ADAC GT Masters - Wirth/Keilwitz siegen im Reifenpoker

Handlos siegt bei den Gentlemen

Das Corvette-Duo Andreas Wirth/Daniel Keilwitz siegt bei abtrocknenden Bedingungen. Porsche-Pilot Handlos mit siebtem Saisonsieg in der Gentlemen-Klasse.

Motorsport-Magazin.com - Ein Regenschauer kurz vor dem Rennen, ein Reifenpoker mit Slicks und Regenreifen und eine Safety-Car-Phase in der zweiten Rennhälfte waren die Zutaten zu einem der spannendsten ADAC GT Masters-Rennen des Jahres. Andreas Wirth und Daniel Keilwitz (beide Callaway Competition) pokerten auf dem Nürburgring richtig und setzten bei ihrer Corvette trotz nasser Strecke auf Slicks.

Auf abtrocknender Bahn fuhren die Corvette-Piloten so von Startplatz 17 bis ganz nach vorn. Sein insgesamt 12. Laufsieg macht Titelverteidiger Keilwitz zum erfolgreichsten Fahrer in der Geschichte des ADAC GT Masters. "Von Startplatz 17 war heute nicht viel zu verlieren, daher sind wir das Risiko eingegangen auf Slicks zu starten. Das war genau die richtige Entscheidung", jubelte Keilwitz. Platz zwei ging an Kelvin van der Linde und René Rast (Prosperia C. Abt Racing), die damit im Audi R8 bei vier noch ausstehenden Rennen neue Tabellenführer sind.

Der ehemalige DTM-Pilot Renger van der Zande fuhr gemeinsam mit Maximilian Götz (beide HTP Motorsport) im Mercedes-Benz SLS AMG als Dritter bei seinem ersten Wochenende im ADAC GT Masters auf das Podium. Nur durch einen Fehler beim Boxenstopp verpaßte das Mercedes-Benz-Duo einen möglichen Sieg.

Rast und Götz machen das Tempo in der ersten Rennhälfte

Ein kurzer Regenschauer wenige Minuten vor dem Start machte die Reifenwahl auf dem Nürburgring zu einem Glücksspiel. Polesetter Nicki Thiim (Prosperia C. Abt Racing) entschied sich ebenso für YOKOHAMA-Regenreifen, wie sein Audi-Markenkollege Rast und Götz im Mercedes. Im Sprint zur ersten Kurve setzte Thiim seine Pole in die Führung um, rollte aber bereits nach wenigen hundert Metern nach einem Defekt an der Lichtmaschine aus. Rast übernahm die Führung vor Götz und lag bis zum Fahrerwechsel dicht gefolgt von dem Mercedes auf stark abtrocknender Strecke an der Spitze.

Zu Beginn des Rennens dominierten Rast und Van der Linde - Foto: Patrick Funk

Von hinten drohte allerdings Gefahr: Keilwitz und auch Jaap van Lagen (GW IT Racing Team Schütz Motorsport) im Porsche 911 riskierten den Start auf Slicks und waren damit kurz vor der Rennhalbzeit bis zu sieben Sekunden schneller als die noch regenbereiften Spitzenreiter. Nach dem Fahrerwechsel brachte die rasante Aufholjagd Keilwitz Teamkollegen Wirth als neuen Führenden wieder auf die Strecke vor van der Linde, der dessen Prosperia C. Abt Team den Fahrerwechsel auch zum Wechsel auf Slicks nutzte. Corvette und Audi lieferten sich ein packendes Duell um die Spitze, dass 22 Minuten vor dem Rennende durch eine siebenminütigen Safety-Car-Phase kurz unterbrochen wurde, nachdem ein Teil der Streckenbegrenzung nach einem Ausrutscher des McLaren 12C von Florian Spengler (MRS GT-Racing) repariert werden mußte.

