Der Niederländer Carlo van Dam (Dallara F306 OPC-Challenge) und der Belgier Frédéric Vervisch (Lola B06-30 OPC-Callenge) bewegten ihre Boliden bei diesen widrigen Bedingungen am Schnellsten um den 3.696 Kilometer langen Kurs. "Meine Mission hier 24 Punkte zu holen ist gescheitert", ärgerte sich Van Dam. Um so größer war die Freude bei Vervisch, der seine erste Pole-Position der Saison einfuhr. "Endlich! Endlich ist es mir gelungen für das letzte Rennen ganz vorne zu stehen."
Wegen dem Regen entschieden sich alle Piloten sofort auf die Strecke und auf Zeitenjagd zu gehen. Eine richtige Entscheidung wie sich schnell herausstellte. Bereits nach rund zehn Minuten fanden sich die ersten Fahrer im Kiesbett wieder. Bis zum Ende des ersten Zeittrainings rutschten immer wieder Fahrzeuge von der Strecke. Die Folge waren fast durchgängig gelbe Flaggen und damit keine Chance für die Piloten auf eine schnelle Runde. Glück hatte, wer in den ersten Runden schnell genug war. Allerdings fielen auch Nico Verdonck, Frédéric Vervisch, Frederico Glosioso, Jonathan Hirschi, Max Nilsson, Dominick Muermans und Michael Klein den schlechten Bedingungen zum Opfer. Alle sieben fuhren ihre schnellste Runde unter gelb. "Bei Regen ist es sehr schwer einzuschätzen wie schnell man fährt", erzählte Michael Klein. Die Rennleitung entschied später ihnen diese schnellste Runde abzuerkennen. Davon unbeeindruckt holte sich Carlo van Dam seine zehnte Pole vor seinem Teamkollegen von Van Amersfoort Racing Recardo Bruins Choi (Dallara F306 OPC-Challenge). Der Koreaner erbte den zweiten Platz von Vervisch, der aufgrund der Strafe auf Rang drei zurückfiel.
In der zwanzigminütigen Reparaturpause sammelte sich noch mehr Wasser auf der Strecke an. Doch diesmal waren die Piloten vorgewarnt. Zwar gab es wieder viele Dreher, aber die Gelbphasen hielten sich in Grenzen. Frédéric Vervisch kam am Besten mit den widrigen Bedingungen zurecht und eroberte zum ersten Mal die Pole-Position. Zweiter wurde Carlo van Dam vor Nico Verdonck (Lola B06-30 OPC-Callenge). Im Kampf um den Vizetitel zwischen Frédéric Vervisch und Recardo Bruins Choi kam es zu einer Vorentscheidung. Durch den Zusatzpunkt für die Pole-Position hat Vervisch jetzt zwanzig Punkte Vorsprung auf Bruins Choi. Allerdings werden dieses Wochenende nur noch 22 Zähler vergeben. Damit hat der Koreaner nur noch eine rechnerische Chance auf Platz zwei in der Tabelle. Er muss sich eher nach hinten orientieren, wo Nico Verdonck mit nur vier Punkten Rückstand lauert.
In der Trophy-Wertung trennen den Führenden Michael Klein und Marcel Schuler (beide Dallara F304 OPC-Challenge) nur sechs Punkte. Im Qualifying hat sich Klein einen kleinen, aber vielleicht entscheidenden Vorteil im Kampf um den Titel herausgefahren. Er startet in beiden Rennen von der sechsten Position. Sein schärfster Konkurrent Marcel Schuler hat hingegen nur die Startpositionen zehn und zwölf inne. Schuler hatte seinen Boliden in beiden Qualifyingsessions in den Kies gesetzt. So ging ihm vor allem im ersten Teil wichtige Zeit verloren seine Position zu verbessern.
Frédéric Vervisch:
Endlich habe ich es geschafft mir die Pole-Position zu holen und das im letzten Rennen der Saison. Ich habe von Anfang versucht so schnell wie möglich zu fahren, aber durch die gelben Flaggen wurde man immer wieder eingebremst. Die Bedingungen auf der Strecke war sehr schwierig. Es stand sehr viel Wasser auf der Strecke und man musste ständig auf die Flaggen achten.
Carlo van Dam:
Im ersten Qualifying waren wir sehr gut und schnell unterwegs. Die Bedingungen waren zwar sehr schwierig, aber trotzdem war es einfach für mich. Im zweiten Teil haben wir auch versucht von Anfang an schnell zu fahren, aber ich kam nur auf Rang vier. Später verbesserte ich mich noch um zwei Plätze. Leider ist meine Mission alle 24 Punkte zu holen fehlgeschlagen. Doch zwei Siege wären auch in Ordnung.
Recardo Bruins Choi:
Das erste Qualifying verlief für mich ganz gut. Allerdings war ich am Anfang nicht schnell genug. Durch die Gelbphasen konnte ich meine Zeit nicht weiter verbessern. Aber mit Platz zwei habe ich trotzdem eine gute Ausgangsposition. Zu Beginn des zweiten Teils hatte ich viel Verkehr. Später hatte ich immer mehr mit Aquaplaning zu kämpfen, da sehr viel Wasser auf der Strecke war.
Nico Verdonck:
Im ersten Teil des Zeittrainings habe ich mich in meinem Boliden nicht so wohl gefühlt. Dazu kamen noch die ganzen gelben Flaggen. In der zweiten Session kam ich mit dem Fahrzeug viel besser zurecht. Mit meiner dritten Position bin ich ganz zufrieden. Wir haben keinen großen Rückstand auf die Spitze. Mal sehen, was im Rennen passiert.
Michael Klein:
In der Trophy-Wertung verlief das Qualifying für mich sehr gut, da ich Abstand zwischen mich und Marcel bringen konnte. Es war extrem viel Wasser auf der Strecke. Deswegen war es auch schwer zu überblicken, wie schnell man unterwegs ist. Ich habe zwar an den Unfallstellen langsam gemacht, aber auf den freien Streckenteilen war die Zeit schlecht einzuschätzen.

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