24 h Nürburgring - Auf und Ab für Falken Motorsports

Glücksgefühle, Adrenalinschübe & Herzflattern

Falken Motorsports erlebte ein 24-Stunden-Rennen mit vielen Höhen und Tiefen. Am Ende belegte die Porsche-Mannschaft den 20. Rang.

Motorsport-Magazin.com - Mit einer Top-Performance auf nasser Straße überzeugte Falken vergangenes Rennwochenende. Ein kleiner Rempler gegen 14.30 Uhr sorgte - nach Bestzeiten auf der Nordschleife, die in einer zeitweiligen Führung des Feldes gipfelte - für eine 45minütige Zwangspause und Achterbahnfahrt der Gefühle beim Falken Motorsports Team. Während die meisten Top-Teams auf nasser Strecke passten mussten, zeigte der Falken Porsche 911 GT3 R (Typ 997) eine Spitzenleistung. Wieder einmal hatte Falken Motorsports seinen Fans insgesamt eine großartige Performance geboten. Eine spektakuläre Drift-Show, ein buntes Rahmenprogramm sowie herausragende Rundenzeiten - gerade auf regennasser Fahrbahn - ließ bei allen Falken Motorsports Fans die Herzen höher schlagen.

Unser Wagen ist auf Regen abgestimmt und die Leistung unserer Reifen ist gerade bei Nässe großartig
Wolf Henzler

Das enthusiastische Publikum konnte live verfolgen, wie sich die Fahrer im türkis-blauen Porsche 911 GT3 R (Typ 997) während des Rennens Position um Position nach vorne kämpften. Das Falken-Team machte einen Spitzenjob und fuhr mit einer beeindruckenden Performance auf Falken-Regenreifen Bestzeiten heraus. "Die Regenreifen gehen einfach super, selbst bei den Sturzbächen, die über den Asphalt liefen. Unser Wagen ist auf Regen abgestimmt und die Leistung unserer Reifen ist gerade bei Nässe großartig", so Porsche-Werksfahrer Wolf Henzler. Die Spitzenqualität der Regenreifen verdankt Falken der akribischen Testarbeit des Falken Reifen-Ingenieurs Shigetaka Ikeki sowie Reifentests im Rahmen der VLN.

Im vierzehnten Jahr unter Extremeinsatz beim 24h-Rennen hat das Falken-Motorsports-Team längst einen festen Platz in den Herzen der Fans gefunden. Am Samstagabend von 20:00 bis 21:15 Uhr feierten tausende Vollgasverrückte auf den vollbesetzten Tribünen der Müllenbachschleife die Drift-Show des Falken-Teams. Im Nürburgring-Boulevard konnten ab Freitag alle kleinen und großen Fans auf der Falken-Carrera-Bahn selbst einmal ihr Talent unter Beweis stellen, während die anderen ihre Kräfte beim digitalen Falken-"Hau den Lukas" messen konnten oder vor der Fotowand posierten. "Das war wirklich ein unglaubliches Wochenende am Nürburgring. Die Stimmung und das Drumherum war einfach super. Schade, dass Falken dieses Jahr Pech hatte, beim nächsten Rennen sind wir auf jeden Fall wieder dabei", so ein Fan auf der Falken Motorsports Facebookseite, stellvertretend für viele.

Ein echtes Highlight für die Fans war die Falken-Foto-Box – ein klassischer Fotoautomat, den über tausend Fans nutzen, um sich ein einmaliges Andenken vom Ring mitzunehmen.

"Auch in diesem Jahr konnten wir wieder das komplette Marken- und Leistungsspektrum von Falken präsentieren. Besonders zu unserem 30-jährigen Markenjubiläum sind wir stolz, unsere Performance im Renn- und Driftsport unter Beweis stellen zu können", erklärt Yukio Yoshida, Corporate Planning Director bei Falken. Seit 30 Jahren versprechen Falken-Reifen Zuverlässigkeit und Höchstleistung unter extremen Bedingungen. "30 Years of Performance" lautet deshalb auch das Motto, unter dem der Falken-Porsche durch die Grüne Hölle jagte.

"Wenn man sich die Ergebnislisten ansieht, wäre mit etwas mehr Rennglück ein Podiumsplatz möglich gewesen. Wir können mächtig stolz sein, beim Rennen lange der beste Porsche gewesen zu sein. Wir haben gezeigt, was wir können und das haben wir die anderen Teams auch spüren lassen. Ich bin stolz, ein Teil dieser Mannschaft zu sein", so ein Falken-Teammitglied.

Frühlingsstimmung im Qualifying

Während am Himmel noch bis in die Mittagsstunden Weltuntergangsstimmung herrschte, riss gegen 13 Uhr die Wolkendecke auf und es kam Frühlingsstimmung auf. Das Falken Motorsports Team startete dann am späten Samstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein von Position 31 ins letzte Qualifying und konnte sich auf Platz 22 kämpfen. Martin Ragginger steuerte den türkis-blauen Boliden im Einzelzeitfahren mit Rundenzeiten von gut unter 8:30 (schnellste Runde 8:25) durch die Grüne Hölle.

