Drei Rennwochenden nach dem Saisonstart sah Nico Hülkenberg schon fast chancenlos aus - in den ersten sechs Rennen wuchs sein Rückstand in der Gesamtwertung auf fast 20 Punkte. Doch mit zwei Rennsiegen konnte sich der Deutsche trotz einer Disqualifikation wieder an den Spitzenreiter Edoardo Mortara herankämpfen. In einem aufregendem zweiten Nürburgring-Rennen reduzierte Hülkenberg den Abstand auf den führenden Italiener auf nur noch einen Punkt...

"Der Start war wirklich unglaublich, fast wie ein Weltkrieg. Die Autos sind wie Bomben durch die Gegend geflogen", berichtete Hülkenberg im Gespräch mit motorsport-magazin.com. Schon zu Beginn brauchte der Emmericher die Hilfe des Schutzengels: "Plötzlich stand Mäki quer vor mir und ich musste voll in die Eisen steigen - danach klemmte sein Frontflügel unter meinem Boliden."

Kaum weniger aufregend als der Start war die erste Runde. "Ich wurde von mehreren Autos überholt, aber in der ersten Runde haben sich unheimlich viele wieder weggedreht, vielleicht wegen der kalten Hinterreifen", vermutete der ART-Pilot. So wurde er schnell wieder auf den siebten Platz nach vorne gespült, doch je länger das Rennen dauerte, desto schwerer wurde es für Hülkenberg.

"Ich hing lange Zeit hinter Oshima und Coletti fest", sagte Hülkenberg, dem es vor allem der Italiener schwer machte. "Wahrscheinlich ist er mehr Flügel gefahren und war deshalb in den Kurven und auf der Bremse sehr stark." Erst in der 19. Runde konnte sich Hülkenberg an seinem Gegner vorbeiquetschen. "Da habe ich es herzhaft stehen lassen..."

Schnell fuhr Hülkenberg die Lücke auf Tom Dillmann zu und setzte den Franzosen unter Druck. "Er hat dann auch den erhofften Fehler gemacht", hieß es nach dem Rennen. Auf Platz vier war Hülkenbergs Aufholjagd jedoch endgültig beendet. "Ich wollte nichts mehr riskieren, denn meine Reifen waren schon sehr mitgenommen. Das Auto hatte heute einen wirklich guten Speed; leider hat der Start nicht ganz geklappt, aber im Motorsport kann das schonmal passieren."

Nach einem kleinen Zwischenstopp für das Formel 3 Masters in Zolder, wo Hülkenberg als Titelverteidiger antritt, geht es in der EuroSerie mit dem Rennwochenende in Brands Hatch weiter. Auch für die Rennen auf der Insel ist Hülkenberg zuversichtlich: "Wir sind überall konkurrenzfähig..."