Schon beim Saisonauftakt in Curitiba gab es in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft reichlich Aufregung. Egal ob über die angebliche Dominanz der Seat-Diesel, die Kollisionen in beiden Rennen oder die nachbearbeiteten V-Streben am BMW von Augusto Farfus - es gab an jeder Ecke etwas zu diskutieren. Einen Monat später scheinen sich die Gemüter kaum beruhigt zu haben, wenn es auf die Hochebene von Puebla zum zweiten Rennwochenende geht.
Die Ausgangslage nach den ersten beiden Rennen könnte spannender kaum sein. An der Tabellenspitze liegen die beiden Seat-Asse Yvan Muller und Gabriele Tarquini mit 14 Punkten gleichauf, direkt dahinter folgen Andy Priaulx und Jörg Müller aus dem BMW-Lager mit 13 und elf Punkten.
Gänzlich ohne Punkte blieb Chevrolet, wo alle drei Fahrer ein schwarzes Wochenende erlebten. Angefangen von Alain Menu's Crash in der Qualifikation bis hin zur Kollision von Rob Huff und Nicola Larini im Rennen. Schlechter kann es in Puebla kaum laufen, aber mit einer Prognose tut man sich bei Chevrolet noch schwer. "Einige der Turbo-Diesel haben schon einen großen Erfolgs-Ballast, doch es gibt immer noch drei von ihnen, die noch kein Zusatzgewicht haben. Es wird sehr schwer sie zu schlagen", glaubt der Schweizer Menu.
In der Tat spricht die Physik für Seat. Auf der sehr hoch gelegenen Strecke von Puebla verlieren die Benziner von BMW und Chevrolet einiges an Leistung, während die Diesel auf über 2000 Metern Höhe fast ihr volles Potenzial ausspielen können.
Wahre Freude kommt bei BMW somit nicht auf. Zudem haben die Fahrer noch die Streckenverhältnisse von 2006 im Gedächtnis, als nach und nach der Asphalt aufbrach. "Ich wünschte sagen zu können, dass ich mich auf die Rennen in Puebla freue. Bei meinem letzten Auftritt dort 2006 spielte eher die Strecke selbst die Hauptrolle. Wir mussten alle mit schwierigen Bedingungen zurechtkommen, da der Asphalt aufriss", berichtet Andy Priaulx.
Bei Seat gibt man sich weiterhin gelassen und stapelt tief. "Nach nur einem Rennen ist es schwer zu sagen, dass ein Team der Favorit auf den Titel ist", sagt Tabellenführer Yvan Muller. "Wir haben exakt die selben Chancen wie BMW." Auch Gabriele Tarquini sieht sich in einer anderen Welt: "Seat hat in Brasilien gewonnen, aber wir haben die Rennen nicht dominiert. Der BMW war das schnellste Auto."

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