Am Ende des zweiten Saisondrittels sehen sich die Verfolger des Tabellenführers Dirk Werner (Kissenbrück) vor dem Rennen in Zandvoort (Niederlande) in Zugzwang. Denn der 25jährige Student setzte sich vor zwei Wochen auf dem Nürburgring mit seinem zweiten Saisonsieg deutlich vom Feld ab. Als einziger Fahrer 2006 beendete Werner jedes Rennen mit einem Podiumsresultat. Je einem zweiten Platz am Hockenheimring und auf dem Eurospeedway Lausitz folgte ein dritter Rang in Oschersleben, bevor dem Meister des Clio V6 Cup von 2003 die beiden Siege auf dem Norisring und dem Nürburgring gelangen.

Mit 31 Punkten Rückstand kommt Uwe Alzen (Betzdorf) als Werners härtester Verfolger nach Zandvoort. Der 39jährige kehrte 2006 in den Carrera Cup Deutschland zurück, den er 1992 vor seinem Wechsel in die DTM gewonnen hatte. Alzen erlebt ein turbulentes Comeback. Seinen Siegen auf dem Hockenheimring und in Oschersleben steht ein Ausfall auf dem Eurospeedway und ein 13. Platz am Norisring gegenüber. Vor zwei Wochen auf dem Nürburgring wurde der Altmeister als Zweiter abgewunken.

Chris Mamerow (Waltrop) zeigt in seiner dritten Carrera Cup-Saison die bislang stärksten Leistungen. Nach seinem dritten Platz auf dem Norisring nahm der Student ebenfalls die Punkte für Platz drei vom Nürburgring mit. Nur zwei Punkte trennen Mamerow von Alzen.

Richard Lietz aus Österreich rangierte bis zum Nürburgring auf Gesamtrang zwei, reiste aber von der Eifelstrecke ohne Punktgewinn ab, nachdem ausgerechnet sein Teamkollege Christian Menzel (Kelberg) den Porsche des Österreichers mit seinem eigenen Rennwagen unsanft berührt und in einen Dreher gezwungen hatte. Nach zwei zweiten Plätzen, einem vierten und einem neunten Rang besetzt Lietz (22) nun Tabellenplatz vier vor dem Franzosen Nicolas Armindo und Jörg Hardt aus Bonn.

Vier amtierende oder ehemalige Meister der Porsche-Markenpokale verstärken das mit 30 Porsche größte Starterfeld des Wochenendes. Neben Uwe Alzen (1992) rollt Christian Menzel als der amtierende Meister des Carrera Cup Deutschland an den Start. Richard Westbrook aus London fährt den Porsche mit der Startnummer 3. Westbrook sicherte sich im Porsche-Michelin-Supercup Ende Juli vor Saisonende den Meistertitel 2006. Der 31jährige Profi gilt nach seinem jüngsten Erfolg sowie nach einem Gesamtsieg (2004) und drei Vizemeisterschaften im Carrera Cup Great Britain als exzellenter 911-Spezialist. Westbrook bestreitet als Gastfahrer die verbleibenden Rennen des Jahres. Sein erster Auftritt im Carrera Cup Deutschland endete vor zwei Wochen auf dem Siegerpodest: Platz drei.

Wie Westbrook, so fährt auch Patrick Huisman in Zandvoort nicht um Punkte, sondern um Prestige. Der vierfache Meister des Porsche-Michelin-Supercup – mit 23 Erfolgen zugleich Rekordsieger in dem internationalen Markenpokal – ist für das niederländische Harders Plaza Racing Team dabei. Unter der Bewerbung von St. International Autosport Promotion sind zwei weitere Lokalmatadore mit von der Partie. Ex Formel 1-Fahrer Michael Bleekemolen und sein Sohn Jeroen steuern die Porsche mit den Startnummern 32 und 33.

Der Carrera Cup Deutschland besuchte zuletzt 2004 Zandvoort, als Wolf Henzler (Nürtingen) die Trainingsbestzeit fuhr (1:44.210 Minuten) und gewann.

Der Fernsehsender "Premiere Sport" zeigt am Sonntag (3. September) von 12.20 bis 13.00 Uhr einen Bericht vom Porsche-Rennen auf dem Dünenkurs an der Nordsee. Das Deutsche Sport Fernsehen strahlt am Samstag ab 19.15 Uhr im Rahmen der Sendung "Formel 3" die Höhepunkte des Zeittrainings sowie am Sonntag bei den "DTM Highlights" ab 18.30 Uhr einen Rennbericht aus. Die Zusammenfassung des Wochenendes ist im DSF am Mittwoch im Rahmen der Sendung "Motorvision" ab 20.15 Uhr zu sehen (TV-Zeitangaben ohne Gewähr).