Top-Zehn innerhalb von zehn Sekunden

Das Duell setzte sich in den finalen Minuten fort, ehe Wirth mit einem knappen Vorsprung von 0,6 Sekunden auf den Südafrikaner zu seinem fünften Nürburgring-Sieg im ADAC GT Masters fuhr. Wirth: "Ich mußte mich nach dem Fahrerwechsel im Duell mit dem Audi sehr strecken, denn ich mußte mich auf der teilweise noch feuchten Strecke erst orientieren. Bei den rutschigen Bedingungen waren Audi, Mercedes-Benz und Porsche im Vorteil, aber nach einigen Runden konnte ich den engen Kampf mit den Verfolgern an der Spitze gut kontrollieren und die Vorteile unserer Corvette ausspielen.

"Wir hatten beim Beginn des Regens schon schlechte Laune, denn bei Regen sind wir nicht so stark", so Keilwitz. "Nach einigen Runden war aber schon schneller als die Konkurrenz auf Regenreifen. Es ging immer besser und das Risiko hat sich früh ausgezahlt. Sobald die Strecke abgetrocknet war, konnte ich richtig weit nach vorn fahren."

Durch den Corvette-Sieg in den beiden Rennen auf dem Nürburgring ist der US-Sportwagen, der an allen bisherigen Rennen der Serie teilgenommen hat, nun mit insgesamt 21 Laufsiegen der erfolgreichste Supersportwagen in der Geschichte des ADAC GT Masters.

Daniel Keilwitz und Andreas Wirth freuten sich über ihren Erfolg - Foto: Patrick Funk

Packend war auch der Kampf um die weiteren Positionen. Die ersten Zehn waren im Ziel nur durch zehn Sekunden voneinander getrennt. In einem Duell um Platz drei setzte sich Mercedes-Pilot van der Zande durch und verwies van Lagen und Christian Engelhart auf Platz vier. Van Lagen ist als Tabellenzweiter mit drei Punkten Rückstand nun der engste Verfolger von van der Linde/Rast.

Max Sandritter und Jens Klingmann (PIXUM Team Schubert) wurden im bestplatzierten BMW Z4 Fünfte, während deren Teamkollegen Claudia Hürtgen und Dominik Baumann die Zielflagge nach einem Ausrutscher als 15. sahen. Maro Engel und Jan Seyffarth (Rowe Racing) beendeten das Rennen im Mercedes-Benz als sechste vor Robert Renauer/Norbert Siedler (TONINO Team Herberth) im Porsche 911 und den beiden Mercedes-Benz SLS AMG von Alon Day/Luca Ludwig (BKK MOBIL OIL Zakspeed) und Mathias Lauda/Luca Stolz (HTP Motorsport). Patrick Assenheimer und Diego Alessi (Callaway Competition) landeten in einer Corvette auf Rang zehn. Die Sieger aus dem Rennen am Samstag, David Jahn und Sven Barth (RWT Racing Team), konnten am Sonntag nach einem defekten Tank an ihrer Corvette nicht starten.

Handlos macht weiteren Schritt zum Gentlemen-Titel

In der Gentlemen-Wertung feierte Herbert Handlos (TONINO Team Herberth) einen siebten Saisonsieg, nach zuletzt drei Corvette-Siegen stand der Porsche-Pilot wieder ganz oben auf dem Gentleman-Podium. "Ich hatte schon Entzugserscheinungen nach seinem weiteren Sieg", lachte Handlos, dem damit ein weiterer Schritt zum Gentlemen-Titel gelang. Dominic Jöst und Florian Scholze (TONINO Team Herberth) kamen als Zweite im Porsche 911 vor ihren Markenkollegen Anton Wossos und Wolf Nathan (GW IT Racing Team Schütz Motorsport) ins Ziel.

Das Ergebnis des zwölften Saisonlaufes ist aufgrund eines schwebenden Protestverfahrens, über das noch nicht entschieden ist, vorläufig.


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