Zwar startet die WTCC am Wochenende zum ersten Mal in Anderstorp, doch für die meisten Fahrer ist die schwedische Rennstrecke keine Unbekannte. Zu Zeiten der Europäischen Tourenwagen Meisterschaft war man mehrmals auf der ehemaligen Formel 1 Rennstrecke unterwegs. Beim letzten Gastspiel in der Saison 2003 hießen die Sieger Roberto Colciago und Nicola Larini. Von beiden könnte man auch in diesem Jahr ein ähnliches Resultat erwarten.
Gegen einen einfachen Sieg sprechen bei den letzten Siegern die Zusatzgewichte. Tarquini schleppt immerhin 45 Kilogramm Zusatzgewicht in seinem Seat herum, bei Larini liegen sogar 55 Kilo Blei im Lacetti. Nicht viel besser geht es den BMW-Piloten Jörg Müller, Augusto Farfus und Andy Priaulx, die in dieser Reihenfolge und nur durch zwei Zähler getrennt an der Tabellenspitze liegen. Beim 13. & 14. Lauf fahren sie mit der maximalen Zuladung von 60 kg.

Bei BMW setzt man neben der Stammbesetzung einen weiteren Fahrer ein. Lokalmatador Fredrik Ekblom wird einen 3er aus Bayern mit einer schwedischen Flagge um seinen Heimkurs pilotieren. Doch das ist nicht die einzige Neuigkeit vor dem Wochenende. Beim großen Konkurrent Seat wird man zum ersten Mal auf Dieselpower setzen. Jordi Gene und Yvan Muller werden in Anderstorp mit 280 PS starken Diesel-Leons auf die Strecke gehen. Eine noch extremere Philosophie verfolgt Volvo. Robert Dahlgren, Zweiter der schwedischen Meisterschaft, wird mit seinem umweltfreundlichen S60 am WTCC-Wochenende teilnehmen. Damit wird Volvo als erster Hersteller ein Fahrzeug einsetzen, dass mit Ethanol, besser bekannt als Biogas, betrieben wird. Nicht ganz so spektakulär, aber trotzdem eine Erwähnung wert, ist der Start von zwei russischen Kollegen. Alexander Lvov und Andrey Smetsky starten in privaten Honda Accords des Team Golden Motors.
Der letzte Rennsieger einer FIA/FIM Weltmeisterschaft auf dem 2006 modernisierten Kurs ist Wayne Rainey. Der US-Amerikaner war 1990 auf seinem 500ccm starken Motorrad erfolgreich. Der letzte Sieger im Automobilsport ist Niki Lauda. In seinem Brabham BT46B, der nach dem Rennen von der FIA für illegal erklärt wurde, fuhr er auf der vier Kilometer langen Strecke Kreise um die Kontrahenten. Seit dem Abschied der Formel 1 und der Motorrad-Weltmeisterschaft, die bis 1990 17 Mal in Anderstorp antrat, dominieren Tourenwagen das Geschehen auf dem Scandinavian Raceway. 1997 machte dort erstmals die schwedische Tourenwagenmeisterschaft Station. Fünf Jahre später gastierte die FIA Tourenwagen-Europameisterschaft zum ersten Mal in der historischen Provinz Småland. Schon damals war Jörg Müller für BMW - und sicherte sich einen Sieg.

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