Supercup - Sean Edwards: Tödlicher Unfall bei Testfahrten

In Australien verstorben

Der britische Porsche-Pilot Sean Edwards kam bei einem Unfall während einer Testfahrt in Australien ums Leben.
von

Motorsport-Magazin.com - Sean Edwards ist tot. Der Brite starb bei einem privaten Test in Australien auf dem Queensland Raceway in Willowbank. Edwards saß auf dem Beifahrersitz, als das Auto in eine Streckenbegrenzung einschlug. Der 26-Jährige war sofort tot. Das Auto ging in Flammen auf. Die örtlichen Rettungskräfte benötigten drei Stunden, um den Fahrer, einen 20-Jährigen aus Brisbane - aus dem zerstörten Auto zu befreien. Er wurde in ein Krankenhaus geflogen und liegt mit lebensbedrohlichen Verletzungen auf der Intensivstation. Die Familie des jungen Mannes aus Australien soll den schrecklichen Unfall von den Tribünen aus beobachtet haben. Der Unfall auf der für den Test gemieteten Strecke ereignete sich um 11:30Uhr Ortszeit.

"Feuerwehr und Rettungskräfte mussten umfangreiche Arbeiten vornehmen, um das Auto weit genug zu öffnen, um den Fahrer zu befreien. Er war für eine Zeit lang eingeschlossen", sagte Dave Preston von der Queensland Polizei.

Am Sonntag, 13. Oktober hatte Edwards auf seiner Twitter-Seite geschrieben: "Zeit für den Queensland Raceway heute! Sollte lustig werden, hoffentlich sind da nicht so viele Kängurus wie in Bathurst." Bei Facebook schrieb er am 11. Oktober: "Zum ersten Mal in Australien. Habe tolle Dinge darüber gehört und freue mich über meine beiden Tage dort." Edwards nahm in Australien offenbar an einem Fahrer-Coaching teil. Wenig Tage zuvor hatte er noch an einem Fahrer-Coaching in Spa teilgenommen. Nach dem Test in Australien wollte er nach Abu Dhabi für weitere Testfahrten reisen. Am kommenden Wochenende hatte er einen Einsatz beim Porsche Carrera Cup in Hockenheim geplant.

Edwards tot: Bilder der Unfallstelle: (1:00 Min.)

Edwards' Teamkollege im deutschen Carrera Cup vom Team Project1 drückte sein Beileid via Facebook aus. "Du warst mein Held im Tourenwagen und das wirst du immer sein", schrieb der junge Schweizer, der seine erste Saison im Markenpokal bestreitet. "Ich kann nicht glauben, was passiert ist, und will es einfach nicht. Du warst für mich viel mehr als ein Teamkollege... Ich wünsche deiner Familie alle erdenkliche Kraft. Du wirst für immer in unseren Herzen und Gedanken sein. Ruhe in Frieden, großer Bruder. Du warst der Beste und wir werden dich vermissen, Champion."

Viele seiner Wegbegleiter, Freunde und Fans drückten ihr Beileid aus. Darunter auch Porsche. "Wir sind in Gedanken bei seiner Familie und drücken seinen Angehörigen unser tiefstes Beileid aus", sagte Porsche-Sportchef Hartmut Kristen.

Edwards führte die Gesamtwertung des Porsche Supercup an. Mit einem Vorsprung von 18 Punkten sollte er zu den letzten beiden Rennen in Abu Dhabi im Rahmen der Formel 1 Anfang November reisen. Gemeinsam mit Nicki Thiim, Bernd Schneider und Jeroen Bleekemolen konnte Edwards dieses Jahr als erster Engländer das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gewinnen.

Edwards arbeitete dieses Jahr unter anderem bei der Entstehung des Hollywood-Films Rush mit. In dem Film spielte er seinen Vater Guy Edwards, einen ehemaligen Formel-1-Fahrer, der 1976 Niki Lauda am Nürburgring aus seinem brennenden Auto befreite.

Immer ein Lächeln auf den Lippen: Sean Edwards - Foto: Porsche

Edwards galt als absoluter Spezialist für Porsche-Markenpokale. Seit 2008, mit einer Unterbrechung im Jahr 2009, trat er im Porsche Supercup an. 2012 startete er mit einem Porsche 997 GT3 RSR gemeinsam mit Abdulaziz Al Faisal und Ben Curtis bei den 24 Stunden von Le Mans. Auch deutschen Motorsport-Fans war Edwards durch seine Einsätze im ADAC GT Masters gut bekannt.

Es ist das zweite Mal innerhalb weniger Tage, dass die Motorsportwelt einen Todesfall bedauert. Am vergangenen Freitag verstarb die frühere Formel-1-Testpilotin Maria de Villota in Sevilla. Die Spanierin, deren Biographie "Das Leben ist ein Geschenk" kürzlich erschienen ist, soll eines natürlichen Todes gestorben sein. Es wird angenommen, dass es sich bei dem tragischen Unglück um Spätfolgen ihres Testunfalls im vergangenen Jahr auf einem Flugplatz im englischen Duxford gehandelt hat. De Villota war mit einem Formel-1-Auto des Teams Marussia unter die Laderampe eines umstehenden LKWs geraten und hatte sich dabei schwere Verletzungen zugezogen.


Weitere Inhalte:

nach 9 von 8 Rennen
Facebook
Mehr Motorsport
Wir suchen Mitarbeiter
x