Mehr Motorsport - Kolumne - Ellen Lohr

Guter Auftakt

Ellen Lohr erlebte einen positiven Auftakt in das Rennwochenende in Nogaro. In den Rennen soll es in die Top-10 gehen.

Motorsport-Magazin.com - Für uns der zweite Anlauf in der Truck Race EM. Ich fahre nun bereits ein paar Jährchen auf so ziemlich allen Rennstrecken der Welt, aber nach Nogaro in die französische Provinz hat es mich bis jetzt noch nicht verschlagen. Von Toulouse aus führt nur eine Landstraße zur 150 Kilometer entfernten Rennstrecke. Alles in allem eine ziemlich dörfliche Angelegenheit; ein Hotel in der Nähe, alle weiteren 30 km weg. Deshalb kann ich es fast nicht glauben, als mein Teamchef mir erzählt, dass sich hier an den Renntagen jeweils 30.000 Zuschauer hin "verirren".

Aber schon bei der Anreise am Donnerstag merke ich, dass das stimmen kann, denn auf einem freien Platz vor der Strecke parken schon eine ganze Menge Leute mit Wohnmobilen und auch heute gibt es bereits eine Menge Zuschauer, obwohl wir nur einen Pressemitfahrtag haben. Diese 'Extratestmöglichkeit' kommt mir extrem entgegen, denn Nogaro ist noch eine richtig schöne Old-Fashion-Rennstrecke, mit einer Menge Kurven, wenig Auslaufzonen (davon gar keine asphaltierten) und damit einem super Flair.

Ellen hat ihren Truck mittlerweile gezähmt © Ellen Lohr

Die Linie zu finden dauert ein bisschen und deshalb bin ich eh schon dazu übergegangen, wie in meinen Anfangszeiten, eine Streckenbegehung zu machen, bevor es los geht, aber die zwei Extrastunden tun mir und auch dem Truck gut. Nach Misano mit unseren erheblichen Elektronikproblemen läuft das Baby nun einwandfrei und wir können uns an die Abstimmungsarbeit machen.

Nach dem Test sind wir auf Position 13 von 21 Trucks. Wenn wir das morgen im Zeittraining auch so umsetzen können, dann wären wir unserem Ziel einen Top-10-Platz mit nach Hause zu nehmen schon ziemlich nahe, aber das Mittelfeld ist dicht gedrängt, da kann alles passieren.

Vorne finden sich die "üblichen Verdächtigen", also Jochen Hahn und Antonio Albacete auf MAN. Da kommen auch die Werks-Renault nicht mit und liegen bereits deutlich dahinter. Wir haben auf jeden Fall mit unserem 2007er Ex-Markus Östreich Truck den Anschluss ans Mittelfeld geschafft und das motiviert uns deutlich. Es kann eh nichts schief gehen morgen, denn ich habe einen neuen Glücksbringer... eine neue Helmlackierung, ich glaube das ist die erste Veränderung nach 15 Jahren; wurde also Zeit.

Bis morgen - drückt fest die Daumen
Ellen




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