Jörg Müller war die Sensation im zweiten Lauf von Zandvoort, als er sich vom zehnten Startplatz noch auf's Podium fuhr. "Der Start war sensationell, der Rennleiter hat schnell auf Grün geschaltet und ich hatte eine gute Reaktion, für einen alten Mann gar nicht so schlecht", grinste der Hückelhovener, der einen wahren Slalomlauf hinlegte. "Ich bin einfach Zick-Zack durch die Gegner gefahren, auf den ersten Metern hatte ich einen enormen Vorteil."
Danach wurde es allerdings schwieriger: "Die ersten 12 bis 14 Fahrer liegen eng zusammen, deshalb ging es dann zäher nach vorne. Da kann man nicht mehr so einfach überholen." Trotzdem war Müller schon erleichtert, wie er im Gespräch mit motorsport-magazin.com zugab. "Wir hatten das ganze Wochenende Probleme mit dem Auto und haben in dem Rennen dann zu unserer normalen Leistung zurückgefunden."
Wobei die drohenden Wetterkapriolen weder ihn noch das Schnitzerteam aus der Ruhe brachten: "Vor dem Rennen waren wir nicht nervös, auch wenn es ein wenig genieselt hat. Wenn man einmal die 24 Stunden auf der Nordschleife gefahren ist, ist man abgehärtet. Machen kann man eh nichts, und wenn es eine Minute vor dem Start einen Wolkenbruch gibt, werden eben die Reifen gewechselt."
So cool sah er dann auch die Bedingungen während des Rennens - im Gegensatz zum Sieger: "Ich kann die Aussagen von Tarquini über den angeblichen Gripverlust nicht verstehen. Ich habe keinen Unterschied gespürt. Einmal war meine Scheibe voller Tropfen, aber einmal den Scheibenwischer an und dann war wieder alles weg. Das Gripniveau war letztlich das ganze Wochenende niedrig, da nur zwei Rahmenserien gefahren sind."

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