In einem waren sich viele Fahrer einig: Valencia ist nicht der richtige Platz für ein GP2-Rennen - und für ein Meisterschaftsfinale schon überhaupt nicht. Denn wenn nicht gerade das Wetter wie am Samstag alles durcheinander wirft, dann ist Prozessionsfahren angesagt.

"Am Start kann man vielleicht noch ein bisschen etwas gutmachen, wenn man Glück hat, aber dann geht unter normalen Umständen nichts mehr", meinte etwa Adam Carrol, der nach seinem Ausfall von gestern genauso von weit hinten losfahren musste wie Meisterschafts-Kandidat Licas di Grassi. "Auf einer anderen Strecke hätte ich mir ja vielleicht noch ein bisschen etwas ausrechnen können, aber hier war das an sich von Anfang an hoffnungslos", meinte der Brasilianer enttäuscht.

Sein Landsmann Bruno Senna konnte ihm nur beipflichten: "Überholen ist fast unmöglich, das ist einfach kein Kurs für die GP2, vielleicht maximal noch für die Formel 3, aber dann hat es sich... Es ist einfach alles viel zu schmal, zu eng. Ich finde es grundsätzlich einfach schade, wenn dann das Finale so einer guten Meisterschaft in so einer Umgebung stattfindet, auf so einer Strecke, fast ohne Zuschauer."

Zwei Überholmanöver hatte Senna immerhin noch geschafft, gegen Niemela und Chandhok, "aber es geht nur, wenn der Vordermann einen Fehler macht. Und das kann es eigentlich nicht sein. Zuber, die Grassi und ich, wir hingen dann alle hinter Ho-Pin Tung, das war es dann." Ralf Schumacher hatte also nicht Unrecht, als er den Kurs vor den Toren Valencias ein schlechtes Zeugnis ausstellte: "Er ist vielleicht gut für eine Parade, aber nicht für Rennen."