Ich denke, die Zeit wĂ€re reif um einmal ĂŒber die Formen Easter einen
Thread aufzumachen. Ich glaube, dass Alfalfa, LotusFan und andere
Kenner sicher viel beizutragen haben. Wenn es schon einen Thread
gibt, einfach löschen.
Ich habe eine Zusammenfassung aus Wikipedia:
Die Formel Easter war die Formel 1 des Ostens. Die Formel Easter oder auch E 1300 (spĂ€ter E 1600) wurde als Nachfolge der Formel B8, die als Ersatz fĂŒr die zu teuer und sich technisch zu weit entwickelnde Formel 3 zum Leben erweckt wurde, viele Jahre im ehemaligen Ostblock als Monoposto Rennserie gefahren. Im internationalen Vergleich als Pokal fĂŒr Frieden und Freundschaft der sozialistischen LĂ€nder, welcher quasi einer osteuropĂ€ischen Europameisterschaft entsprach. Die dort teinehmenden LĂ€nder waren neben der DDR die UdSSR, CSSR, Polen, Bulgarien, Ungarn und RumĂ€nien.
Das Reglement umfasste Formelfreie einsitzige Rennwagen mit 1300 ccm Motoren, spĂ€ter 1600 ccm. FĂŒr die zumeist Eigenbau-Rennwagen durften nur Teile aus der Produktion des RGW verwendet werden. Womit sich bald abzeichnete, dass fast ausschlieĂlich Lada Motoren zum Einsatz kamen. Die Getriebe wurden anfangs vom Saporoshez ("Sappo") verwendet. Als nahezu ideal stellte sich im Laufe der Zeit das Wartburg 311 bzw. noch besser das Wartburg 312 GetriebegehĂ€use heraus. Alle Innereien wurden in Eigenproduktion oder "nach Feierabend" in volkseigenen Betrieben gefertigt. Die letzten Getriebeserien wurden von den Dresdner Rennfahrern Henrik Opitz und Stefan Perner gebaut. In den anderen LĂ€ndern wurden auch GetriebegehĂ€use vom Wartburg 353, Ć koda und Dacia verwendet. Die Reifen stammten anfangs von Barum. Diese waren so hart, dass sie im Gegensatz zu heute bekannten Rennserien meist ĂŒber mehrere Rennsaisons hinweg gehalten haben. Entsprechend niedrig war das Grip-Niveau. Zum Ende der 80er Jahre kamen Prostor Reifen sowjetischer Produktion (Lizenz Dunlop) dazu. Diese waren zĂ€her und weicher. Um international konkurrenzfĂ€hig zu sein, wurden ab den 80ern zunehmend Reifen westlicher Produktion (zumeist Michelin) verwendet, was zwar laut Reglement (sĂ€mtliche Teile mussten aus der Produktion der sozialistischen LĂ€nder stammen) eigentlich verboten war, jedoch geduldet wurde. Diese BeschrĂ€nkung wurde seit den spĂ€ten 70ern nur noch von den DDR-SportfunktionĂ€ren durchgesetzt, den Sportlern der anderen sozialistischen LĂ€nder wurden diese Wege nicht versperrt, so zierten die sowjetischen, tschechischen, rumĂ€nischen usw. Autos schon lĂ€ngst Aufkleber westlicher Reifen-, StoĂdĂ€mpfer- und weiterer Zubehörhersteller.
In der DDR gab es seit den Eigenbau Rennwagen der Nachkriegszeit u.a. von Paul Greifzu und den AWE-Werksrennwagen aus Eisenach immer wieder neue erfolgreiche Eigenentwicklungen von findigen TĂŒftlern wie Heinz Melkus oder Hartmut Thassler mit ihren Formel Junior und HTS Rennern. Dem gegenĂŒber standen die sog. SEG-Rennwagen (SEG = Sozialistische Entwicklungs-Gemeinschaft). Der Erfolgreichste sollte dann aber die gemeinsame Entwicklung von Ulli Melkus und Hartmut Thassler, der MT77 werden. Mit ihm wurden viele nationale und internationale Siege errungen. Unter anderen wurde Ulli Melkus 1985 Gesamtsieger im Pokal fĂŒr Frieden und Freundschaft. Der MT77 rĂ€umte von Anfang bis Mitte der 1980er Jahre fast alles ab. Erst die Hightech-Renner Estonia der sowjetischen Nationalmannschaft beendete den Siegeszug des MT im internationalen Vergleich. Kein Wunder, wurde die Entwicklung dieses Renners im groĂen Stil mit entsprechender staatlicher UnterstĂŒtzung der UdSSR betrieben und fĂŒr damalige Zeiten exotische Materialien eingesetzt, wie etwa Querlenker aus Titan. AuĂerdem legte die Sowjetunion das Reglement etwas anders aus, als es gedacht war (direkt im Lada-Werk angefertigte Spezialteile, die nur rein Ă€uĂerlich noch dem Serienteil entsprachen!).
