Die Ausgangsposition war einfach: Romain Grosjean führte die Fahrerwertung mit 79 zu 74 Punkten an. Er startete von der Pole in sein Heimrennen in Nogaro, sein Titelrivale Sébastien Buemi stand auf Platz 5. Der Start brachte für dieses Verhältnis nur eine kleine Änderung mit sich: Buemi zog an Buurman vorbei auf Platz 4. Davor gab es keine Veränderung - Grosjean führte vor Kobyashi und Hülkenberg.
Der Abstand zwischen den beiden Führenden ASM-Piloten wuchs über die Renndistanz leicht an, dahinter blieben die Abstände relativ konstant im Bereich von zwei Sekunden zwischen Kobayashi und Hülkenberg sowie sechs bis acht Zehntel zwischen Hülkenberg und Buemi. Das war das Bild für die ersten 20 Runden.
Zehn Runden vor Schluss kam dann zum ersten Mal so etwas Ähnliches wie Spannung auf. Harald Schlegelmilch landete im Kiesbett. Mehr als eine kurze Gelbphase bewirkte das aber nicht. Dennoch wurde danach in den letzten neun Runden die Schlussphase eingeläutet - an einigen Stellen begleitet von leichtem Nieselregen. Nico Hülkenberg nutzte das um noch einmal Gas zu geben und sich an die beiden Führenden heranzuschleichen. Die Spitze war schon vorher näher zusammengerückt, so dass Kobyashi seinen Teamkollegen Grosjean sogar angreifen konnte. Dahinter reihten sich bald die Top-5 wie an der Perlenkette auf.
Das große Finale blieb jedoch aus: das viertletzte Saisonrennen endete ohne Überholmanöver. Die Fahrer überfuhren die Ziellinie wie sie aus der ersten Kurve herausgekommen waren. Sieg für den Franzosen Romain Grosjean, der das Rennen nicht so einfach fand, wie es von außen ausgesehen hatte. "Es ist das erste Mal, dass ich in Nogaro ein Rennen gewonnen habe", sagte Grosjean. "Das Rennen war nicht einfach, insbesondere als der Regen einsetzte. Da hat man es als Führender nicht leicht, weil man der Erste ist, der die neuen Streckenverhältnisse ausprobiert. So konnte Kobayashi viel Druck machen, aber vier Runden vor Schluss hatte sich alles eingependelt."
Auch Kamui Kobayashi freute sich über seinen zweiten Platz. "Die lange Durchstrecke ohne Podiumsergebnis ist endlich vorbei", gab der Japaner erleichtert zu Protokoll. Mit Nico Hülkenberg komplettierte der dritte ASM-Pilot das Podium. "Es war ein sehr enges Rennen. Der Schlüssel zum Sieg war sicherlich das Qualifying und der Beginn des Rennens, bei dem ich leichte Probleme hatte", analysierte er. "Das Rennen war nicht einfach, denn Buemi hat von hinten ständig Druck gemacht. Gleichzeitig konnte ich Kobayashi unter Druck setzen." Dahinter kam der Meisterschaftszweite Sébastien Buemi ins Ziel. In der Gesamtwertung liegt Grosjean jetzt mit elf Punkten in Front.



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