Die Titelentscheidung in der Formel 3 EuroSerie wird erst beim Saisonfinale in Hockenheim fallen. Im 18. Lauf konnte Sébastien Buemi wieder Punkte auf seinen Rivalen Romain Grosjean gutmachen, der das gestrige Rennen in Nogaro gewann und sich so zunächst absetzen konnte. Heute wendete Buemi das Blatt und gewann zum zweiten Mal im laufenden Jahr, wenn auch mit ein wenig Glück.

Buemi erwischte den besten Start und lag schon in der ersten Runde auf dem zweiten Platz. Dort schien er keine Chancen zu haben, den Führenden Edoardo Mortara zu überholen. Der Italiener setzte sich Runde für Runde von seinen Verfolgern ab, wurde dann aber von der Rennleitung eingebremst. Mortara fuhr zu früh los und musste als Strafe einmal durch die Boxengasse fahren. Als er in Runde zwölf abbog, hatte er schon fast zehn Sekunden Vorsprung herausgefahren. Letztlich belegte Mortara Rang acht.

Mittlerweile konnte Kamui Kobayashi den Lokalmatador Jean Karl Vernay überholen und machte sich auf die Verfolgung von Buemi. Zu Beginn der zweiten Rennhälfte berührten sich die beiden Boliden sogar bei einem Angriff des Japaners. Danach ließ es Kobayashi etwas ruhiger angehen, auch weil er von der Rennleitung verwarnt wurde. Buemi konnte die Führung bis zur Zieldurchfahrt nach 29 Runden verteidigen. "Ich hatte einen guten Start, konnte Mortara aber nicht folgen", sagte der Schweizer. "Nach seiner Strafe übernahm ich die Führung. Es war ein sehr schwieriges Rennen, da Kobayashi ständig Druck machte und ich mir keinen Fehler erlauben durfte. Der Sieg ist ganz wichtig für mich. Die Titelentscheidung fällt nun in Hockenheim."

Kamui Kobayashi hatte auch auf Platz 2 viel Spaß. "Ich war schneller als Buemi und probierte immer wieder, ihn zu überholen", sagte der Japaner. "Leider geht das hier nur an einer Stelle. Gegen Ende bin ich nicht mehr volles Risiko gegangen, denn ich wollte den Podiumsplatz nicht riskieren." Nico Hülkenberg kam wie schon am Vortag mit dem dritten Rang auf das Treppchen. "Ich hatte die beste Sicht auf das Duell der beiden Führenden vor mir. Leider machten sie keinen Fehler, den ich hätte nutzen können", so Hülkenberg. "Von Startplatz sechs auf den dritten Rang nach vorne zu fahren ist trotzdem ein gutes Ergebnis."

Rund zwei Sekunden dahinter ähnelten sich die Bilder. Dort versuchte Grosjean den ebenfalls von Red Bull unterstützten Vernay zu schnappen. Das Duell der beiden Franzosen, die beiden in französischen Teams fahren, entschied Vernay für sich. Beinahe hätte sich Grosjean sogar gedreht, doch der ASM-Pilot konnte geraden noch die Kontrolle über sein Fahrzeug behalten. Auch auf dem sechsten Platz kam ein Lokalmatador ins Ziel. Yann Clairay holte sich den letzten Punkt.

Insgesamt konnte Sébastien Buemi heute vier Punkte aufholen. Vor dem Finale in zwei Wochen trennen die beiden Titelkandidaten sieben Punkte. Vergeben werden in den letzten beiden Rennen noch insgesamt 17 Zähler. Demnach ist, sowohl für Grosjean, als auch für Buemi noch alles offen.