Die tschechischen MTX Renner waren ebenfalls gute und nicht zu unterschÀtzende Renner, aber auch sie sahen gegen die Estonia am Ende der Formel Easter Zeit welche ab 1991 durch die Formel Euro ersetzt wurde und nun völlig international war, kein Land.
1987 baute eine kleine Gruppe von Rennfahrern um Tilo Börner, Artur Röhlich und Hartmut Gerstenberger den WK82-88 nach dem Vorbild der FlĂŒgelautos von Formel 1 Konstrukteur Willi Kausen. Deren Idee und Erstentwicklung begann bereits 1982. Die WK wurden trotz vielversprechender AnsĂ€tze nie richtig zu Ende entwickelt und der Umbruch in Europa beendete alle weiteren BemĂŒhungen.
Eine Gruppe unter Leitung von Ulli Melkus, der viele -vor allem Dresdner- Rennfahrer und Mechaniker (u.a. Frank Nutschan, Jens Smollich, Henrik Opitz, Stefan Perner, Bernd Kasper, H.-J. Vogel) angehörten, entwickelte (mit Auftrag und Geld des IFA Kombinates Personenkraftwagen) mit dem ML 89 einen völlig neuen Rennwagenprototypen nach damaligem Formel-3-Reglement. Dieser erwies sich als nicht konkurrenzfĂ€hig. Die gesammelten Erfahrungen sollten in den Nachfolgetyp ML 90 einflieĂen, der vor allem VerĂ€nderungen der RadaufhĂ€ngungen und eine verbesserte Gewichtsverteilung (etwas versetzter Motor mit Trockensumpfschmierung) aufweisen sollte. Die politische Wende in der DDR beendete das Projekt schlieĂlich, die vorhandenen Rahmen wurden mit BMW-Motoren versehen und die Autos unter der Bezeichnung MB 90 von Ulli Melkus und Bernd Kasper noch ein paar mal eingesetzt. Die Entwicklung wurde mit dem tragischen Unfalltod von Ulli Melkus eingestellt. Ulli Melkus' MB 90 befindet sich im Besitz des Dresdner Rennfahrers Nils-Holger Wilms und wird von ihm genau wie der ML 89-Prototyp von Henrik Opitz in der historischen Rennserie HAIGO sehr erfolgreich eingesetzt.
Neben der Klasse der E 1300 gab es in der ehem. DDR ab 1989 die Klasse E 1600, die bereits ab 1986 in den anderen sozialistischen LĂ€ndern eingefĂŒhrt wurde, auch Formel Mondial genannt. Fast alle Spitzenfahrer der DDR sind 1989 in diese Klasse umgestiegen (bereits ab 1987 durften die Fahrer der Nationalmannschaft bei internationalen Wettbewerben diese Motoren einsetzen), die DDR-Meister dieser Klasse waren 1989 Bernd Kasper und 1990 Henrik Opitz. Daneben existierte auch noch die E600 mit Trabant Technik, die gewissermaĂen als Nachwuchs Rennserie geplant war und liebevoll "Jan und Tini Klasse" genannt wurde. Diese wurden aber nur am Berg gefahren und groĂe Starterfelder kamen hier nie zustande. Ganz anders die E 1300, wo es zu Spitzenzeiten ca. 50 bis 60 Aktive, geteilt in LK 1 und LK 2 gab. Die LK 2 oder Leistungsklasse 2 war die Einstiegsklasse die jeder durchlaufen musste und erst bei Erfolg in die LK 1 aufsteigen konnte. In der LK 1 wurden auch die DDR-Meisterschaften und die PokallĂ€ufe bestitten wobei die LK 2 nur eine DDR Bestenermittlung ausfuhr. In der LK 2 durften nur reine Serienmotoren gefahren werden, dazu musste noch die 2. Stufe des serienmĂ€Ăigen Lada-Vergasers deaktiviert werden.
Heute, 15 Jahre nach der letzten Meisterschaft kann man diese Fahrzeuge wieder bewundern und einige der alten Hasen bei den Rennen der HAIGO in Aktion sehen. In der HAIGO sind auch wieder viele Tourenwagen der ehemaligen A600 und A1300 zu sehen und lassen an alte Zeiten erinnern.









