Schon früh schien der Kampf um die Pole-Position beim Saisonfinale der WTCC in Macau entschieden zu sein. Mit einem optimalen Windschatten von Gabriele Tarquini setzte sich Seat-Pilot Yvan Muller zu Beginn des Zeittrainings an die erste Position. Sein Vorsprung auf die Gegner aus dem BMW-Lager war größer als eine halbe Sekunde. Beim den Spanier freute man sich schon über eine Doppel-Pole ihrer beiden Diesel-Leons. Doch dann verschwand die Sonne hinter den Hochhäusern der Hafenmetropole.
Der Asphalt auf dem winkligen Teil der Strecke kühlte sofort um ein paar Grad ab und sorgte so für eine Extra-Portion Grip. Plötzlich fuhr Nicola Larini die schnellste Zeit. Der Italiener eröffnete damit die Hatz auf den ersten Startplatz. Abermals funktionierte der Seat-Express optimal und wenige Sekunden vor dem Ende der Qualifikation hatte Seat mit Muller und Tarquini wieder die erste Startreihe inne. Auch Jordi Gené zauberte mit dem vierten Rang ein Lächeln in die Gesichter hinter der Boxenmauer. Und dann zeigte sich einmal mehr: Wer zuletzt lacht, lacht am besten
Wieder hat man die Rechnung ohne Chevrolet gemacht. Alain Menu gelang es am Ende der 45-minütigen Session, die nur in der Anfangsphase einmal unterbrochen werden musste, das Seat-Duo an der Spitze zu knacken. Der Schweizer legte in seiner 12. Runde eine Zeit von 2:31.209 Minuten auf den asiatischen Asphalt. Damit distanzierte er Muller um 0,186 Sekunden.
Yvan Muller konnte sich aber auch über den zweiten Startplatz freuen. Dieser ist zum einen eine gute Ausgangsposition, viel wichtiger ist jedoch ein Blick auf die restliche Startreihenfolge. So konnte sich Andy Priaulx nur für Startplatz zwölf qualifizieren. Die erste Runde im Titel-Duell ging also ganz klar an den Franzosen im Seat.
Bester BMW-Pilot war Augusto Farfus auf dem vierten Rang. Auch der Brasilianer hat noch Chancen auf den Titel, muss aber viele Punkte auf Muller und Priaulx aufholen. Farfus´ Teamkollege Jörg Müller konnte ebenfalls nicht überzeugen. Der Deutsche kam nicht über Rang 15 hinaus. Etwas besser sieht es für James Thompson aus. In seinem Alfa schaffte es der Brite auf den achten Rang, und das obwohl sein Flügelmann André Couto schon in seiner ersten schnellen Runde in der Mauer landete und ihm so keinen Windschatten mehr spendieren konnte.

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