Der Porsche wurde im Qualifying noch geschont - Foto: Patrick Funk

"Das Auto zu schonen hatte im Qualifying für uns oberste Priorität. Das Rennen dauert 24 Stunden und wird definitiv nicht in den ersten Runden und schon gar nicht von der Startposition entschieden. Wir sind mit unseren Reifen für jedes Wetter bestens gerüstet – die katastrophale Wettervorhersage mit Starkregen schreckt uns nicht", freut sich der Teamchef Sven Schnabl.

Bei fast allen Teams herrschte bis zum Start gegen 17 Uhr in Sachen Reifenwahl große Unsicherheit. Bislang ist nahezu jeder Wagen auf Slicks unterwegs. Den vielen Fans auf den Tribünen, auf den Zuschauerplätzen und in den Wäldern rund um die schönste Hölle der Welt scheint das Wetter allerdings egal zu sein – viele sind bereits ein paar Tage am Ring und haben kräftige Regengüsse längst hinter sich. Für Falken Motorsports als erster Fahrer am Start: Martin Ragginger.

Der erste Boxenstopp zum Reifenwechsel und Auftanken erfolgte nach rund 45 Minuten, die Fahrer lösten sich erst nach etwa zwei Stunden ab. "Der erste Stint dauerte länger als ursprünglich eingeplant", verrät Martin Ragginger beim ersten Fahrerwechsel mit Wolf Henzler. "Wir konnten nach dem ersten Stopp mit den anderen Porsches im Feld sehr gut mithalten und liegen ganz gut im Rennen. Gerade die Mercedesfahrzeuge sind das Rennen enorm schnell angegangen".

Regen am frühen Abend

Die Nacht hat begonnen. Und auch Petrus öffnete gegen 21 Uhr alle Schleusentore. Wie nahezu alle Teams wechselte auch Falken Motorsports von Slicks auf Regenreifen – da wurde es ganz schön eng in der Boxengasse. Routiniert und schnell erledigte das eingespielte Team von Sven Schnabl den Job und es konnte weitergehen. Um kurz vor 23 Uhr dann der Rennabbruch wegen Aquaplaning-Gefahr.

Es ist kalt geworden in der Grünen Hölle und starke Böen lassen den Regen aus allen Richtungen kommen. Nach Martin Ragginger, Wolf Henzler und Sebastian Asch sollte vor wenigen Minuten Peter Dumbreck das Steuer des Falken-Motorsports-Porsches übernehmen. Zum Rennabbruch zeigte die Positionstafel Position 4 für das Falken-Team.

Rund acht Stunden Dunkelheit müssen die Teams beim 24h-Rennen meistern, bei im Schnitt rund 90 Minuten Fahrtzeit pro Stint bleiben im Viererteam pro Fahrer zwei Nachtschichten. "Mir hat das gerade richtig Spaß gemacht bei dem Regen. Wir lagen sehr gut und waren verhältnismäßig schnell. Aber ich kann natürlich die Rennleitung verstehen. Wenn man bei 250 km/h auf den Geraden aufschwimmt, ist das einfach zu gefährlich", sagt Sebastian Asch nach einem rund zweistündigen Stint. "Unsere Reifen funktionieren bei diesem Wetter sehr gut. Sobald es ein wenig trockener wird, geht es weiter".

Mir hat das gerade richtig Spaß gemacht bei dem Regen. Wir lagen sehr gut und waren verhältnismäßig schnell
Sebastian Asch

Nach rund elf Stunden Regen und neun Stunden Zwangspause wurde das 41. 24h-Rennen gerade neu gestartet. Das Falken-Motorsports-Team ging von Position 8 erneut ins Rennen. Nachdem es noch gestern Abend hieß, es würden für den Restart die Platzierungen der 32. Runde gewertet werden, revidierte die Rennleitung diese Entscheidung und zog nun die Positionierung in Runde 34 als Referenz heran.

Unzählige Helfer waren in der Nacht unermüdlich im Einsatz, haben die Strecke gereinigt, Wasserabflüsse wieder geöffnet und Fahrzeugteile geborgen. "Natürlich waren wir gestern Abend ein wenig enttäuscht, dass unsere Leistung in den beiden Runden vor dem Rennabbruch nicht gewürdigt wurde. Wir waren hier einfach verdammt schnell unterwegs und bis zu 20 Sekunden pro Runde vor vielen Top-Teams. Die Regenreifen performen einfach super, selbst bei den Sturzbächen, die über den Asphalt liefen. Toll, dass wir nun doch noch von Position 8 neu ins Rennen starten, wobei diese Tatsache bei neun weiteren Stunden für das Ergebnis eher nebensächlich ist", so Sebastian Asch. Der graue Himmel verspricht viel weiteren Regen, so schnell wird es nicht wieder trocken am Ring.

