Der Belgier Laurens Vanthoor (Dallara F307 Volkswagen) hat es auf dem Hockenheimring endlich geschafft: Mit einer Zeit von 1:34.620 Minuten sicherte er sich und damit auch dem Motorenhersteller Volkswagen die erste Pole-Position im ATS Formel-3-Cup. Es standen nur noch zwei Minuten auf der Uhr, als der Van Amersfoort-Pilot über die Ziellinie fuhr und sein Name ganz oben auf dem Zeitenmonitor aufleuchtete.

Sein Team hatte ihn erst acht Minuten vor Ende des ersten Qualifyings auf den 4,574 Kilometer langen Grand Prix Kurs geschickt. Diese Taktik wäre beinahe nicht aufgegangen, weil sich ein Fahrzeug in der Spitzkehre gedrehte hatte und durch die Streckenposten entfernt werden musste. Doch der erst 16-jährige Belgier blieb cool und wartete ab, bis er wieder freie Bahn hatte. Neben ihm wird morgen früh in der Startaufstellung der Kolumbianer Sebastian Saavedra (Dallara F307 Mercedes) darauf hoffen, die Schmach vom Saisonauftakt gutmachen zu können. Sollte ihm dieses Mal ein guter Start gelingen, ist der schnelle Rookie durchaus für einen Sieg gut.

Auf Rang drei landete nach den 30 Minuten Zeittraining der Belgier Frédéric Vervisch (Dallara F307 OPC-Challenge). Der momentane Tabellenzweite wird seine Augen allerdings nicht nur nach vorne, sondern auch nach hinten richten. Der Gesamtführende Matteo Chinosi (Dallara F307 Mugen-Honda) kam über den achten Rang nicht hinaus. ″Wir haben Probleme mit dem Auto″, erzählte der Italiener. ″Zum Glück haben wir jetzt noch Zeit bis zum zweiten Qualifying.″ Chinosi laboriert zudem an einer schmerzhaften Rückenzerrung.

In der ATS Formel-3-Trophy fuhr der Niederländer Dennis Swart (Dallara F304 OPC-Challenge) die schnellste Zeit. Er steht momentan auf dem vierten Tabellenplatz und hat im Rennen die Chance Massimo Rossi (Dallara F304 Mugen-Honda) vom dritten Rang zu verdrängen. Eine starke Leistung zeigte auch die schnelle Dame Shirley van der Lof (Dallara F304 OPC-Challenge). Die Niederländerin erreichte den zweiten Startplatz der internen Wertung vor dem Italiener Giulio Glorioso (Dallara F304 Opel). Der zur Zeit Führende der Trophy-Wertung der Österreicher Marco Oberhauser (Dallara F304 Opel) landete auf der vierten Position.

Zweite Pole für Suzuki

Am Vormittag durfte sich Laurens Vanthoor (Dallara F307 Volkswagen) über seine erste Pole-Position im ATS Formel-3-Cup freuen - jetzt ist es der Brasilianer Rafael Suzuki (Dallara F307 OPC-Challenge), der jubelt. Nach etwa der Hälfte des Qualifyings entschied das Team Performance Racing Suzuki auf die Strecke zu schicken, während sich die anderen Top-Teams noch zurückhielten.

Doch die Entscheidung früher rauszufahren war richtig: Suzuki übernahm die Führung, ehe es rund sechs Minuten vor Schluss zu einer Kollision in der Zieleingangskurve kam. Massimo Rossi (Dallara F304 Mugen-Honda) hatte sich gedreht und war auf der Strecke zum Stillstand gekommen. ″Ich habe zuvor innen die Curbs zu stark erwischt″, erklärt der 26-Jährige sein Missgeschick. Der Venezolaner Johnny Cecotto (Dallara F307 Mercedes), auf einer schnelle Runde unterwegs, konnte nicht mehr ausweichen und donnerte in den Monoposto des Italieners. Dass beide Fahrer völlig unverletzt blieben, unterstreicht den hohen Sicherheitsstandard der Formel-3-Monoposti. Nach einer anfänglichen Gelbphase entschied die Rennleitung, das Zeittraining knapp drei Minuten vor dem regulären Ende wegen der Bergungsmaßnahmen mit der roten Flagge abzuwinken.

Wie schon im ersten Qualifying platzierte sich der Kolumbianer Sebastian Saavedra (Dallara F307 Mercedes) auf der zweiten Position. Er war erst kurz vor der Gelbphase rausgefahren, konnte aber schon in seiner zweiten gezeiteten Runde seine persönlich schnellste Zeit fahren. Trotz seines Unfalls rettete Cecotto die dritte Position und hofft nun auf die umfangreiche Reparatur seines Autos.

Besonderes Pech hatte die Schweizerin Rahel Frey. Sie war erst kurz vor dem Unfall aus der Boxengasse gekommen und konnte somit keine schnelle Runde fahren. Sie startet morgen von der 26. Position. Das galt auch für ihren Teamkollegen Laurens Vanthoor (beide Dallara F307 Volkswagen), der somit nur 20. ist. Auch Hamad Al Fardan (Dallara F307 Mercedes) haderte mit seinem Schicksal und kam nur auf die 22. Position.