Wenn man im Rahmen der Formel 1 fährt, muss man Abstriche machen. Dies bekam die Formel BMW Deutschland heute auf dem Grand Prix Kurs des Nürburgrings zu spüren. Zunächst wurde der Qualifikations-Modus beschnitten und umgestellt. Laut einem ersten Zeitplan sollte 25 Minuten gefahren werden. Die schnellste Runde eines jeden Fahrers zählte für die Startaufstellung für das erste Rennen am Samstag, die nächstbeste für das zweite Rennen am Sonntag. Doch eine Tatsache sprach sich nicht herum. Kurzfristig wurde das Zeittraining um fünf Minuten verlängert, was einige Team jedoch nicht rechtzeitig erfuhren. "Der ganze Ablauf in unserem Team hat nicht mehr gepasst", so die Beschwerde von Peter Mücke. "Alles war auf 25 Minuten eingestellt und umstellen ist auch nicht möglich, da wir an der Box nicht tanken dürfen." So traf es unter anderem Philipp Eng, der zwei Runden weniger fahren konnte als andere Piloten. "Bei der Formel 1 gibt es eigene Gesetzte. Ich habe keine Ahnung, warum der Zeitplan geändert wurde. Normalerweise bekommt man bei der Formel 1 nicht einfach fünf Minuten geschenkt", so der Teamchef aus Berlin im Gespräch mit motorsport-magazin.com.
Beinahe einmalig war es auch, dass Jens Klingmann nicht in die erste Startreihe kam. Der bisher dominierende Mann konnte sich nur für zwei fünfte Plätze qualifizieren, war aber dennoch zufrieden. "Heute hat es mal nicht so geklappt wie bei den letzten Rennen. Doch das Auto bereitet uns Probleme. Schon im Training hatten wir einen Elektrizitätsverlust und im Quali dann einen Leistungsabfall", sagte der Tabellenführer. "Mit Platz fünf bin ich dennoch zufrieden, ich habe das Beste herausgeholt.
Eine Reihe weiter vorne konnte sich Marco Wittmann als zweitbester Rookie platzieren. Doch auch der Pilot aus dem Team von Josef Kaufmann haderte mit dem Pech. Auf seiner schnellsten Runde kamen ihm gelbe Flaggen in die Quere und er musste die Runde abbrechen. "Immerhin bin ich zweimal Dritter, damit kann ich gut leben. Auf neuen Reifen habe ich richtig gemerkt, wie gut das Auto damit lag. In den Rennen ist aus der zweiten Reihe alles möglich.

Die erste Startreihe und die zwei Pole Positions teilen sich zwei andere Piloten. Die absolut schnellste Runde des Qualifyings fuhr Daniel Campos-Hull. Damit rettete der Teamkollege von Klingmann den Freitag von Eifelland-Racing, die am Nürburgring ihr Heimspiel bestreiten. Seine schnellste Runde von 2:06.211 Minuten fuhr Campos-Hull erst auf den letzten Drücker. "Schon bei meiner vorletzten Runde war ich schnell, doch da hatte ich gelbe Flaggen. Mit meinem letzten Versuch konnte ich dann doch noch auf Platz eins nach vorne fahren", so der Tagesschnellste gegenüber motorsport-magazin.com. Am Samstag wird Campos-Hull damit von der Pole starten, die zweite Zeit reichte für Startplatz zwei im zweiten Rennen. "Gewinnen will ich aber natürlich beide Rennen."
Ein Franzose hat gegen diesen Plan großen Einwand. Adrien Tambay war zwar zweieinhalb Zehntel langsamer als der Pole-Setter, doch er fuhr die konstanteren Runden. Seine zweite Zeit war einen Hauch schneller als die von Campos-Hull, womit der Sohn der Formel 1-Legende zum ersten Mal in seiner Debütsaison ganz vorne im Grid steht. Die Hoffnung weit nach vorne zu kommen hatte auch Jens Höing, nachdem er im freien Training auf Rang vier landete. "Leider habe ich ein paar Zehntel liegen lassen, aber wir haben uns einen Reifensatz für morgen aufgespart. Wenn ich damit unter die ersten Fünf komme, wäre es schon cool", so der GU-Racing-Pilot, der beide Rennen aus den Top-Acht n Angriff nehmen wird.

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