Anspruchsvolle Bedingungen

Spitzenjob von Peter Dumbreck und dem gesamten Team: Der Falken-Motorsports-Porsche zieht souverän, schnell und ohne Patzer seine Runden bei extrem anspruchsvollem Wetter. Fast zwei Stunden lang saß der Brite am Volant und fuhr mit Rundenzeiten von teilweise unter zehn Minuten bis auf die Spitzenposition. Wenige Minuten vor zehn Uhr übergab er den Wagen an Martin Ragginger, der gut ausgeruht die Pace halten will.

Auf der Strecke ging es nach dem Restart sehr turbulent zu. Viele Top-Teams hatten mit dem Wasser zu kämpfen, drehten sich oder landeten im Kiesbett – schwere Unfälle gab es dabei glücklicherweise nicht. "Die körperliche Anstrengung ist für uns Fahrer nicht so schlimm. Es ist eher das Mentale… Man muss sich ständig konzentrieren, erst recht, wenn auf der Strecke viel passiert – beim Überholen von langsameren Fahrzeugen, in den Kurven, bei Zweikämpfen oder Unfällen vorausfahrender Fahrzeuge", erklärt Wolf Henzler. "Unser Auto ist auf Regen abgestimmt, das läuft gerade richtig gut. Und die Leistung unserer Reifen ist gerade bei Nässe großartig. Ich fahre für Falken Motorsports ja auch in den USA bei der ALMS, da konnten wir im letzten Jahr eine Regenschlacht für uns entscheiden. Noch fahren wir auf Sicherheit aber trotzdem mit Spitzenzeiten unter 10 Minuten schnell. Da ist aber noch Luft nach oben."

Am Ende reichte es zum 20. Rang - Foto: Patrick Funk

Zum Fahrerwechsel auf Position 5 gab es neue Reifen. Der Falken-Porsche ist jetzt wie viele andere Teams auf Intermediates unterwegs. Einige Fahrzeuge gehen schon aufs Ganze und montieren Slicks. Sebastian Asch fährt auf Sicherheit, spult präzise wie ein Schweizer Uhrwerk Kilometer um Kilometer ab und hält die Platzierung konstant.

Mittlerweile haben die vielen kleinen und großen Unfälle deutliche Spuren auf der Strecke hinterlassen. Abschnittsweise ist die Strecke trotz dem unermüdlichen Einsatz der Streckensicherung stark verschmutzt, was sich auch bei den Rundenzeiten bemerkbar macht. Es gibt viele gelbe Flaggen. Im Schwalbenschwanz hat sich vor wenigen Minuten ein SLK spektakulär von der Strecke katapultiert. In der Spitzengruppe werden recht zahme Zeiten um die zehn Minuten und knapp darunter gefahren. "Die Strecke trocknet immer weiter ab und ich denke, wenn ich von Sebastian übernehme, werden wir wohl auf Slicks wechseln. Da muss man dann allerdings aufpassen, weil es neben der Ideallinie noch nass ist", verrät Wolf Henzler.

Schreck vor dem Ende

Herzklopfen um kurz nach 13.10 Uhr. Kurz vor der Übergabe an Wolf Henzler schwimmt der Slick-bereifte Porsche in der Dunlop-Kehre auf und katapultiert in den Grünstreifen. Nach unendlich lang wirkenden Sekunden dann Entwarnung: Der Wagen überstand den Ausflug ins Grüne ohne Beschädigungen und wurde an die Strecke geschleppt.

Der Tiefflug konnte mit eigener Kraft weiter gehen. Aktuell (14 Uhr) am Steuer: Wolf Henzler. Gerade hatten die letzten Teams auf Slicks umgerüstet, setzte gegen 13 Uhr wieder starker Regen ein. Das allerdings nicht überall. Vorerst stand die GP-Strecke unter Wasser, die Nordschleife war abschnittsweise noch staubtrocken. Die Reifenwahl wurde zum Glücksspiel. Auch Sebastian Asch erwischte es eiskalt, denn mit Slicks ist auf nasser Strecke kein Blumentopf zu gewinnen. "Wir konnten die Pace gut mitgehen und waren sehr schnell unterwegs. Gegen plötzlichen Starkregen kann man nichts machen. Leider bin ich nicht mit eigener Kraft vom Grünstreifen weggekommen, deshalb kostete uns die ganze Sache rund zwei Minuten. Aber noch ist das Rennen nicht zu Ende", kommentiert Sebastian Asch. Seit der Übergabe des Volants gegen 13.30 Uhr ist der Falken-Porsche wieder auf Regenbereifung unterwegs.

Falken-Fahrer Peter Dumbreck beendete das 41. 24h-Rennen auf Position 20. "Wir haben erneut die Leistungsfähigkeit von Team, Wagen und Reifen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gerade in den späten Abendstunden und morgens nach dem Restart flogen wir nur so über die Strecke. Position 1 bei starkem Regen gegen 10 Uhr hat klar gezeigt, dass man stets mit uns rechnen muss. Das allein war den Aufwand wert", so Teamchef Sven Schnabl. "Natürlich haben wir uns bis zur Zwangspause wegen diverser Frontschäden echte Podiumschancen ausgemalt, aber wer am Limit fährt, muss halt immer auch ein Risiko eingehen."


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