champions in der Startaufstellung stehen - neben Mike Rockenfeller dessen Audi-Kollegen Mattias Ekström und Timo Scheider, Martin Tomczyk und der Kanadier Bruno Spengler sowie die Briten Gary Paffett und Paul Di Resta.


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