Es bleibt keine Zeit zum Verschnaufen. Die Tourenwagen-WM startet am kommenden Wochenende in Tschechien. Die Läufe neun und zehn der Saison 2007 finden auf der Naturrennstrecke von Brno statt. Im Vergleich zum Stadtkurs in Pau ist die 5,403 Kilometer lange Abenteuerachterbahn das krasse Gegenteil.
Endlich darf wieder überholt werden. Die tschechische Strecke ist teilweise doppelt so breit wie der Leitplankenkanal, in dem noch vor knapp zwei Wochen gefahren wurde. Zahlreiche Bergauf-Passagen und schnelle S-Kurven prägen die Strecke - halt eine richtige Achterbahn.
Das "Automotodrom Brno" - in Tschechien auch unter dem Namen "Masaryk-Ring" bekannt - ist im internationalen Tourenwagensport eine feste Größe. Bereits 1987, bei der ersten Auflage der Weltmeisterschaft, wurde auf der imposanten Naturrennstrecke um Punkte gekämpft. Bevor die WM im vergangenen Jahr nach Tschechien zurückkehrte, war Brno von 2002 bis 2004 Schauplatz von sechs Rennen der Tourenwagen-Europameisterschaft.
Besonderes Merkmal der Strecke ist die Omega-Kurve. Die Streckenführung erinnert dort an den letzten Buchstaben des griechischen Alphabets. Die längste Gerade misst 636 Meter, dazu kommen insgesamt 14 Kurven. Die Strecke blickt auf eine mehr als 70-jährige Geschichte zurück. Ursprünglich führte sie als Naturrundkurs von 29,1 Kilometer Länge von Brno nach Prag. Im Jahr 1986 wurde die aktuelle Anlage eröffnet.

In Pau gab es einen großen Sieger: BMW. Andy Priaulx und Augusto Farfus konnten sich durch ihre guten Resultate in der Meisterschaft vom Rest des Feldes absetzen. Als Lohn für ihre Mühen dürfen die beiden in Brno mit der maximalen Zuladung von 60 Kilo an den Start gehen. In Brno gab es jedoch auch einen großen Verlierer: BMW. Jörg Müller schaffte es in beiden Rennen nicht in die Punkte und reiste mit null Zählern aus Frankreich ab. Der Deutsche verlor außerdem die Führung in der Gesamtwertung und liegt nun mit elf Punkten Rückstand auf der dritten Position.
Chevrolet zeigte in Pau eine weiter aufsteigende Form, nicht zuletzt wegen des Sieges von Alain Menu. Der flüssige Kurs sollte den frontgetriebenen Fahrzeugen entgegenkommen, somit auch dem Lacetti. Bei den Blauen hält sich das Zusatzgewicht in Grenzen. Rob Huff muss sogar nur fünf Kilo mit sich herumschleppen. Gerade auf der langen Strecke mit den vielen Anhöhen ist dies ein großer Vorteil.
Seat ist nun schon seit zwei Rennwochenenden ohne Sieg. Zwar war Yvan Muller mit dem zweiten Platz in Pau schon nah dran, zum Überholen reichte es aber nicht. Auch für Seat gilt: Alle Fahrer tragen weniger Kilos mit sich herum als die besten BMW-Piloten. Ähnlich sieht die Geschichte auch bei Alfa aus, auch wenn man es dort auf den zweimaligen Sieger James Thompson beschränken kann. Nach der dominierenden Leistung in Valencia hat die FIA den 156er wieder etwas schwerer gemacht. Zusammen mit dem Zusatzgewicht tat sich der Brite in Pau schwer. In Brno sollte er wieder etwas weiter nach vorne kommen. Es gibt viele mittellange Geraden, wo er den Geschwindigkeitsvorteil seines Arbeitsgerätes ausspielen kann.

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